CDU hofft weiter auf Neuwahlen

Von: Tom Lammertz
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Der neue Vorstand der Stolberger CDU gruppiert sich um die Führungsspitze mit dem Vorsitzenden Jochen Emonds (7.v.r.) sowie seinen Stellvertretern Siegfried Pietz (9.v.r.) und Paul M. Kirch (5.v.r.): Kunibert Matheis, Markus von der Stein, Volker Kolauch, Oliver Kampen, Waltraud Strang, Walter Wahlen, Marc Delzepich, Albert Blau, Martin Hennig, Klaus Bergstein, Ben Grendel und Arthur Kaldenbach (v.l.). Foto: J. Lange

Stolberg. Personell und inhaltlich neu aufstellen - so lautet das erklärte Ziel der Stolberger wie auch der Landes-CDU. Der von seinem Geschäftsführer abgelöste Vorsitzende des Stadtverbandes, Tim Grüttemeier, stimmte am Donnerstag rund 90 Mitglieder auf die vor der CDU liegenden Aufgaben ein.

Es gelte, nach zwei arbeitsintensiven Jahren des Dauerwahlkampfs, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Zwei Jahre lang stünden nun keine Wahlen an, wobei die CDU sehe, dass es sowohl im Land bei der rot-grünen Minderheitsregierung als auch in der Stadt vielleicht doch zu vorgezogenen Neuwahlen kommen könnte. Denn ob Bürgermeister Ferdi Gatzweiler bis zum Ende seiner Amtszeit im Oktober 2015 durchhalte, sei mehr als ungewiss.

Grüttemeier, der nun nicht mehr Stadtverband und Fraktion der Christdemokraten führen muss, erwartet - ebenso wie sein Nachfolger als Stadtverbandschef, Jochen Emonds, - dass Parteibasis und Ratsvertreter sich gegenseitig noch fruchtbarer austauschen. Schon jetzt sei die Zusammenarbeit deutlich besser als vor sechs Jahren, als er das Ruder übernommen habe, berichtete Grüttemeier, der sich mit großem Dank an alle Parteifreunde und besonders an seine Vorstandsmitstreiter aus dem Stadtverbandsvorstand verabschiedete.

Kassierer Walter Wahlen, der wiedergewählt wurde, meldete einen erfreulich hohen Kassenbestand. Man habe zwar im vergangenen Jahr die Hälfte aller Ausgaben, rund 10.000 Euro, in die Wahlkämpfe gesteckt, aber auch mehr als doppelt so viel eingenommen als ausgegeben. Somit wurde das Guthaben um mehr als 23.000 Euro aufgestockt: angespart für künftige Wahlen, „für alle Eventualitäten”, wie der Kassierer es ausdrückte, dem die Revisoren Willi Engels und Hans-Josef Siebertz eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten.

Auf eines der Kernthemen, das auch dem neuen Vorsitzenden Jochen Emonds als Lehrer besonders am Herzen liegt, ging der Generalsekretär der NRW-CDU, Oliver Wittke, auch in Stolberg ein. Seine Frau, Grundschullehrerin in einem schwierigen Viertel im Ruhrgebiet, berichte, dass 40 Prozent der Erstklässler nicht mit Messer und Gabel oder auch mit Scheren umgehen könnten. Wittke schließt daraus, dass die CDU mit ihrem „Markenkern” richtig liege, der da laute: Nach christlichem Menschenbild hat Gott die Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten ausgestattet. Und die Antwort darauf dürfe keinesfalls eine Einheitsschule sein.

Es dürfe aber auch nicht weiter Unruhe an den Schulen erzeugt werden; die Schüler und Lehrer sollten endlich wieder zur Ruhe kommen. Deshalb habe die CDU „ideologischen Ballast über Bord geworfen” und einen „Schulfrieden” angeboten. Wittke sieht die Chance, in Absprache der Parteien sogar einen dauerhaften Schulfrieden für Nordrhein-Westfalen zu bekommen.

Ob Schulreform oder Aussetzung der Wehrpflicht - die CDU werde sich jetzt „Feld für Feld inhaltlich vornehmen” und die Mitglieder dabei „mitnehmen”, so wie es auch die Stolberger CDU-Fraktion durch ihre versprochene enge Zusammenarbeit mit der Parteibasis, dem Stadtverband, halten will.
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