Radarfallen Blitzen Freisteller

„Cash – Und ewig rauschen die Gelder“ auf der Bühne im Burghof-Theater

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
7679873.jpg
Als Berufsschauspielerin und -kabarettistin arbeitet Stefanie Otten in Essen und Neuss. In ihrer Heimatstadt Stolberg hat sie mit den Laiendarsteller der Spielfreu(n)de 2010 ein neues Stück einstudiert. Foto: D. Müller

Stolberg. Nach der Premiere der Inszenierung „Cash – Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney im Saal von „Angie’s Bistro“ bringen die Spielfreu(n)de 2010 das humorvolle Stück heute im Burghof-Theater auf die Bühne.

Regisseurin der Laientheater-Gruppe ist die aus Büsbach stammende Schauspielerin und Kabarettistin Stefanie Otten, die mit „Das kunstseidene Mädchen“ und dem Fußballstück „Steht auf, wenn ihr für Deutschland seid“ schon solistisch im Stolberger Burghof-Theater gastierte. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat sie über ihren Werdegang und ihre derzeitigen Tätigkeiten berichtet.

Wie ist der Wunsch, Schauspielerin zu werden, bei Ihnen entstanden?

Otten: In der Theater-AG am Goethe-Gymnasium habe ich meine Leidenschaft für die Bühne entdeckt. Obwohl es mir eigentlich zu nah war am Beruf meines Vaters, des Sängers Josef Otten, wollte ich es doch mit der Schauspielerei probieren. Ich bewarb mich bei zwei Schauspielschulen, erhielt Zusagen von beiden und entschied mich für die Schule in Siegburg. An der Schauspielschule habe ich den Beruf so richtig kennengelernt – und war noch begeisterter davon. Es ist ein sehr faszinierender Beruf.

Bitte beschreiben Sie bitte diese Faszination.

Otten: Schauspieler beschäftigen sich mit grundlegenden zwischenmenschlichen Dingen. Auch wenn es nicht die eigenen sind, durchlebt man dennoch ein Wechselbad der Gefühle. Das Darstellen auf der Theaterbühne empfinde ich als enorm dichtes, komprimiertes Leben. Hat das Stück erst einmal begonnen, muss es auch weitergehen; egal was passiert, die Schauspieler müssen damit klarkommen und darauf reagieren. Jede Aufführung ist einzigartig, so dass es auch bei der 80. Vorstellung nicht langweilig wird.

Warum bezeichnen Sie in unserem Fragebogen Theater als Sport?

Otten: Eine Rolle zu spielen, ist immer ein sehr intensives Erlebnis. Man muss sehr wach sein, immer zu 100 Prozent konzentriert. Ein Schauspieler muss hinter der Bühne oft in schnellem Tempo das Kostüm wechseln. Man steht unter permanenter Spannung. Es macht sehr viel Spaß und erfüllt mich, ist aber geistig und auch körperlich durchaus sehr anstrengend – wie Sport.

Wie ging Ihre Laufbahn nach der Schauspielschule weiter?

Otten: Zwei Jahre war ich am Theater für Kinder in München angestellt. Ich gab 30 Vorstellungen im Monat, und die feste Anstellung hatte sicherlich ihre Vorzüge, aber danach wollte ich lieber freier arbeiten. Es folgten unter anderem Schauspiel-Engagements an Theatern in Weimar und Darmstadt. Erste Regie-Erfahrungen habe ich bei einem Jugendtheaterprojekt in Frankfurt sammeln können. Eher durch einen Zufall habe ich zudem begonnen, als Sprecherin zu arbeiten, etwa synchronisiert und Hörbücher aufgenommen. Dabei kamen mir meine Wurzeln in einer musikalischen Familie zugute, denn insbesondere beim Synchronsprechen ist Rhythmus sehr wichtig.

Was machen Sie momentan beruflich?

Otten: In Essen gehöre ich dem Kernensemble vom Theater Freudenhaus an und stehe dort regelmäßig auf der Bühne. Außerdem mache ich Kabarett in Neuss: Am Theater am Schlachthof bilden Jens Spörckmann, Dennis Prang und ich seit Dezember 2012 ein festes hauseigenes Kabarettensemble, das die Reihe „Rathauskantine“ präsentiert. Alle drei Monate gibt es eine neue Ausgabe und jeweils andere Gäste in der Rathauskantine, im Juni wird es der Kabarettist Jens Neutag sein.

Wie unterscheiden sich Schauspiel und Kabarett?

Otten: Auf der Theaterbühne sind die Texte durch das Stück beziehungsweise den Autor vorgegeben. In unserem Kabarettensemble schreiben wir selbst, denken also im Vorfeld darüber nach, wie wir die Leute zum Lachen bringen können. Das ist sinnvoll und toll, es macht wirklich viel Spaß. Den Laien der Spielfreu(n)de 2010 geht es übrigens ähnlich: Sie möchten spielen, in Rollen schlüpfen und auf der Bühne agieren.

Ihren Enthusiasmus gewinnen sie aber auch daraus, dass sie mit humorvoll unterhaltenden Stücken Menschen amüsieren. Ein lachendes und applaudierendes Publikum ist eine fantastische Belohnung für die Mühen, die eine Inszenierung mit sich bringt.

Wie groß ist der Zeitaufwand für eine Inszenierung der Spiel- freu(n)de 2010?

Otten: Je nach Rolle und eigener Geschwindigkeit beim Lernen benötigen die Darsteller unterschiedlich viel Zeit, um textsicher zu werden. Grundsätzlich proben wir von September bis Mai drei Stunden wöchentlich. Hinzu kommen drei „lange Samstage“, an denen wir sechs Stunden proben, und natürlich zusätzliche Termine in der Premierenwoche.

Jedes Mitglied des Ensembles möchte spielen. Was passiert, wenn die Charaktere eines Stückes nicht zu dem Profil der Laiengruppe passen oder es weniger Rollen gibt als Darsteller?

Otten: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel können Frauen auch Männerrollen spielen und umgekehrt. Da wir die jeweiligen Stücke mehrmals aufführen, können Rollen auch geteilt werden wie bei „Cash – Und ewig rauschen die Gelder“: Silke Joisten spielt die „Mrs. Cowper“ in Büsbach, Petra Latour im Burghof-Theater. Auch kleinere Eingriffe in ein Stück können helfen. So haben wir aus einem Pagen in „Othello darf nicht platzen“ kurzerhand zwei Pagen gemacht.

Sowohl im Theater als auch beim Kabarett arbeiten Sie mit Profis zusammen, als Regisseurin der Spielfreu(n)de 2010 aber mit Laien. Wie empfinden Sie den Unterschied?

Otten: Als sehr angenehm. Ich liebe meinen Beruf und das professionelle Arbeiten. Andererseits genieße ich die Zeit mit den Spielfreu(n)den, die begeistert ihrem Hobby nachgehen. Da gibt’s vor der Probe schon mal Schnittchen, wenn einer Geburtstag hat, singen wir für ihn. Die Stimmung in der Gruppe ist super, es geht locker zu, da im Vergleich zum professionellen Theaterbetrieb weniger Druck dahinter ist. Die Spielfreu(n)de sind sehr nette Menschen und Schauspiel-Amateure, die manchmal eine ganz andere Sichtweise haben als Profis – gerade das ist oft eine Bereicherung, da gute Ideen daraus entstehen.

Die Premiere des aktuellen Stückes fand in Büsbach statt. Wie kam es dazu, und wird es weitere Theateraufführungen in Büsbach geben?

Otten: Die Spielfreu(n)de haben im Saal von „Angie’s Bistro“ einen neuen Proberaum gefunden, worüber wir sehr glücklich sind. Wir proben auf einer richtigen Bühne mit Beleuchtung und Vorhang – für eine Laiengruppe echter Luxus. Außerdem können wir nach den Proben im Bistro noch zusammensitzen, was für die Gruppe gut ist. Auf dieser Bühne und in diesem Saal nicht nur zu proben, sondern auch aufzuführen, war der nächste logische Schritt. Mich freut es besonders, da die Bühne keine 20 Meter von meinem Elternhaus entfernt ist.

Was erwartet das Publikum von „Cash – Und ewig rauschen die Gelder“ im Burghof-Theater?

Otten: Kurzweilige Unterhaltung mit sehr viel Humor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert