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Camp Astrid: Weitere Verträge kurz vor dem Abschluss

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Zusehends füllen sich die Gewerbegrundstücke im Camp Astrid: Immer mehr Firmen gefällt die Adresse im Grünen. Über 110 Arbeitsplätze sind dort entstanden. Foto: J. Lange

Stolberg. Der Anschluss im vergangenen Mai vollzogene Anschluss von Camp Astrid ans schnelle Internet ist ein Grund für viele interessierte Unternehmen, das Gewerbegebiet als neue Adresse in die engere Wahl zu ziehen. „Das Interesse ist ungebrochen“, ist eine Aussage, die Michael Eßers gerne wiederholt.

Der Geschäftsführer der städtischen Camp Astrid GmbH verweist auf zehn Reservierungen mit einem Flächenvolumen von mehr als 2,7 Hektar. Unternehmen aus den Branchen Schulung, Mediengestaltung, Dienstleistung, Maschinenbau, Handwerk und Handel zeigen konkretes Interesse an Gewerbegrundstücken, die mitten im Grünen nahe am Hauptbahnhof liegen.

Das war nicht immer so. Die Konversion des belgischen Militärlagers in ein Gewerbegebiet hat eine lange, teilweise kämpferische Geschichte. Schwierigster Gegner für die Stadt Stolberg war nach dem Abzug der belgischen Truppen 1995 der Kölner Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes, der das Lager unbedingt rekultivieren bzw. der Natur überlassen wollte.

Erst 2004 konnte die Stadt mit dem Abriss der mittlerweile verfallenen belgischen Infrastruktur, die man anfangs noch teilweise umnutzen wollte, beginnen. Die offizielle Eröffnung wurde im September 2012 gefeiert, als erste Unternehmen schon „im Grünen landen“.

Aber die Nachfrage nach den 23 Hektar nutzbare Gewerbefläche in dem 40 Hektar großen Waldgebiet stagnierte. Der fehlende Anschluss an die greifbar nahe Autobahn 4 ärgerte ebenso wie die Weigerung der Stadt Eschweiler, die Verbindungsstraße „Glücksburg“ zur B 264 zu öffnen. Bis 2014 nutze eine Handvoll Firmen einen Hektar Gewerbefläche.

Seitdem hat sich das Blatt gewendet. Mit Michael Eßers von der städteregionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft wurde die Vermarktung neu strukturiert. Der fehlende Autobahnanschluss ist kein Thema mehr, stattdessen machte sich die Kupferstadt für einen leistungsfähigen Internetanschluss stark und plant derzeit einen Ausbau der Flächen rund um den Hauptbahnhof als Euregio-Railport – als ein Hinterland-Terminal der Nordseehäfen für eine wertschöpfende Logistikbranche.

Camp Astrid ist heute eine gefragte Adresse. Während der vergangenen Jahre wurde die verkaufte Fläche verzehnfacht, die Anzahl der Firmen vervierfacht. Heute nutzen 20 Unternehmen 11,3 Hektar. Die äußeren Grundstücke an Wallonischem und Flämischen Ring sind verkauft oder reserviert. Für Eßers greifbar sind die ersten Notarverträge für den Innenbereich.

Jüngster Siedler ist die Firma Fiberpipe, die glasfaserverstärkte Kunststoffe handelt und korrosionsfeste Rohre fertigt. In diesen Tagen bezog das Unternehmen sein neues Domizil. Bereits im vergangenen Jahr zog der Produktionsservice Ehlert am Flämischen Ring ein und plant bereits eine Kapazitätserweiterung für Ende diesen Jahres. Ebenso verhandelt Eßers mit einem bereits ansässigen Handwerksunternehmen über eine Erweiterung.

Bezogen haben auch Gerüstbau Lück und das Cateringunternehmen „Die Ente“ ihre Neubauten im Camp, wo das Garten- und Landschaftsbauunternehmen Laumen derzeit seine neue Niederlassung errichtet. Wurstfabrikation, Photovoltaik, Metallbau, Werkzeugmaschinen, Bausanierung, Zimmerei, Autoveredler, Lederrestaurator, Hochbau- und Tiefbau, Gebäudetechnik, Planungsleistungen: Ein breites Spektrum unterschiedlicher Branchen hat sich für Camp Astrid entschieden.

„Und wir gehen davon aus, dass wir innerhalb der nächsten Monate mit drei bis vier Interessenten Kaufverträge schließen können“, so Eßers weiter. Darunter sind Produzenten von Leiterplatten ebenso zu finden wie ein Schulungsunternehmen und eine Medienagentur. Weitere Interessenten stammen aus den Branchen Dienstleistung, Maschinenbau, Handwerk und Handel.

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