Stolberg - CAE baut weitere 51 Arbeitsplätze ab

CAE baut weitere 51 Arbeitsplätze ab

Von: Jürgen Lange
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Die Sonne ist der Stolberger C
Weitere 51 Arbeitsplätze am Stolberger CAE-Standort sollen abgebaut werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Den 13. Februar wird er am Mittwoch bei seinem Besuch in der Kupferstadt schon im Blick gehabt haben. An Aschermittwoch wird Marc Parent, Präsident des Elektronik-Konzerns CAE, in Montreal die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal auf den Tisch legen. Sein Bericht über das zweite Quartal im November war in Stolberg wie ein Blitz eingeschlagen.

Parent kündigte an, dass weitere 100 der insgesamt rund 600 Stellen an europäischen Standorten zur Disposition stehen – in erster Linie in Stolberg, wo bereits mit einem Abbau von 145 Mitarbeitern jeder dritte CAE-Beschäftigte seinen Job verloren hatte. Weitere 15 Mitarbeiter – darunter auch der langjährige Geschäftsführer Ulrich Aderhold – mussten im Anschluss kurzfristig ihren Hut nehmen.

Jetzt werden es weitere 51 Mitarbeiter sein, die die CAE Elektronik GmbH verlassen müssen, bestätigte der Betriebsratsvorsitzende Erich Meyer am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung die Pläne der Geschäftsführung, die mit Ian Bell an der Spitze seit Juni ihren Sitz im englischen Burghess Hill hat. Mit der neuerlichen Entlassungswelle reduziert sich die Belegschaft am Standort Stolberg von rund 290 weiter auf knapp 240 Beschäftigte.

Entsprechend der Arbeit an Entwicklungsprojekten soll der Personalabbau „so schnell wie möglich“, spätestens jedoch bis Ende Dezember erfolgen. Der Stellenabbau betrifft alle Bereiche, soll aber in erster Linie Ingenieure und Techniker sowie entsprechende zuarbeitende Stellen und administrative Bereiche treffen.

Wenig Chancen rechnen sich Gewerkschaft und Betriebsrat angesichts der Erfahrungen aus den vergangenen Monaten aus, den geplanten Abbau der Stellen wesentlich minimieren zu können. Allerdings sind bei der Stolberger CAE 13 vakante Stellen im Außendienst gelistet, die auf Wunsch vorrangig durch die betroffenen Mitarbeiter besetzt werden können.

Transfergesellschaft angestrebt

„Wir werden jetzt wieder mit der Geschäftsführung über einen Sozialplan und die Gründung einer Transfergesellschaft verhandeln“, hofft Meyer für die scheidenden Kolleginnen und Kollegen möglichst gute Konditionen aushandeln zu können. Bereits bei der ersten Entlassungswelle habe die Transfergesellschaft gute Dienste geleistet. Sie hat insgesamt 69 Mitarbeiter aufgenommen, nachdem bereits über 70 Kräfte das Stolberger Unternehmen selbstständig verlassen hatten.

In vier Abschnitten wurden die Mitarbeiter aufgenommen. Die verbliebenen zehn Arbeitnehmer der ersten Entlassungswelle traten zum 1. April ihre Phase in der Transfergesellschaft an. Sie bietet eine doppelte Beschäftigungsdauer als die Kündigungsfrist, aber maximal ein Jahr, sowie 80 Prozent des Jahresdurchschnittsverdienst netto als Entgelt.

Hintergrund des Personalabbaus sind wegbrechende Aufträge aufgrund der Restrukturierung des Militärs im westlichen Europa, vor allem in Deutschland und im Vereinigten Königreich. Dadurch entfallen vor allem Entwicklungsaufträge. Deshalb möchte sich der Konzern auf hiesigen Markt strategisch anders ausrichten und sich verstärkt als Serviceanbieter bei der Simulationsschulung für Soldaten etablieren. Dieser Zweig machte bislang nur die Hälfte des Geschäfts aus.

Während der Konzern weltweit gute Geschäfte macht und seinen Umsatz in den ersten beiden Quartalen des CAE-Finanzjahres (1. April 2012 bis 31. März 2013) um 104,6 Millionen auf 781,2 Millionen Euro steigerte, brach gleichzeitig die Umsatzentwicklung auf dem deutschen Markt fast um die Hälfte auf 30 Millionen Euro ein.

„Die Landschaft in Europa verändert sich“, hatte Parent gesagt, der die größeren Chancen für sein Unternehmen auf diesem Markt im Service für den Trainingsbetrieb sieht. „Wir müssen unsere Kapazitäten in der europäischen Region auf diese Realitäten ausrichten“. Entsprechend betroffen ist von dieser Neuausrichtung der Firmensitz in Stolberg, dessen Schwerpunkt bislang auf die Entwicklung ausgerichtet war.

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