Burghoftheater: Im Gasthaus geht es mächtig rund

Von: Toni Dörflinger
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Das Mannsvolk buhlt um die Gunst der Wirtin und um die Fortführung ihrer Gaststätte - sehr zum Vergnügen des Publikums, das im Burghoftheater eine unterhaltsame Vorstellung geboten bekam. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Routine beherrscht das Spiel der zwölf Darsteller, die nach der Sommerpause bereits zum elften Mal das Stück „Die Wirtin” im Burghoftheater an der Aachener Straße aufführen. Routine, die aber nicht dazu führt, dass das im 18. Jahrhundert angesiedelte Stück oberflächlich behandelt wird und es an Sorgfalt fehlt.

Ganz im Gegenteil: Die Bühnenerfahrung und das seit April dieses Jahres gesammelte Geschick im Umgang mit der Rolle machen sich überaus positiv bemerkbar und geben der Aufführung eine gewisse Leichtigkeit, die der 1973 von Peter Turrini geschriebenen Story gut zu Gesicht steht.

Denn die engagierte Darstellungskunst der vorwiegend aus Laiendarstellern bestehenden Truppe sorgt dafür, dass auch die zweite Staffel der Theateraufführung von „Die Wirtin”, die aufgrund der großen Nachfrage mit sechs zusätzlichen Terminen ins Programm genommen wurde, nicht von Abnutzungserscheinungen geprägt wird.

Als Bestätigung dafür, dass auch diesmal die Aufführungen von Erfolg gekrönt sein werden, kann die Präsentation von Freitagabend gelten, in deren Verlauf die Darsteller über sich hinauswuchsen und für reichlich Applaus der rund 50 Zuschauer sorgten. Besonders Fiedel Recker als Fabrizio und Aggi Dondorf als Wirtin Mirandolina verstanden es, ihre Rollen mit einer gehörigen Portion Witz, Selbstsicherheit und Glanz auszustatten.

Dem nichts nachstehend zeigten sich Reiner Leonhardt als Graf von Forlinpopoli und Wolfgang Furch als Marchese von Albafiorita, die sich einen Wettbewerb um die Gunst der Wirtin lieferten und - mit prächtigen, fantasievollen Kostümen ausgestattet - zu überzeugen wussten. Aber auch Manfred Haas in seiner Rolle als Weiberhasser und gefühlskalter Cavaliere von Rippafratta hatte die Lacher auf seiner Seite.

Im Florenz des 18. Jahrhunderts

Im Mittelpunkt der Handlung steht das von der Wirtin Mirandolina geführte Gasthaus, das im Florenz des 18. Jahrhunderts zu einem beliebten Treffpunkt liebestoller Mannsbilder geworden ist. Zwei Adelige (Reiner Leonhardt und Wolfgang Furch) stellen der Wirtin nach, weil sie die Übernahme des Gasthauses anstreben und ihren persönlichen Besitz vermehren wollen.

Aber sie haben nicht mit dem Gegenspieler, dem kleinen, aus Neapel stammenden Gauner Fabrizio (Friedel Recker) gerechnet, den die Wirtin als Kellner eingestellt hat und der ebenfalls um die Gunst der erfolgreichen Gastronomin buhlt.

Um sich seine Konkurrenten vom Halse zu halten, fädelt der Kellner eine Intrige ein, indem er sich der Hilfe der beiden Provinzschauspielerinnen Dejaniera (Petra Leonhardt) und Ortensia (Sabine Möller) bedient, die die verliebten Adeligen von der Wirtin abhalten sollen. Des weiteren verkehrt in dem Gasthause ein Cavaliere von Rippafratta (Manfred Haas), den das Spiel der liebestollen Mannsbilder zu gehässigen Kommentaren und abwehrenden Reaktionen hinreißt.

Doch dieses fordert die Wirtin heraus, die ihre Verführungskünste einsetzt, um den Weiberhasser auf ihre Seite zu ziehen. Das Stück endet damit, das der Kellner das Herz der Wirtin erobert, aber der Cavaliere neuer Eigentümer des Gasthauses wird.
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