Burgfräulein wird nun zur eigenen Magd

Von: Jürgen Lange
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Burgfräulein Monika Lück übernimmt weitere Aufgaben, und angepasst werden die Öffnungszeiten der Burg: von April bis September von 12 bis 18 Uhr sowie im Winterhalbjahr von 15 bis 18 Uhr. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die Stolberger Burg soll als touristisches Wahrzeichen der Kupferstadt effizienter vermarktet werden. Eine Aufgabe, um die sich einmal mehr Monika Lück kümmern möchte. Diesmal geht es aber weniger um öffentlichkeitswirksame Aktivitäten als darum, die Abläufe im Hintergrund reibungsloser und einheitlicher zu gestalten: Zum Jahreswechsel übernimmt das Burgfräulein – um im Bild zu bleiben – zugleich die Aufgaben einer Magd.

Voraussetzung ist natürlich, dass – ganz anders als zur Feudalzeit – ein demokratischer Beschluss des Stadtrates am kommenden Dienstag die entsprechenden Vorschläge des Bürgermeisters legitimiert. Davon ist auszugehen, da die Parlamentarier bereits im vergangenen Monat grundsätzlich einer Umstrukturierung des Burgbetriebs zugestimmt haben.

Es ist ähnlich wie bei der Zusammenarbeit mit Kulturmanager Max Krieger eine Zusammenarbeit von privater mit öffentlicher Hand, die Ferdi Gatzweiler und Monika Lück eingestielt haben. „Das Zusammenspiel der vielen Beteiligten brachte immer wieder Abstimmungsprobleme mit sich“, bekennt der Bürgermeister. Als Folge waren nicht immer alle Räume zugänglich, Absprachen wurden nicht eingehalten und eine touristische Ansprache der Besucher blieb aus. Durchaus nachvollziehbare Pannen, wenn man bedenkt, wie viele Akteure hinter den hohen Kalksteinmauern die Fäden zogen oder besser auch die Besen schwangen. Da kümmert sich einerseits das Burgfräulein Monika Lück um die Gastronomie und die Gefolgschaft der Touristikerin Barbara Breuer um die Vermietung. Aber die Stadt war weiterhin präsent mit einer Burgwartin, die Hausmeisterdienste sowie kleinere Reparaturen, Reinigungs- und Sicherungsdienste durchführte. Darüber hinaus ist für die Öffnungszeiten an den Wochenenden eine Sicherheitsfirma engagiert, deren Mitarbeiter nebenbei auch schon einmal die Stühle im Rittersaal rücken oder den Aufzug kontrollieren, sowie eine Reinigungsfirma, die auch im Krankheits- und Urlaubsfall der Burgwartin einsprangen.

Seit Juli hat die engagierte Burgwartin eine andere Stelle in der Stadtverwaltung übernommen, und ihre Aufgabe ist seitdem vakant. Dieser Umstand sowie die bisherigen Erfahrungen mit einem teilweise mangelnden Zusammenspiel der Abläufe auf der Burg „gebar die Überlegung, den Betrieb der Burg in eine Hand zu legen“. Gemeinsam mit der Pächterin wurde überlegt, welche zukünftige Ausrichtung der Burgbetrieb haben sollte und wie die Burg vermehrt touristisch in Wert gesetzt und vermarktet werden kann.

Dabei heraus gekommen ist erst einmal eine organisatorische Neuregelung: ein Pflichtenbuch mit Aufgaben des Öffnungs- und Schließdienstes, der Reinigungsleistungen sowie des Wachdienstes. Diese Aufgaben soll der Stadtrat nun in die Hände der Burggastronomie legen. Geschäftspartner ist dabei die City-Hotel GbR von Monika und Annegret Lück. Das Burgfräulein wird somit zur eigenen Magd, und kümmert sich neben der gastronomischen Betreuung auch um Reinhaltung der Anlagen bis hin zu ihrer Bewachung. Für diese zusätzlichen Aufgaben werden die Burgdamen natürlich auch entlohnt, aber „die Kosten werden vollständig gegenfinanziert durch entsprechende Einsparungen im Bereich der Burg“, betont der Bürgermeister. So entfällt die städtische Stelle der Burgwartin, Sicherheits- und Reinigungsfirma müssen nicht mehr bezahlt werden, und das Betriebsamt muss sich nicht mehr so intensiv um das Wahrzeichen der Stadt kümmern.

Inbegriffen in der neuen Leistung ist dann auch ein „service- und kundenorientiertes Auftreten den Besuchern gegenüber“. Wie das funktionieren kann, hat Monika Lück bereits durch eigenes Engagement unter Beweis gestellt. Seit sie die Gastronomie leitet, hat sie die Burgräume nicht nur optisch herausgeputzt, sondern auch eine Folter- und Waffenkammer eingerichtet und das Bürgermeisterzimmer reaktiviert.

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