Bürgerforum: Neues Selbstwusstsein für das Dorf Zweifall

Von: Toni Dörflinger
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Das Bürgerforum der Initiativgruppe „Zweifaller Dorfgeschichte“ stieß auf reges Interesse. Zahlreiche Bewohner sind bereit, sich für ihren Heimatort engagieren. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. „Dann ziehen wir uns Gummistiefel an und machen den Vichtbach sauber“: Diese Äußerung einer Besucherin des jetzt von der neuen Initiativgruppe „Zweifaller Dorfgeschichte“ veranstalteten Bürgerforums stand beispielhaft für die Aufbruchstimmung, die sich im Verlaufe der Veranstaltung entwickelte.

 Denn die neue, 13-köpfige Initiative – Sprecher sind Rita Stoff, Dr. Michael Koch, Hermann Josef Schneider und Albert Willems – beleuchtete im Gasthof „Zur Post“ nicht nur geschichtliche Themen, sondern beschäftigte sich unter dem Motto „Was soll aus Zweifall werden?“ auch mit der Dorfentwicklung.

„Zweifall muss ein neues Selbstbewusstsein entwickeln. In den vergangenen 30 Jahren ist bei uns nicht viel passiert. Wir können nicht ewig auf Stolberg hoffen, wir müssen uns selbst aus dem Sumpf ziehen“, sagte Michael Koch, der sich damit zum Sprecher der Anwesenden machte. Rund 70 Interessierte zählten die Einladenden, und diese brachten Probleme und Sorgen zur Sprache wie die mangelhafte Sauberkeit der Vicht, die geplante Installation von Windkraftanlagen auf den Zweifaller Höhen und die im Argen liegende Dorfentwicklung.

Dass auch der Bau eines Bürgerhauses zur Dorfentwicklung gehöre, machte Friedel Roehl deutlich, der damit das Fehlen von Räumlichkeiten ansprach, die als Dorfmittelpunkt für Veranstaltungen genutzt werden könnten. Denn bis zum heutigen Tage besitzt Zweifall kein eigenes Bürgerhaus.

Abgesehen von diesen durchaus aktuellen Themen stand aber die Dorfgeschichte im Mittelpunkt der rund 90-minütigen Veranstaltung. Eingeläutet wurde dieser Themenbereich von Gabriele Harzheim, der stellvertretenden Vorsitzenden des Geschichtsvereines „Monschauer Land“. Sie stellte die Aufgaben und Ziele dar, die den in Monschau ansässigen Verein kennzeichnen, dem sich im Dezember vergangenen Jahres auch die neue Initiativgruppe angeschlossen hat.

Danach war es Aufgabe des vierköpfigen Sprecherteams, die Themen dazustellen, die sich die Gruppe für die nächsten Wochen und Monate vorgenommen hat. Dazu gehören unter anderem die Vichtbach-Darstellung auf der Adventausstellung des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereines in der Burg sowie die Weiterentwicklung und Archivierung bestehender und geplanter lokalgeschichtlicher Veröffentlichungen, Sammlungen und Chroniken.

Höherer Stellenwert für Alltag

Um diesen umfangreichen und weit gesteckten Themen und Zielen gerecht zu werden – im Mittelpunkt sollen die Flurnamen, die Wegkreuze, die Befragung von Zeitzeugen und das Sammeln von Dorfgeschichten stehen –, hat sich eine zehnköpfige Gruppe (siehe Box) gebildet, die die Verantwortung für die Bündelung und Zusammenführung dieser Themen übernommen hat. Die Zielvorgabe machte Michael Koch deutlich, der den Erlebnissen und dem Alltag der Dorfbevölkerung einen höheren Stellenwert als bisher verschaffen will.

Zu Ende ging die von Polemik und Schuldzuweisungen freie Veranstaltung mit der Absichtserklärung, dass man ein ähnliches Bürgerforum nun jährlich oder sogar halbjährlich veranstalten und Arbeitsergebnisse regelmäßig veröffentlichen will.

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