Breiter Protest gegen NPD-Kundgebung

Von: gro
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Nazis/Stolberg
Mit einem Protestzug durch die Innenstadt haben am frühen Samstagnachmittag zahlreiche Stolberger ihren Unmut über eine Kundgebung der NPD zum Ausdruck gebracht. Foto: m.Grobusch

Stolberg. Mit einem Protestzug durch die Innenstadt haben am Samstagnachmittag zahlreiche Stolberger ihren Unmut über eine Kundgebung der NPD zum Ausdruck gebracht. Die Demonstration, an der sich nach Angaben der Stadt Stolberg als Veranstalterin knapp 1500 Menschen beteiligten, setzte sich im oberen Steinweg in Bewegung und mündete in einer großen Kundgebung auf dem Kaiserplatz.

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft forderten die Teilnehmer auf, auch in Zukunft in ihrem Widerstand gegen Neonazis in Stolberg nicht nachzulassen. „Ich bin oft gefragt worden, ob wir diesen Aufwand betreiben müssen. Und ich sage immer wieder, dass wir dies tatsächlich tun müssen, um die braune Horde aus unserer Stadt zu vertreiben”, erklärte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. „Wenn wir heute nicht hier wären, würden nicht 50 Neonazis, sondern 150 durch die Straßen ziehen. Und das nicht nur vom Mühlener Markt bis zur Schneidmühle, sondern durch die gesamte Innenstadt”, so Gatzweiler.

Ursprünglich hatte die NPD, die trotz des Auftrittes ihres Bundesvorsitzenden Udo Voigt lediglich knapp 50 Anhänger mobilisieren konnte, die gesamte innerstädtische Talachse vom Willy-Brandt-Platz bis zum Stadtteil Mühle als Zugweg angemeldet; aufgrund der Gegendemonstration, zu dem die Stadt Stolberg, das Bündnis gegen Radikalismus sowie CDU und SPD aufgerufen hatten, wurde dieser Zugweg von der Polizei durch Auflagen aber deutlich eingeschränkt.

Nachdem die Rechtsradikalen die Innenstadt in Richtung Hauptbahnhof verlassen hatten, zogen die Gegendemonstranten vom Kaiserplatz bis zur Mühle weiter. Mit diesem „Marsch der Freundschaft” sollte die enge Verbundenheit aller demokratischen Parteien und Gruppierungen mit den Menschen des Stadtteils zum Ausdruck gebracht werden. Auf dem Mühlener Markt wurden die Menschen mit Applaus empfangen und vom Vorstand der Vereinigung der türkischen mittelständischen Betriebe (Side) herzlich empfangen. Bei Tee und Wasser klang dort die Protestveranstaltung aus.

Polizeipräsident Klaus Oelze, der eigens seinen Urlaub zu diesem Anlass vorzeitig beendet hatte, überzeugte sich vor Ort vom Geschehen auf beiden Seiten. Nach offiziell nicht bestätigten Angaben waren rund 500 Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen in der Kupferstadt im Einsatz. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Entsprechend positiv fiel Oelzes Fazit aus: „Ich gratuliere der Stadt Stolberg, dass es ihr gelungen ist, so viele Menschen auf die Straße zu bringen, um ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.” Und mit Blick auf den Einsatz der Sicherheitskräfte stellte er fest: „Unser Konzept ist aufgegangen. Wir haben aufgrund der Rechtslage allen Anmeldern ihre Veranstaltung ermöglicht.”
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