Stolberg - Breinig verzichtet auf Stellplätze

Breinig verzichtet auf Stellplätze

Von: -jül-
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Verkehrssicherung entlang der L12 zwischen Breinig und Breinigerberg ist mit der Erstellung von Gehwegen und Parkstreifen verbunden. Allerdings zeigten die Anlieger wenig Interesse, für den Ersterschließung zu 90 Prozent an den Kosten beteiligt zu werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Parkstreifen und Rad-Gehwege beidseitig, Querungshilfen in der Fahrbahn, verkehrsberuhigende Einbauten, Bäume für einen Alleen-Charakter - schon könnte der Verkehr auf der Landesstraße 12 zwischen Breinig und Breinigerberg langsamer und sicherer fließen - ein Wunsch, der immer wieder an die Verwaltung herangetragen wird.

Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die Anlieger dafür zumindest teilweise zur Kasse gebeten würden. Denn die Ersterschließung der Nebenanlagen von „Breinigerberg” und Essiger Straße zwischen den beiden Ortslagen ist noch nicht erfolgt, obwohl sie seit Jahren kontinuierlich auf der Prioritätenliste des Tiefbauamtes aufgelistet ist.

„Starenkasten” versetzen

Langsam rückt der Ausbau aber Sichtweite. „Es gibt zwar keine Frist, wann eine Ersterschließung erfolgen muss”, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt auf der Bürgerversammlung rund um Verkehrsfragen in den beiden Stadtteilen, aber „es verdichten sich die Hinweise, dass wir das jetzt in Angriff nehmen müssen.”

Überschlägig mit rund 360.000 Euro für die Parkstreifen und 27.000 Euro für die Gehwege an beiden Fahrbahnseiten kalkuliert die Verwaltung die Kosten. Laut Baugesetzbuch haben die Anlieger 90 Prozent davon zu tragen. Angesichts dieser Perspektive fasste sich bei der gut besuchten Veranstaltung in der Zweifachsporthalle ein Anwohner ein Herz und erklärte unter dem Applaus von Nachbarn, dass der vorhandene Ausbauzustand doch als durchaus ausreichend angesehen werde.

Durchaus begrüßt wurde eine geplante Querungshilfe mit Mittelinsel in Höhe der Einmündung von „An der Hoheburg”. Allerdings besteht wenig Aussicht auf kurzfristige Realisierung, erklärt Pickhardt. Die Zahl der querenden Fußgänger sei so gering, dass der zuständige Landesbetrieb sie als nicht dringend ablehne und der Stadt fehle auf lange Sicht das Geld, einen Eigenanteil von rund 13.000 Euro aufzubringen. Geprüft werden soll jedoch der Vorschlag, den „Starenkasten” in Richtung Ortsausgang zu versetzen, denn insbesondere nachts werde dort gerast. Chancen, zwischen Ortsausgang und Waldschänke die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 auf 50 km/h zu reduzieren, sieht die Verwaltung angesichts der Vorschriften für Landesstraßen nicht.

„Das Geld des Landesbetriebes fließt konzentriert in den Umbau von Unfallhäufungspunkten”, erklärt Pickhardt bei seiner „Reise” entlang der L12 zu neuralgischen Punkten, zu denen die Parteien im Laufe der Jahre Anträge gestellt haben. Ein solcher Gefahrenpunkt sei auch nicht am Breiniger Ortseingang auszumachen - trotz aller subjektiven Wahrnehmungen von Anliegern.

Diverse Verkehrsmessungen aus vergangenen Jahren bestätigten den Trend, dass die überwiegende Masse der Autofahrer sich an die Vorschriften halte. Weder Städteregion (K14) noch Landesbetrieb (L12) sähen einen Handlungsbedarf. Für den Bau eines Kreisverkehres fehle - auch einmal abgesehen von der Realisierungsphase - der Platz. Aber in wie weit ein „Starenkasten” aufgestellt werden könne, wolle die Verwaltung prüfen, ebenso aktuelle Geschwindigkeitsmessungen veranlassen. „Die Situation ist nicht schön, aber vergleichbar mit vielen anderen Kreuzungen und gilt als hinnehmbar”, so der Fachbereichsleiter.

Hoffnungen auf Flüsterasphalt könnten sich die Anwohner möglicherweise ab 2013 machen, wenn der Lärmaktionsplan des Landes in Stufe zwei auch weniger befahrene Landesstraßen berücksichtigen soll; die L12 mit weniger als 7000 Fahrzeugen im Tagesschnitt zähle bislang nicht zu den berücksichtigten Strecken. Vergleichbares zum Handlungsbedarf gelte für den weiteren Verlauf von „Auf der Heide”. Eine Ausweitung der Tempo-30-Strecke über den heutigen Bestand hinaus, werde vom Landesbetrieb abgelehnt. Nicht erforderlich sei ein zweiter Schulweghelfer am Zebrastreifen der Wilhelm-Pitz-Straße, weil er kaum frequentiert und der Schulweg über die Neustraße verlaufen würde; dort sollen Piktogramme auf der Fahrbahn aufgefrischt werden.

„Im Steg” wird überprüft

Allerdings sprachen sich die Breiniger inklusive betroffener Geschäftsleute für die Vorschläge der Verwaltung zur Entschärfung der Verkehrssituation im Bereich der engen Wilhelm-Pitz-Straße aus. Die Anzahl der Parkplätze soll auf etwa fünf halbiert werden, deren Nutzung mittels Parkscheibe auf eine Stunde begrenzt werden soll. Dies schaffe Platz für den Begegnungsverkehr. Vereinzelte Poller sollen verhindern, dass auf der gegenüberliegenden Seite der abgesenkte Gehweg überfahren wird.

Geprüft werden soll die Parkplatz-Situation vor einem Drogerie-Discounter. Und auch im Einmündunsgbereich von „Im Steg” will die Verwaltung das Parkverhalten vor einer Bäckerei-Filiale näher unter die Lupe nehmen.
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