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Böse Überraschung für die Sekundarschule Kogelshäuserstraße

Von: Michael Grobusch
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Zukunft vorerst ungewiss: Eige
Zukunft vorerst ungewiss: Eigentlich sollte die frisch sanierte und erweiterte Hauptschule Kogelshäuserstraße durch Stolbergs erste Sekundarschule abgelöst werden. Das aber ist jetzt fraglich. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die böse Überraschung hatte sich wohl schon angekündigt: Als am Freitag vergangener Woche die offizielle Anmeldephase endete, lagen gerade einmal 51 verbindliche Einschreibungen für die geplante neue Sekundarschule an der Kogelshäuserstraße vor.

Die siebentägige Fristverlängerung durch die Bezirksregierung kam da wie gerufen, doch auch bis Freitag hatte sich die Lage noch nicht entscheidend entspannt. Immer noch fehlen zehn Kinder, um die von der Kölner Genehmigungsbehörde geforderte Mindestzahl von 75 zu erreichen. Einen weiteren Aufschub wird es dem Vernehmen nach ebenso wenig geben wie eine reduzierte Soll-Größe. Und dennoch zeigte sich Ferdi Gatzweiler im Gespräch mit unserer Zeitung am Abend zuversichtlich, dass die Sekundarschule zum Schuljahr 2012/13 öffnen und die dortige Hauptschule fortan auslaufen wird.

„Die Bezirksregierung hat uns am 2. Februar 2012 die Genehmigung erteilt. Und solange es keinen Widerruf gibt, gehe ich fest davon aus, dass wir ab dem Sommer eine Sekundarschule haben werden”, erklärte der Bürgermeister. Auf verwaltungstechnische und juristische Argumente will er sich allerdings nicht beschränken. Vielmehr sieht Gatzweiler das Schüler-Maximum trotz der am Freitag abgelaufenen Anmeldefrist noch nicht erreicht.

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es immer eine Reihe von Kindern gibt, die erst verspätet eingeschrieben werden.” Stets deutlich mehr als zehn seien das in der Vergangenheit gewesen. Diese gelte es nun zu ermitteln, zu kontaktieren und für die neue Sekundarschule zu gewinnen. „Außerdem rechnen wir noch mit Rückläufern, die an Schulen außerhalb des Stadtgebietes nicht angenommen worden sind”, betonte der Bürgermeister.

Im Rathaus herrschte am Freitag große Betriebsamkeit. Es wurde viel telefoniert, um die Namen von Stolberger Viertklässlern zu ermitteln, die noch keiner weiterführenden Schule zugeordnet werden konnten. Vorläufig waren die Bemühungen allerdings noch von wenig Erfolg gekrönt. Der Bürgermeister blieb dennoch gelassen: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die 75er Marke innerhalb kurzer Zeit erreichen werden.”

Wie viel Zeit konkret bleiben wird, ist unterdessen offen. Eine Sprecherin der Bezirksregierung erklärte auf Anfrage, dass es vorerst keine Stellungnahme zu diesem „laufenden Verfahren” geben werde. „Die Mindestgröße von 75 hat weiter Bestand. Aber wie wir im Fall von Stolberg verfahren werden, entscheidet sich erst, wenn wir die genauen Zahlen vorliegen haben.”

Die Uhr läuft in dieser schwierigen Phase demnach theoretisch für die Kupferstadt und die mögliche Realisierung der vom Rat einstimmig beschlossenen Sekundarschule, solange die offizielle Post noch nicht in Richtung Köln unterwegs ist. Ferdi Gatzweiler setzt aber nach eigenem Bekunden nicht auf eine Verzögerungstaktik und will deshalb die Eltern der 65 angemeldeten Kinder zügig anschreiben. „Wir werden klarstellen, dass wir momentan eine Genehmigung für die Sekundarschule haben, aber auch darauf hinweisen, dass es noch gewisse Einschränkungen gibt.” Wer vor diesem Hintergrund Bedenken habe, könne seine Entscheidung natürlich noch einmal überdenken. „Ich erwarte aber nicht, dass es jetzt zu vielen Rückzügen kommen wird.”

Ganz anders würde sich der Sachverhalt darstellen, wenn die Bezirksregierung an ihren Auflagen festhält und die Genehmigung tatsächlich widerruft. Dann bliebe die Hauptschule Kogelshäuserstraße entgegen der allgemeinen Erwartungen zumindest vorerst weiter bestehen und würde auch neue Fünftklässler zum kommenden Schuljahr aufnehmen (müssen). „Ich erwarte diesen Fall nicht. Aber wenn er dann doch eintreten würde, werden wir die Sekundarschule ein Jahr später eröffnen”, betonte der Bürgermeister, an den grundsätzlichen Planungen festhalten zu wollen.

Für die Verwaltung wie auch für die betroffenen Familien entstünde jedoch eine ausgesprochen unangenehme und wohl auch unerwartete Situation. Eltern und Kinder müssten entscheiden, ob sie die dann doch noch existierende Hauptschule im Schuljahr 2012/13 als Ersatz für die Sekundarschule akzeptieren würden. Und das Schulverwaltungsamt müsste all diejenigen bei der Suche nach einem alternativen Platz begleiten, die eben diesen Ersatz nicht wünschen. Angesichts der ausgeschöpften Kapazitäten bei den beiden Gymnasien und der Gesamtschule bliebe im Stadtgebiet als Option allerdings nur noch die Realschule Mausbach.
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