Stolberg - Blutspenden: Herr Spiertz strebt die 200 an

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Blutspenden: Herr Spiertz strebt die 200 an

Von: Ottmar Hansen
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Hans Dieter Spiertz hat schon 188 Mal sein Blut gespendet. Bald hat er das Jubiläum von 200 Spenden erreicht. Und er appelliert an seine Stolberger Mitbürger, zur Bluspende zu gehen. Foto: O. Hansen

Stolberg. Wie vielen Menschen Hans-Dieter Spiertz das Leben gerettet hat, weiß der 68-Jährige nicht so genau. Aber es könnten etliche sein. Nicht nur, weil der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes lange Jahre als Rettungssanitäter im Einsatz war. Etliche Kranke und Verletzte haben sein Blut übertragen bekommen. 188 Mal hat Spiertz bereits Blut gespendet. Die 200er-Marke hat er fest im Blick.

Damit könnte Hans-Dieter Spiertz in der Region durchaus eine Rekordmarke aufstellen. „Ich wüsste nicht, dass in Stolberg jemand so oft Blut gespendet hat, so der engagierte DRK-Helfer. Als er 1964 zum ersten Mal sein Blut der Blutgruppe A+ her gegeben hat, war er gerade 18 Jahre alt, daran erinnert sich Hans-Dieter Spiertz noch genau. „Damals durfte man nur zwei Mal im Jahr spenden.“

Heute kann, wer will, alle 56 Tage zur Blutspende gehen – Männer maximal sechs Mal im Jahr, Frauen vier Mal. Gab es früher schon nach drei Spenden eine Ehrennadel des DRK als Anerkennung, so müssen heute schon mindestens 25 Spenden für eine erste Ehrung samt Nadel vorgewiesen werden.

Keine Beschränkung mehr

Auch die Altersbeschränkung von 68 Jahren wurde inzwischen aufgehoben. Wenn der Arzt keine Bedenken äußert, kann man auch im höheren Rentenalter noch zur Blutspende gehen.

Geändert hat sich bis heute nicht, dass die Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz als gute Tat für seine Mitmenschen angesehen wird und deshalb auch nicht bezahlt wird. Als kleines Dankeschön gibt es schon einmal eine Musik-CD oder eine Ablageschale fürs Handy. Fest dazu gehört der Imbiss nach der Spende. An den Blutspendestellen in Münsterbusch, Breinig oder Mausbach gibt es belegte Brötchen, manchmal auch eine Suppe oder sogar ein Drei-Gänge-Menü.

„Besonders beliebt sind aber unsere Mett-Brötchen“, weiß Hans-Dieter Spiertz aus Erfahrung. Vor dem Blutspendetermin sollte der Spender auch schon etwas gegessen und vor allem ausreichend getrunken haben. Allerdings keinen Alkohol. Auf Zigaretten sollte man bis zu vier Stunden vorher verzichten. Natürlich sollten Spender keine ansteckenden Krankheiten haben.

Spiertz, Vater zweier Söhne (einer ist ebenfalls beim DRK Stolberg engagiert), ist regelmäßig bei den Blutspenderminen in den Stadtteilen von Stolberg dabei. Die Rotkreuz-Zentrale in Breitscheid schickt dazu jedesmal zwei Ärzte und weiteres Fachpersonal zur Untersuchung der Spender raus, den Rest der Organisation des Spendetermins müssen die ehrenamtlichen Helfer vor Ort leisten.

Abgenommen werden dem Spender oder der Spenderin etwa 550 Milliliter Blut, inklusive Probematerial. Das Vollblut wird vom DRK weiter verarbeitet zu Roten Blutkörperchen (haben eine mittlere Lebensdauer von 120 Tagen), Blutplättchen (lebenswichtig für die Blutstillung bzw. Gerinnung, sie halten sieben bis zwölf Tage) oder Blutplasma (ist die Blutflüssigkeit, die für die Infektionsabwehr verantwortlich ist und Nährstoffe enthält). nach einer guten halben Stunde ist die Prozedur vorbei.

Das Rote Kreuz klagt vor allem zu Ferienzeiten regelmäßig über Engpässe, was die Versorgung mit Blutkonserven angeht. In Stolberg gehen jährlich rund 1000 Freiwillige zur Spende. Das kann sich durchaus sehen lassen. Spiertz: „Wir sind immer mehr bemüht, Erstspender zu gewinnen, die meisten bleiben dann auch über längere Zeit bei der Stange.“

So wie Spiertz selbst. Wie reagiert der Körper auf 188 Blutspenden? Der 65-Jährige nimmt meist denselben Arm, wenn die Spendernadel in die Vene gestochen werden soll. „Ich muss den Verband anschließend etwas länger auf der Einstichstelle lassen als früher, aber sonst gibt es keine Nachteile, versichert der Rekord-Blutspender. Sichtbar ist eine winzige Narbe in der Armbeuge.

„Ich habe auch, vielleicht auch wegen der vielen Spenden, bis heute nie Probleme mit dem Blutdruck. Nach der Blutspende habe ich mich schon als junger Mensch immer viel besser gefühlt“, sagt Spiertz. Besonders angenehm findet der DRK-Mitarbeiter, wie die Blutspenden in Stolberg ablaufen: „Das ist immer fast ein familiärer Rahmen.“

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