Stolberg - Blockierer wollen auf dem Kaiserplatz üben

Blockierer wollen auf dem Kaiserplatz üben

Von: gro
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Kein Durchkommen für Neonazis: Während das „Bündnis gegen Radikalismus” verschiedene Aktionen in der Innenstadt plant, will das neu gegründete „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg” den erwarteten Marschweg der Rechten in den Außenbezirken durch Sitzblockaden versperren. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das neu gegründete „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg” sorgt schon vor seinem für Anfang April angekündigten Protest gegen Rechtsextreme für einige Aufregung.

Im Internet hat es jetzt den Aufruf zu einem „Blockade-Training” veröffentlicht, das am 5. Februar auf dem Kaiserplatz stattfinden soll. Gut fünf Stunden wird demnach die Veranstaltung, die als Demonstration gewertet wird und als solche auch bei der Polizei angemeldet worden ist, dauern. „Die Anmeldung kommt von einer Privatperson. Das Kooperationsgespräch und die damit verbundene rechtliche Bewertung stehen noch aus”, erklärte Polizei-Pressesprecherin Sandra Schmitz am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. Laut Schmitz gibt es bis dato keine Hinweise darauf, dass aus dem öffentlichen Training eine Gegenbewegung der rechten Szene resultieren könnte.

„Das ist auch nicht beabsichtigt”, betonte Frank Taufenbach, der als Sprecher der Eschweiler Bürgerinitiative „Gemeinsam gegen Neonazis” an den Planungen der Aktion beteiligt, nach eigener Aussage aber nicht der Anmelder ist. „Das Training findet öffentlich statt, weil wir uns nicht verstecken wollen und in der Öffentlichkeit auch einen gewissen Schutz haben.” Zudem diene das Training natürlich auch als Werbung für das Anliegen des Bündnisses. Vor allem deshalb sei als Örtlichkeit der Kaiserplatz und nicht ein Platz außerhalb der Innenstadt gewählt worden.

Laut Polizei wird am 5. Februar mit rund 60 Personen gerechnet. Ihnen soll, so Frank Taufenbach, in praktischen Übungen vermittelt werden, wie eine Sitzblockade kompakt gebildet und deren Auflösung effektiv verhindert oder zumindest verzögert werden kann. Mit Blick auf die Gegendemonstrationen zum erwarteten Naziaufmarsch am 9. April betont der BI-Sprecher aber: „Wir wollen keine Eskalation. Unsere Blockaden sind friedliche Menschenblockaden.” Weiterhin gelte der Plan, nicht in der Innenstadt, sondern in den Außenbezirken Blockaden zu errichten. Dort wird auch in diesem Jahr der Marschweg des Neonazis erwartet.

Auf Seiten der Stadt hielt man sich am Freitag mit Bewertungen zurück. „Aus unserer Sicht wird es am 9. April parallele Protestaktionen gegen die Rechtsradikalen geben”, erklärte Pressesprecherin Petra Jansen auf Anfrage. Das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus teilt diese Einschätzung. „Es handelt sich um zwei sich ergänzende Veranstaltungen”, stellte Beatrix Oprée fest.
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