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Blockadetraining in Stolberg: Linke treffen auf Rechtsextreme

Von: -jül-
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Blockade
Zu dem sogenannten Blockadetraining hatten Menschen aus dem politisch linken Spektrum aufgerufen (im Bild) - was wiederum auch eine Gruppe aus dem rechtsextremen Umfeld zum Markt lockte. Die bekamen dann von der Polizei allerdings einen Platzverweis. Foto: J. Lange

Stolberg. Friedlich und ohne große Komplikationen ist am Samstag ein sogenanntes Blockadetraining verlaufen, zu dem das „Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg” aufgerufen hatte.

Auf dem Kaiserplatz versammelten sich gegen 15 Uhr gut sechs Dutzend Personen vorwiegend antifaschistische Kräfte.

Leichte Polizeikräfte sicherten die Durchführung dieser Versammlung ebenso wie sie ein Zusammentreffen mit knapp einem Dutzend rechtsextremer Kräfte um den Stolberger NPD-Ratsherren Willibert Kunkel weitgehend verhinderten.

Platzverweis für Rechtsextreme

Nur kurzzeitig trafen beide Gruppierungen aufeinander, als die rechte Gruppe auf den Kaiserplatz marschieren wollte. Die Polzei verwies sie auf den gegenüberliegenden Bürgersteig. Während sich beide Seiten Parolen entgegenriefen, formierte sich rund ein Dutzend der Büdnis-Demonstranten zu ihrer angekündigten Sitzblockade auf der Fahrbahn.

Um weitergehende Provokationen zu verhindern, erteilte die Polizei den Rechtsextremen einen Platzverweis, dem sie unter dem Jubel der Gegenseite ohne Widerstand nachkamen. Derweil trainierten die Bündnis-Mitglieder das angekündigte Blockade-Training, in dem sie sich selbst wegtrugen.

Nach etwa einer Stunde war die Veranstaltung beendet, die ebenso von Polizeipräsident Klaus Oelze wie von Mitgliedern des Stolberger „Bündnisses gegen Radikalismus” beobachtet wurde. Sprecher des „Bündnisses gegen den Naziaufmarsch” kritisierten Auflagen der Polizei als „rechtswidrig” und „kriminalisierend”.

Die Junge Union distanziert sich vom Blockadetraining

Die Vorwürfe wies die Polizei zurück. Sie habe lediglich selbstverständliche Regeln, wie das Verbot zu strafbaren Handlungen aufzurufen sowie einen Versammlungsleiter sowie Ordnungskräfte zu benennen, eingefordert, erklärte Polizeisprecher Paul Kemen.

Die Junge Union distanzierte sich am Samstag in einer Stellungnahme „deutlich vom linksdominierten Blockadetraining”. Solche Vorhaben liefen Gefahr zu einer Eskalation auszuarten, bedeuteten einen erheblichen Mehraufwand für die Polizeikräfte. JU-Sprecher Marc Delzepich konstatierte einen „erschreckenden Linksruck” bei verschiedenen örtlichen Jugendorganisationen, die sich mit dem Blockadetraining solidarisiert hätten, und sprach sich die die Aktionen aus, die das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus im Vorfeld der angekündigten rechtsextremen Veranstaltungen plane.

Für den 8. sowie 9. April hat die rechte Extreme erneut einen Fackelmarsch sowie einen Trauermarsch durch Stolberg angekündigt.
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