Blockaden bekämpfen und den Zugang zum Lernen ermöglichen

Von: dö
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Im Vorstand sind aktiv (v.l.): Rosita Przybylski, Manfred Hansen, Martin Künzer und Barbara Fuchs. Sie führen die Jugendberufshilfe. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Manfred Hansen bleibt Vorsitzender des Trägervereins „Jugendberufshilfe Stolberg“. Der 60-jährige Gesamtschullehrer, der alle zwölf abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen konnte, nimmt damit seine zehnte Amtszeit in Angriff. Ebenso einhellig und überzeugend fiel auch das Votum für seine vier Vorstandskollegen aus.

Neben Wahlen standen Berichte auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Trägervereins der Jugendwerkstatt an der Bergstraße. Aufgabe von Gertrud Smets, der Leiterin der Jugendwerkstatt, war es, die Besucher mit den Programmen und Aktionen vertraut zu machen, die die werkpädagogische Arbeit der 1985 gegründeten Einrichtung in den vergangenen beiden Jahren geprägt haben. Denn neben der Arbeit in den Werkbereichen Textil, Holz und Garten, die dazu dienen, das Selbstwertgefühl und das Vertrauen der Jugendlichen in ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken und auszubauen, bietet die Jugendwerkstatt auch Förderunterricht an. Förderunterricht, der jungen Menschen zugute kommen soll, die von Schulmüdigkeit und schulischem Scheitern betroffen beziehungsweise bedroht sind.

Laut Smets fand dieses Angebot ein großes Interesse und trug mit dazu bei, dass schulische Defizite behoben und innerliche Blockaden abgelegt sowie ein positiver Zugang zum Lernen ermöglicht wurden.

Ergänzt werden Unterricht und Werkstattaktivitäten durch eine sozialpädagogische Betreuung und Maßnahmen, zu denen beispielsweise die Mittagsverpflegung, die berufliche Orientierung im Betriebspraktikum, der mobile Bücherdienst, das Fotoprojekt „Heimat – Orte die mir wichtig sind“ und der mehrtägige Aufenthalt im niederländischen Seebad Renesse gehörten.

Im Berichtszeitraum wurden 28 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren betreut, wozu auch sieben Migranten gehören. Nur zwei Jugendliche mussten vorzeitig das Werkstattangebot abbrechen.

Ein eigenständiger Aufgabenbereich ist seit 2011 das von Katja Knospe betreute Programm „Jugend in Arbeit plus“. Es richtet sich an junge Menschen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und der Beratung und der Unterstützung durch ein begleitendes Beschäftigungsangebot bedürfen. Knospe definierte dieses Programm als ein wichtiges und unerlässliches Bindeglied zwischen Berufsorientierung und realem Arbeitsmarkt: Allein 85 Jugendliche machten davon Gebrauch.

Kritisch setzte sich Smets mit der von vielen Jugendlichen nach Beendigung der Jugendwerkstatt gewählten Fortsetzung schulischer Fördermaßnahmen auseinander. „Vor allem für lernschwächere und schulmüde Jugendliche führt der weitere schulische Bildungsweg nicht zum gewünschten Erfolg. Anderseits sehen sie aufgrund fehlender Arbeitsplätze für ungelernte Kräfte und wenig passgenauer Ausbildungsangebote oft keinen anderen Weg, als sich auf schulische Maßnahmen einzulassen“, berichtet die Werkstattleiterin.

Durchweg positiv fiel aber der Bericht von Kassierer Martin Künzer aus. Schließlich sind die Finanzen in Ordnung, und in 2013 konnte eine neue Kücheneinrichtung mit Backöfen, Herden, großen Töpfen und Dunstabzugshaube angeschafft werden.

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