Bilder wie in einem Wildweststreifen

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
kunsthof_bu
Jung und erfolgreich: Der Düsseldorfer Künstler Chris Succo zu Gast am Ufer der Vicht. Foto: R. Flader

Stolberg. „Du willst alles! Du willst die Welt! Du willst mich! Du willst alles!” - Wer sich denkt, er hätte es bei diesen Sprüchen mit einem Verrückten zu tun, der irrt gewaltig.

Für den Künstler Chris Succo sind solche Schriftzüge lediglich entscheidende Puzzlestücke seiner sehr aufwendig und keineswegs provokativ gestalteten Werke. Und der 29-Jährige wird wissen, wovon er spricht, schließlich hat er schon weltweit ausgestellt. Egal ob Düsseldorf, Wien, Paris, Nagoya-City (Japan) oder Huntington Beach (USA): Der junge Düsseldorfer scheint mit seinen äußerst komplexen und eigenwilligen Werken sprichwörtlich die ganze Welt im Sturm zu erobern.

Analoge Fotos mit Sprühtext

Nun macht Chris Succo auch in Stolberg Halt, wo er mehr als einen Monat lang seine Werke unter dem Titel „Meanwhile back on the ranch” im Europäischen Kunsthof Vicht ausstellt. „Der Titel klingt nach einem altem Wildweststreifen”, so Succo, dessen Bilder aber alles andere als Cowboys, Rinderherden und endlos lange Landschaften zeigen.

Ganz im Gegenteil: Die Werke - hauptsächlich aufwendige Kombinationen aus analogen Fotos mit übersprühten Schriftzügen - sollen den Betrachter zum intensiven Nachdenken anregen. „Jeder soll für sich selbst entscheiden, was das Motiv für ihn bedeutet”, erklärt der Künstler. „Für manche ist das Bild wichtiger, für andere wiederum der plakativ gesprühte Text.”

Als ahnungsloser Betrachter könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass in Vicht dieser Tage ein Profi von internationalem Renommee à la Chagall oder Picasso seine Arbeiten ausstellt. Doch der gelernte Bildhauer ist gerade noch dabei, sein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf abzuschließen.

Trotzdem besitzt Succo schon ein eigenes Atelier und stellt seine Werke seit mittlerweile 2005 aus - und das überall auf der Welt. Keine Frage, auch international ist der Name Chris Succo vielen Kunstkritikern mittlerweile ein echter Begriff.

Dabei ist der 29-Jährige gewissermaßen alles in einem: Maler, Bildhauer, Fotokünstler, Sprayer, Inszenierer - und gerade das scheint das Geheimnis seines Erfolges zu sein. Auch seine Liebe zur Fotografie kommt ihm bei vielen seiner Werke gelegen.

Mittel zum Zweck

„Aber die Fotografie ist für mich nur ein Mittel auf der Suche nach einer viel durchdachteren und gestalteteren Bildsprache”, verdeutlicht Succo. „Die Schriftzüge ähneln dem Aufbau in der Lyrik und Poesie. Die Kombination aus Bild und Schrift macht die Werke letztlich erst so besonders.”

Auch Angelika Kühnen zeigte sich hellauf begeistert: „Seine Arbeiten sind sehr aufwendig gemacht und wirken sehr authentisch”, so die Künstlerin. „Er wird ganz sicher seinen Weg gehen.”

Die Ausstellung dauert noch bis zum 24. Mai. Der Kunsthof in der Eifelstraße 61-65, 02402/30646, ist jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert