Stolberg - Bethlehem-Krankenhaus: Neue Geschäftsführung gesucht

Bethlehem-Krankenhaus: Neue Geschäftsführung gesucht

Von: Ottmar Hansen
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Das Bethlehem-Gesundheitszentrum in Stolberg befindet sich im Aufwind. Trotzdem trennt sich das Haus jetzt schon nach kurzer Zeit wieder von seiner Geschäftsführung. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Caritas Trägergesellschaft West (CTW) legt die Geschäftsführung des Bethlehem-Gesundheitszentrums in Stolberg nach nicht einmal einem Jahr nieder. Die CTW-Führung und die Stiftung Katholische Kirchengemeinde St. Lucia, die Gesellschafterin des Bethlehem-Gesundheitszentrums ist, hätten in den Verhandlungen über die weitere Zusammenarbeit keine Einigung erzielen können, teilten Vertreter beider Kooperationspartner am Donnerstagabend mit.

Seit April 2013 liegt die kaufmännische Leitung des Stolberger Krankenhauses in den Händen der beiden CTW-Geschäftsführer Gábor Szük und Bernd Koch. Der Jurist und der Diplom-Kaufmann wollen die Verantwortung zumindest bis zum Sommer weiter tragen, bis ein neuer Partner für die Stiftung gefunden ist. „Das tut uns leid. Wir hätten gerne weiter gemacht“, bedauerte Gábor Szük am Donnerstag. „Wir haben hier einiges bewegen können, das wird auch von den Mitarbeitern so gesehen.“

Das Stolberger Krankenhaus hat rund 900 Beschäftigte (518 Stellen) und allein im stationären Bereich einen Jahresumsatz von 42 Millionen Euro. Zuletzt war die Klinik allerdings in die roten Zahlen gerutscht. „Den Fehlbetrag haben wir innerhalb eines knappen Jahres schon halbiert“, sieht Bernd Koch das Krankenhaus „deutlich im Aufwind“. Spätestens in einem Jahr sei die Klinik wieder aus den „Miesen“, so die Vorausschau des Krankenhausexperten. Wenn sich in der Gesundheitspolitik nichts Gravierendes verändere. Genaue Zahlen über das noch verbliebene Defizit des Krankenhauses wollte Koch nicht nennen.

Die CTW führt derzeit bereits fünf Krankenhäuser in Düren (zwei), Jülich, Linnich und Prüm sowie zwei Seniorenzentren in Düren und Baesweiler. Als gemeinnützige GmbH ist die Caritas Trägergesellschaft nicht unbedingt auf Profit aus. Professionelles Management der Häuser hat dennoch oberste Priorität. Was auch zu personellen Konsequenzen führte, die nicht überall auf Zustimmung stießen. Die neue Geschäftsführung hatte mit Dr. Uwe Heindrichs einen neuen Chef für die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe eingestellt. Vom Chef der orthopädischen Abteilung, Professor Dr. Klaus Bläsius, hatte man sich getrennt.

Eigentlich war die Zusammenarbeit von CTW und Stiftung der Pfarre St. Lucia auf eine längere Zeit angelegt. Dass man nun schon nach so kurzer Zeit auseinander geht, kommt überraschend. „Wir hatten keinen Einfluss auf die Verhandlungen“, betont Gábor Szük. Die Aufsichtsräte beider Partner hätten nicht zugestimmt, dass die CTW in die Gesellschaft der Stolberger Klinik einsteigt. Beide Seiten hatten ihre Vorstellungen über die weitere Zusammenarbeit schriftlich fixiert. Es gab keinen gemeinsamen Nenner. „Wir sind nicht zerstritten“, sagte Gábor Szük. „Aber es hat halt nicht gepasst. Das ist ein normaler Sachverhalt, der immer vorkommen kann.“

Wer nun die Rolle der CTW übernehmen wird, ist noch unklar. Hans Mülders, Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung St. Lucia: „Wir werden alle Möglichkeiten prüfen und für einen nahtlosen Übergang zu einer neuen Geschäftsführung sorgen.“ Dass die nicht gleich um die Ecke zu haben sein wird, ist auch Mülders klar. Man werde sich jetzt entsprechend auf dem Markt umsehen müssen. „Der neue Geschäftsführer muss jemand sein, der ein Krankenhaus kennt und weiß, wie ein Krankenhaus funktioniert.“

Vor allem müsse die neue Leitung wissen, wie man ein Krankenhaus wirtschaftlich führen könne. Mülders: „Das ist bestimmt eine reizvolle Aufgabe für jemanden, der etwas bewegen will.“ Mülders ist besorgt, dass die Belegschaft des Hauses durch den Wechsel an der Spitze verunsichert werden könnte. Personalleiter Helmut Drummen: „Unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter dürfen nicht beunruhigt werden. Die Weichen sind ja gestellt, es geht doch bereits in die richtige Richtung.“

Eine Fusion mit dem benachbarten Krankenhaus in Eschweiler schließen sowohl Szük als auch Mülders aus. Verhandlungen in diese Richtung seien bereits vor Jahren ergebnislos abgebrochen worden. Szük: „Das Krankenhaus hier hat sowohl was den Standort als auch Größe und Struktur angeht, eine gute Zukunft vor sich. Das kann man nach dem Einblick aus dem vergangenen Jahr mit Sicherheit sagen.“ Den genauen Zeitpunkt, wann die CTW das Krankenhaus in Stolberg endgültig verlässt, konnte am Donnerstag niemand benennen. Szük und Koch sprachen von Sommer. Beide versicherten: „Wir werden alles wohlgestaltet übergeben.“

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