Bethlehem-Gesundheitszentrum: Richtfest in der neuen Geburtsklinik

Von: Sonja Essers
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Richtfest am Bethlehem-Gesundheitszentrum: Im Erweiterungsbau entstehen insgesamt sechs neue Kreißsäle. Das langfristige Ziel: Jährlich sollen rund 1800 Babys in Stolberg geboren werden. Foto: Sonja Essers
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Einige Mitarbeiter der Geburtsklinik am Bethlehem-Gesundheitszentrum nahmen am Dienstag am Richtfest des neuen Kreißsaal-Traktes teil. In Zukunft sollen ihnen kürzere Wege die Arbeit erleichtern.

Stolberg. Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen: Noch in diesem Jahr sollten die ersten Geburten in der neuen Geburtsklinik am Bethlehem-Gesundheitszentrum stattfinden. Eigentlich. Doch es kamen einige unerwartete Schwierigkeiten dazwischen, bis jetzt immerhin das Richtfest gefeiert werden konnte.

Erst wurde die europaweite Ausschreibung des Baus verlängert, Mitte August gab es dann einen Wasserschaden (wir berichteten) und zu guter Letzt kam es – aufgrund der aktuellen Auftragslage in der Baubranche – dann auch noch zu längeren Lieferzeiten und Engpässen bei der Terminkoordination. Doch das gehörte am Dienstagmittag nun endgültig der Vergangenheit an.

Ein Schritt ist nun geschafft: Der neue Erweiterungsbau der Geburtsklinik am Bethlehem-Gesundheitszentrum steht. Am Dienstag wurde Richtfest gefeiert. Und ein Termin für die Fertigstellung steht auch schon fest. Ende März/Anfang April 2018 sollen die sechs neuen Kreißsäle schließlich in Betrieb genommen werden. Bis dahin gibt es allerdings noch allerhand zu tun.

„Stolberg steht für viele medizinische Leistungsschwerpunkte. Ein besonderer Schwerpunkt geht allerdings über die Grund- und Regelversorgung hinaus. Das ist unsere Kinderklinik“, sagte Bethlehem-Geschäftsführer Dirk Offermann in seiner Ansprache. Das Haus stehe vor allem für eine sichere Geburt. Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren. Zwischen den Jahren 2000 und 2004 wurden jährlich rund 900 Babys im Bethlehem-Gesundheitszentrum geboren.

Zwischen 2005 und 2013 stieg die Zahl bereits auf 1000 bis 1100 an. In den Jahren 2014 und 2015 waren es dann sogar schon mehr als 1200 Neugeborene, die im Stolberger Krankenhaus das Licht der Welt erblickten. Und die Tendenz stieg weiterhin an. Im Oktober 2016 folgte dann ein weiterer wichtiger Schritt für die Stolberger Kinderklinik. Gemeinsam mit dem St.-Antonius-Hospital in Eschweiler gründete man das „Regionetzwerk Frau“. Was das bedeutete? Während die Geburtsstation in der benachbarten Indestadt im vergangenen Jahr ihre Türen schloss, legte man am Stolberger Krankenhaus darauf den Fokus.

Das langfristige Ziel: 1800 Geburten sollen jährlich in Stolberg stattfinden. Einen Teilerfolg habe man diesbezüglich bereits erzielen können, verriet Offermann. Im vergangenen Jahr kamen im Stolberger Krankenhaus 1501 Kinder in 1457 Geburten zur Welt. In diesem Jahr fanden bisher 1470 Geburten am Bethlehem statt. „Und das Jahr ist noch nicht zu Ende“, sagte Offermann und lachte. Aufgrund der steigenden Zahl an Geburten sei auch der Erweiterungsbau dringend nötig gewesen, so Offermann weiter. Der Grund: „Unsere jetzigen Kreißsäle entsprechen mittlerweile nicht mehr dem heutigen Anspruch an Komfort“, erklärte der Bethlehem-Geschäftsführer. Aus diesem Grund entschied man sich dazu, sechs neue Kreißsäle einzurichten. Diese sind allesamt durch Badezimmer miteinander verbunden.

Ansonsten haben sie nur wenige Gemeinsamkeiten. Und das ist so beabsichtigt. Schließlich will man den werdenden Müttern in der Stolberger Geburtsklinik individuelle Geburten ermöglichen. Aus diesem Grund sind auch die sechs Kreißsäle ganz nach den verschiedenen Bedürfnissen und Vorlieben ausgestattet. Mal gibt es in den Kreißsälen eine Wanne, mal ist ein Kreißsaal mit einer Sprossenwand ausgestattet. So sei auch eine aktive Geburt möglich. Doch: „Nicht jede Frau möchte auch alle Möglichkeiten nutzen. Bei uns steht eine natürliche Geburt in einer sicheren Umgebung im Vordergrund.“ Dazu gehöre auch das entsprechende Licht, das individuell angepasst werden kann.

Unterstützung durch Politik

Unterstützt wurde der Neubau natürlich auch von der Stolberger Politik. Insgesamt 1,7 Millionen Euro kostet der Erweiterungsbau. Mit 200.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz des Bundes, der insgesamt 4,25 Millionen Euro Stolberg zur Verfügung gestellt hatte, unterstützte die Stadt den Neubau. Der Rest – rund 1,5 Millionen Euro – wurde durch Baupauschale des Landes Nordrhein Westfalen und in Eigenleistung finanziert. Der erste, der insgesamt drei Bauabschnitte soll schließlich bis Ende März/Anfang April fertiggestellt sein. „Damit haben wir ungefähr drei Monate Verzögerung“, so Offermann.

Und wie geht es dann weiter? Sind die neuen Kreißsäle erst einmal fertig, geht es in den alten weiter. Die werden nämlich zu Stützpunkten, Reanimationsräumen für Säuglinge und auch zu Lagerräumen umfunktioniert. „Das nimmt dann ungefähr vier weitere Monate in Anspruch“, so Offermann. Während dieser Zeit geht es für die Mitarbeiter durch die Baustelle in den Neubau. Apropos Mitarbeiter: Natürlich habe sich auch diesbezüglich einiges getan, meint Offermann. „Wir haben das Personal deutlich aufgestockt und werden das auch weiterhin, je nach Bedarf, anpassen.“ 25 Hebammen arbeiten momentan in der Geburtsklinik. Auf jede Schicht kommen drei sowie eine, die Bereitschaft hat.

Zum Schluss gab es dann noch eine weitere gute Nachricht. Während der Bauarbeiten wurde die Ritzefeldstraße vor dem Krankenhaus zur Einbahnstraße umfunktioniert. „Von uns aus kann sie spätestens in der zweiten Januarwoche aufgehoben werden. Das würde den Verkehr in der Innenstadt mit Sicherheit entlasten“, so Offermann.

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