Stolberg - „Bethlehem” errichtet jetzt sein neues Ärztehaus

„Bethlehem” errichtet jetzt sein neues Ärztehaus

Von: Toni Dörflinger
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Wo in der Vorkriegszeit noch die Wöchnerinnenstation untergebracht war, wird nun an der Ritzefeldstraße das neue Ärztehaus des Bethlehem-Gesundheitszentrums errichtet. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Dass der Kampfmittelräumdienst das an der Ecke Steinfeld- / Ritzefeldstraße liegende Krankenhausgelände am kommenden Mittwoch nach explosiven Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges absucht, sei nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagt Verwaltungsdirektor Thomas Schellhoff.

Es sei eine Routineuntersuchung, die laut Schellhoff erforderlich ist, um parallel zur Ritzefeldstraße einen Neubau errichten zu können.

Ein Neubau, der als Ärztehaus geplant, den Freiraum einnehmen soll, der sich hinter dem kürzlich eröffneten Café befindet. Vierstöckig soll der Bau werden und nach seiner Fertigstellung nicht nur die Praxen von niedergelassenen Ärzten aus den Bereichen Onkologie und Dermatologie enthalten, sondern auch ein örtliches Sanitätshaus als Standort dienen. Außerdem ist geplant, dass der Neubau mit dem schon bestehenden Gynäkologietrakt eine Verbindung eingeht und so für eine Erweiterung dieses Gebäudes sorgt.

Die Außenhaut des neuen Ärztehauses soll laut Schellhoff der Fassade des kürzlich erweiterten Bettenhauses angepasst werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Montag, 31. Januar, geplant. Dann sollen nämlich die ersten Gründungspfähle in den Untergrund getrieben werden.

Für Aufsehen sorgt aber auch eine 1944 entstandene Luftbildaufnahme. Denn auf dem Foto ist laut Wolfgang Weber, Pressesprecher des Gesundheitszentrums, entlang der Ritzefeldstraße der Grundriss eines alten, nicht mehr vohandenen Gebäudes, zu sehen. Ein Gebäude, das längst vergessen, nun für Rätsel sorgt.

Ein wenig Licht in das Dunkel bringt aber das Studieren einer in den 1930er Jahren entstandenen Schrift über die Geschichte des Bethlehem-Krankenhauses. Denn in dem 50-seitigen, im A4-Format herausgegebene Werk, ist ein an der Ecke Ritzefeld-/ Steinfeldstraße liegender pavillonartiger Bau beschrieben, der aus den Anfängen des Krankenhauses stammend, seit 1926 die Wöchenerinnenstation enthielt.

Dieses kleine, schräg liegende Haus ist 1950 beseitigt worden, als im hinteren Bereich eine neue Frauenklinik entstand. Neben der Wöchnerinnenstation lagen im Eingangsbereich des Krankenhauses - das Gelände wird derzeit gepflastert - ursprünglich noch zwei weitere alte Gebäude: die 1893 erstellte Antoniuskapelle und die 1877 erbaute Frauenklinik. Diese wurde schon 1950, die Antoniuskapelle 1958 abgerissen.

Entstanden ist das auf dem Steinfeld liegende Krankenhaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1866 erwarb die katholische Pfarrgemeinde St. Lucia den vorderen Teil des früheren Kupferhofes Steinfeld, um dort das Krankenhaus einzurichten; 20 Jahre später wurde der hintere Bereich erstanden. Errichtet wurde die Doppelhofanlage Steinfeld in den Jahren 1679 bis 1698. Als Erbauer kommen Mitglieder der Kupfermeisterfamilie Peltzer in Frage. Aus der Anfangszeit erhalten hat sich das auf der linken Seite des Krankenhauses liegende burgartige Bruchsteingebäude mit dem kleinen Turm als Blickfang, das einst zum Kupferhof „Vorderes Steinfeld” gehörte .
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