Stolberg - „Besonders häufig werden Schlüssel abgegeben“

„Besonders häufig werden Schlüssel abgegeben“

Von: oha
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Gina Engel und Markus Stühlen im Keller des Fundbüros. Hier haben sich seit Anfang des Jahres vor allem zahlreiche Fahrräder angesammelt. Foto: O. Hansen

Stolberg. Eigentümer gesucht! Im Fundbüro der Stadt stapeln sich etliche „Schätzchen“ vom Schlüssel bis zum Moped, die von ihren Besitzern verloren und von ehrlichen Findern im Rathaus abgegeben wurden.

Wem wohl die blaue, gut gefüllte Reisetasche gehört, den Gina Engel und Markus Stühlen im Keller des Fundbüros in die Höhe halten? Sie wurde unlängst abgegeben, bislang hat sie jedoch offenbar noch niemand vermisst. Im Keller stapeln sich weitere Taschen, ein Dutzend Fahrräder wurde hier aufgereiht und eben besagter Motorroller. Kleinere, wertvolle Fundstücke wie etwa Schmuck und Geld werden in einem Tresor aufbewahrt.

„Besonders häufig werden Schlüssel abgegeben“, berichtet Gina Engel. Es folgen Handys und Geldbörsen. Nicht jeder kommt offenbar auf die Idee, nach dem Verlust eines Schlüssels zuerst einmal im Fundbüro nachzufragen. Engel: „Das ist schade. Wenn die Leute dann doch bei uns anrufen, haben sie sich meistens schon einen Ersatzschlüssel machen lassen.“

  Beim Verlust ihrer Geldbörse fragen die Leute schon einmal eher im Rathaus nach. Und sind froh, wenn jemand das gute Stück zwar ohne Geld aber immerhin noch mit wichtigen Papieren gefunden hat. Die Fundstücke müssen per Gesetz in der Verwaltung ein halbes Jahr aufbewahrt werden, so lange hat der Besitzer Zeit, sich zu melden. Anschließend wird der Finder angeschrieben, ob er die Fundsache haben will. Winkt der ab, geht die Fundsachein die Versteigerung.

So kamen vergangenes Jahr rund 50 Fahrräder unter den Hammer. Nicht versteigert werden dürfen Handys, weil sich auf den Geräten persönliche Daten befinden. Gleiches gilt für Computer, es sei denn die Festplatte kann von den Experten im Rathaus gelöscht werden. „Was am Ende gar nicht mehr an den Mann gebracht werden kann, wird vom Bauhof vernichtet“, erläutert Markus Stühlen.

Nicht nur, dass dem Bürger der Verlust seiner Brille ja eigentlich rasch auffallen müsste. Markus Stühlen kann von weiteren Kuriositäten berichten. „Im Werksverkauf hatte unlängst jemand ein Geldbündel von 335 Euro liegen gelassen. Der ehrliche Finder lieferte es hier ab. Der rechtmäßige Besitzer hat sich auch nach einem halben  Jahr nicht gemeldet.“ Also fiel das Geld an den Finder. Und der spendete es für einen wohltätigen Zweck! Gut erhaltene Jacken, für die sich weder Verlierer noch Finder interessieren, gehen schon einmal ans Sozialamt zur Weiterleitung an Bedürftige.

Problematisch wird es, wenn Finder einen Hund im Rathaus abgeben. Dann muss das Tierheim in Aachen helfen. Engel: „So lange muss das Tier allerdings beim Finder bleiben.“ Wer ein wertvolles Schmuckstück vermisst, muss beim Fundbüro schon eine Kaufquittung vorlegen können oder das gute Stück besonders gut beschreiben können, um zu beweisen, dass er der rechtmäßige Besitzer ist.

Auf alle Fälle lohnt es sich, im Fundbüro nachzufragen, wenn man etwas verloren hat. Einen ersten Überblick über die aktuellen Fundstücke gibt es im Internet unter www.stolberg.de.

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