Stolberg - Bei „Zumba” tanzt auch die Gema mit

Sturm

Bei „Zumba” tanzt auch die Gema mit

Von: -jül-
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Während der Sommerferien ist
Während der Sommerferien ist das Helene-Weber-Haus eine Baustelle: Astrid-Natur-Can freut sich, dass die drei Einheiten des Ensembles nicht nur endlich energetisch saniert, sondern auch die Arbeitsmöglichkeiten optimiert werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Zeiten der hellgelben Klinkerfassade sind passé. Ein sanfter, irdener Braunton wird zukünftig an der Ecke von Ost- und Birkengangstraße die Optik der städteregionalen Bildungsstätte für Erwachsene und Familien prägen.

Wärmeregulierende Tonplatten werden an den Straßenfronten bald komplett die dicken Schichten aus Dämmmaterialien verdecken, zum Innenhof hin wird diese Aufgabe eine Putzschicht übernehmen. Das Helene-Weber-Haus wird energetisch saniert.

„Kennen Sie den Energieausweis?” fragt Astrid Natur-Can plakativ. „Bis jetzt wurde unser Haus ganz weit rechts hinter dem roten Bereich eingestuft”. Das ändert sich nun in komprimierter Zeit, die Geschäftsführerin des Hauses mit einem umfangreichen Bildungs- und Qualifizierungsprogramm nebst Mehrgenerationenhaus. Natus-Can nutzt die ruhigere Sommerferienzeit, „um eigentlich fünf Baustellen gleichzeitig abwickeln zu können”.

Angebote aktuell ausgerichtet

So sind es seltener Kursteilnehmer, sondern mehr die Mitarbeiter, die mit Baulärm, -schmutz und -umständen auskommen müssen. Innerhalb von zwei Monaten - am 1. September soll alles fertig sein - wird die Bildungseinrichtung herausgeputzt. Eine sechsstellige Summe investiert der Trägerverein - nach einer langen Ansparphase. Neben der Sanierung der Fassaden werden Decken und Flächen im Speicher gedämmt, Durchbrüche zwischen den insgesamt drei Objekten aus unterschiedlichen Zeiten gestemmt, Übungsräume verlegt und zusätzlicher Büroraum geschaffen.

Das hat durchaus auch inhaltliche Gründe. Neue Aufgaben kommen auf das Helene-Weber-Haus zu. Das Aachener Bistum hat mit Bedacht die Stolberger Einrichtung ausgewählt, um Präventionskurse für kirchliches Personal durchzuführen, um Fällen von sexuellem Missbrauch vorzubeugen oder sie auch schneller erkennen und ihnen begegnen zu können. Außerdem will die Bildungseinrichtung mit dem gesellschaftlichen Wandel Schritt halten und muss deshalb ihr Angebot stetig neu ausrichten.

Beispiel U3-Betreuung in den Kindergärten. „Je stärker dieses Angebot wahr genommen wird, um so mehr merken wir das auch bei unserem Kursangebot für Eltern und Kind”, erzählt Natus-Can. Dem begegnet die Geschäftsführerin auf zwei Wegen. Einerseits werden neue Angebotsformen für jüngere Kinder konzipiert, andererseits versucht das Helene-Weber-Haus verstärkt, mit neuen Kursstrukturen intensiver direkt in den Familienzentren präsent zu sein. Darüber hinaus gewinnt zukünftig das Wochenende ein stärkeres Gewicht für Offerten an mögliche Interessenten. „Wir möchten sie auf die Zielgruppen zuschneiden, die werktags gebunden sind”.

Dabei wächst das Interesse am Portfolio des Helene-Weber-Hauses kontinuierlich. „Wir haben uns sehr gut etabliert in der ganzen Städteregion”, bilanziert Astrid Natus-Can. Immerhin wird mittlerweile vom Mehrgenerationenhaus in der Kupferstadt aus die Palette für das ehemalige Kreisgebiet und die Stadt Aachen konzipiert.

Tagespflege ein Renner

Eine besonders starke Nachfrage wird an der Oststraße registriert im Spektrum der Aus- und Fortbildung sowie Qualifizierung als Tagespflegeperson. „Das Interesse an diesem Berufsbild ist sehr groß”, stellt Natus-Can auch eine rege Nachfrage bei Herren statt. Es ist allerdings weniger eine Frage des Geschlechts, sondern der Eignung: Gemeinsam mit Jugendamt und dem Sozialdienst katholischer Frauen sichtet das Helene-Weber-Haus durchaus den Teilnehmerkreis, um eine sichere und qualitativ hochwertige Betreuung von Kindern gewährleisten zu können. Die Nachfrage nach Plätzen in der Tagespflege sei jedenfalls gestiegen, berichtet die Leiterin des Helene-Weber-Hauses.

Leicht angehoben werden müssen zum neuen Semester im kommenden Jahr allerdings die Gebühren - je nach Angebot um 10 bis 50 Cent bei insgesamt rund 30.000 Unterrichtseinheiten in über 150 Kursen im Jahr. Denn zwei zusätzliche Belastungen kommen auf das Helene-Weber-Haus zu: Einerseits müssen die Tariferhöhungen ausgeglichen werden, und zum Anderen bittet die Gema auch die Familienbildungsstätte zur Kasse. Rund 6000 Euro wollen aufgebracht sein. Denn bei Zumba, Step-Aerobic, Fit durch Tanz, Body-Dump, afrikanischen und Salsa-Workshops wie auch bei den Tanzkursen für die älteren Jahrgänge und weiteren vergleichbaren Angeboten hält die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte die Hand auf, um Tantiemen für die Urheber der Songs einzutreiben. Die zahlen die Kursteilnehmer notgedrungen mit.

„Es gibt zwar einen Rahmenvertrag der Diözese mit der Gema”, so Natus-Can, „aber der bezieht sich nur auf geistliches Liedgut”. Allerdings hat die Leiterin die Hoffnung, dass zukünftig auch die Familienbildungsstätte dort mit einbezogen werden könnte.
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