Stolberg - Bach mal anders: Original und frei improvisiert

Bach mal anders: Original und frei improvisiert

Von: Toni Dörflinger
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Meisterliche Darbietung: Michael Villmow (links) mit Saxophon und Gunther Tiedemann am Cello nutzten Bach-Stücke für persönliche Improvisationen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Kreuzüber” nennen die in Köln lebenden und arbeitenden Künstler Michael Villmow und Gunther Tiedemann ihr Projekt, bei dem die Musik von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt steht. Allerdings werden dabei die Bach-Stücke nicht nur im Original vorgestellt, sondern durch freie Improvisationen ergänzt.

Villmow und Tiedemann, die seit sieben Jahren als Duo auftreten und bei ihren Aufführungen Original und persönliche Improvisation gegenüber stellen, halten nach eigenen Worten „Bach im Fluss” und nutzen die Musik des berühmten Barockkomponisten für einen Dialog.

Eine Kostprobe ihres Könnens gaben die beiden Musiker am Samstagabend in der Vogelsangkirche. Das Konzert setzte als dritte Aufführung die sechsteilige Veranstaltungsreihe „Stolberger Musiksommer” fort.

Das Konzert begann mit dem Prélude, das Tiedemann auf dem Violoncello im Original vorstellte und danach als Improvisation erklang. Hatte Tiedemann noch die Originalmusik im Altarraum allein dargeboten, wechselte er bei der Impovisation zur Orgelbühne, um gemeinsam mit Villmow das als Kreuzüber-Prélude bezeichnete Stück vorzustellen. Ihren eigenen Stil erhielt die Improvisation durch das Orgelspiel von Tiedemann und der Saxophon-Begleitung von Villmow.

Hervorragende Akustik

Auch bei der Darbietung der folgenden Stücke „Allemande”, „Nordlicht”, „Courante” und „Sarabande” wechselten die Musiker zwischen Altarraum und Orgelbühne hin und her. Gut zur Geltung kam dabei auch die hervorragende Akustik des Mitte des 17. Jahrhunderts errichteten evangelischen Gotteshauses. Ein Klang und eine Atmosphäre, die auch das Lob der beiden Künstler fanden, die als Aufführungsort ihrer Konzerte überwiegend Kirchen nutzen.

Angereichert wurden die Bach-Improvisationen durch Eigenkompositionen der Kölner Musiker. So hat der in Norwegen aufgewachsene Villmow das Stück „NordlichtÓ komponiert, dass mit seinen von persönlichen Empfindungen geprägten Kompositionen eine hervorragende Ergänzung zu den unter der „SchirmherrschaftÓ von Bach stehenden Stücken darstellte.

Neben „Nordlicht” wurde auch „High Tide” als Eigenkomposition vorgestellt. Allerdings diesmal nicht von Villmow, sondern von Tiedemann komponiert. Die dargebotene Musik war hervorragend. Orgel, Cello und Saxophon bildeten eine auf hohem Niveau stehende Einheit und wurden für Melodienfolgen genutzt, die einerseits von kraftvollen und andererseits von mystischen, leisen Tönen geprägt waren.

Viel Beifall gab es von den Zuhörern zum Schluss der Aufführung. Tiedemann und Villmow bedankten sich für den Applaus der rund 50 Besucher, indem sie zwei Zugaben gaben.

Fortgesetzt wird die Veranstaltungsreihe zum Musiksommer am Sonntag, 5. September, mit einem von Sonja Mäsing und Susana Feige gestalteten Kinderkonzert im Kulturzentrum Frankental.
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