Autonome Künstlergruppe: Vielfältig und selbstbestimmt

Von: Dirk Müller
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Peter Lidak (v.l.), Heinrich Keller, Angelika Keller, Elke Koch und Barbara Mertens (nicht auf dem Foto ist Martin Otten) eröffnen am Wochenende die Galerie ihrer autonomen Künstlergruppe am Steinweg. Foto: D. Müller

Stolberg. Warum diese Künstlergruppe sich als autonom bezeichnet, wird beim Blick auf die Werke, die ab Sonntag im Steinweg 1-11 zu sehen sind, schnell deutlich. Der Zusammenschluss aus sechs Künstlern präsentiert in dem ehemaligen Standort der Steinweg Galerie etwa 200 Exponate, die jenseits von „Mainstream“ und kommerzieller Ausrichtung angesiedelt sind.

Die Werke sind zudem höchst unterschiedlich – der Facettenreichtum liegt in der Autonomie der einzelnen Künstler begründet. Trotz der gemeinsamen Galerie bleibt jeder der Kreativen in seinem Stil selbstbestimmt, so dass zwei- wie dreidimensionale Abwechslung garantiert ist.

Schon das Werk des international renommierten Malers Martin Otten steht für enorme Vielseitigkeit. Der Alsdorfer, dessen Arbeiten jüngst bei einer der bekanntesten Londoner Kunstmessen zu sehen waren, widmet sich dem Pop-Art-Style ebenso wie der klassischen Porträtmalerei, verwendet weitere Maltechniken, so dass er weder stilistisch noch thematisch einzuordnen ist. Sowohl gegenständlich, als auch abstrakt beschäftigt er sich frei mit seiner weit gespannten Hauptthematik „der Mensch und die Auswirkungen seiner Entscheidungen auf die Umwelt“.

Der Mensch als Individuum steht im Fokus der Skulpturen von Peter Lidak. Der Stolberger arbeitet bevorzugt mit dem Naturprodukt Holz, dem er in vielfältiger Weise Gestalt gibt. Lidaks Formgebung ist dabei oft unkonventionell aber immer ansprechend. Er nutzt Färbung und die vorgegebene Maserung des Holzes, um den Ausdruck seiner Werke mittels natürlicher Ästhetik zu unterstreichen.

Die Bilder von Barbara Mertens sind von der Natur inspiriert. Die Malerin und Designerin arbeitet in dem Soziokulturellen Zentrum Klösterchen in Herzogenrath und kombiniert die moderne Technik von digital bearbeiteten Fotos mit der klassischen Enkaustik-Malerei. Sie trägt heißes Wachs auf und aus vielen Schichten entstehen Collagen und experimentelle Malerei.

Als keramische Bildhauerin bereichert Angelika Keller die Gruppe. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Gestaltung von Objekten aus grob schamottiertem Ton, wobei sie häufig Metall- und Glaselemente einarbeitet und verschiedene Oxide mit besonderen Techniken aufbringt. Ihren Skulpturen ist der starke Ausdruck wie ein naturorientiertes Erscheinungsbild gemein.

Ästhetik, ein sanfter Hauch von sinnlicher Erotik aber auch die Vergänglichkeit alles Schönen thematisiert Elke Koch in ihrer Malerei. Vornehmlich in Aquarelltechnik bevorzugt sie den Menschen als Thema, lässt zudem Fabelwesen und mythologisch anmutende Gestalten in ihre Motivwelt mit einfließen. Auch klassische Landschaftsmalerei gehört zu dem Repertoire der Stolbergerin.

Der Bildhauer Heinrich Keller arbeitet mit Stahl. Er verwendet dabei weniger glänzenden Edelstahl, sondern Rost ansetzendes Material, das in seiner individuellen Farbgebung zwischen hellem Orange und tiefdunklem Braun eine Erdverbundenheit vermittelt. Kellers archaische Technik des handgeführten Brennschneidens verleiht dem Stahl schroffe Schnittkonturen, seine tierischen wie menschlichen Gestalten sind in der Darstellung reduziert und strahlen tiefe Symbolik aus.

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