Autohändler sorgen sich vor nächstem Jahr

Von: Martina Rippholz
Letzte Aktualisierung:
abwrack_bu
Warten aufs Abwracken: Beim Verwerter Wibbels Kfz in der Probsteistraße warten noch rund 50 Autos darauf, in die Schrottpresse zu kommen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Ein Begriff prägt das vergangene Jahr wie kaum ein anderer: die Abwrackprämie. Jetzt - am Ende des Jahres - ist es Zeit, zurückzublicken. War die Finanzspritze effektiv? Hat sie die Krise am Markt abgebremst? Aber auch eine Vorausschau bietet sich an: Wie geht es in 2010 in der Branche weiter?

Diese und andere Fragen hat unsere Zeitung den Autohändlern und Verwertern in Stolberg gestellt.

„Wenn die Abwrackprämie nicht gekommen wäre, sähe es sehr düster aus”, sagt Karl Jungkeit. Der Händler vertreibt italienische Wagen, Alfa, Lancia und Co. Jungkeit kaufte Halbjahres- und Jahreswagen extra für die Abwrackprämie dazu. Ein Risiko, das sich gelohnt hat. „Wir haben 90 Prozent Neukunden hinzugewonnen”, sagt er. „Das wird uns im nächsten Jahr helfen.” Denn für 2010 befürchtet Jungkeit nichts Gutes. „Das könnte sehr kritisch werden.”

Das sieht sein Kollege, Ford-Händler Stefan Sieberichs, ganz anders. „Gut wie immer”, das ist seine Bilanz für 2009. „Bei uns ist von Krise nichts zu merken.” Die Abwrackprämie habe ihm zwar durchaus mehr Autoverkäufe eingebracht. Den Hauptgrund für das für ihn gute Geschäftsjahr sieht er aber hausgemacht. „Es kommt darauf an, wie man sich den Kunden gegenüber verhält. Liefert man guten Service und Qualität erhält man Vertrauen”, sagt er und blickt positiv in die Zukunft. „Wenn das stimmt, muss man sich keine Sorgen machen.”

Der Gebrauchtwagenhändler Ralf Westerhausen von Leonardt/Westerhausen Automobile sieht durch das Abwracken im vergangenen Probleme im nächsten Jahr auf sich zu kommen. „Es ist ein großes Loch im Gebrauchtwagenmarkt entstanden. Die Nachfrage nach günstigen Wagen sinkt.” Westerhausen geht davon aus, dass die Deutschen demnächst an ihrem liebsten Stück - dem Auto - sparen werden. „Die Interessenten für Winterautos als Zweitwagen sind schon größtenteils weggebrochen. Das ist wohl erst der Anfang.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert