Auto vor der Reise noch mal durchchecken

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
8088804.jpg
Urlaub mit dem Pkw: Stephan Seehausen rät, das Warndreieck vor der Reise probeweise aufzubauen, um sich mit der Handhabung vertraut zu machen. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Sommerferien sind Reisezeit, und für viele Kupferstädter ist der Urlaub mit dem eigenen Pkw alternativlos. Doch noch vor Erholung und Urlaubserlebnis sollte dabei unbedingt die Sicherheit stehen, mahnen zwei Stolberger Experten.

Stephan Seehausen von der neuen TÜV- Rheinland-Niederlassung an der Steinfurt verweist zum Beispiel auf die seit 1. Juli auch in Deutschland geltende Warnwesten-Pflicht: „Auf deutschen Straßen muss jetzt mindestens eine Warnweste im Auto mitgeführt werden, im Ausland können aber eine Warnweste pro Fahrzeug-Insasse Pflicht sein.“

Eine Weste pro Platz

Im Sinne der Sicherheit rät der Prüfingenieur dazu, eine Weste pro Sitzplatz mitzuführen, zumal die Anschaffung mit rund drei Euro pro Stück günstig sei. „Wichtig ist, dass die Warnwesten nicht im Kofferraum, sondern wirklich im Wagen sind, etwa unter den Vordersitzen, in den Türablagen, im Handschuhfach oder in Sitztaschen, damit sie für alle Insassen greifbar sind, und bei Panne oder Unfall noch dem aussteigen angelegt werden können“, führt Seehausen aus.

Ein Vorteil des Verreisens mit dem eigenen Auto ist für viele, dass die Urlauber sich in puncto Gepäck weniger einschränken müssen, als etwa bei Flugreisen. „Doch bei Überladung des Pkw drohen empfindliche Strafen und vor allem deutlich veränderte Fahreigenschaften zu Lasten der Sicherheit“, weiß Dipl.-Ing. Ulrich Sybertz von der GTÜ-Prüfstelle an der Eschweiler Straße. Er rät dringend dazu, in die Fahrzeugpapiere zu schauen und aus der Differenz von Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht die maximal erlaubte Zuladung zu ermitteln. „Von dieser muss dann noch ein Kilogramm pro Liter Tankfüllung abgezogen werden.“ Dann würden sowohl die Passagiere, als auch die Gepäckstücke auf eine Personenwaage gehören, damit das Auto nicht überladen wird.

„Dachträger, -aufbauten und -boxen müssen vom Fahrzeughersteller für das Auto freigegeben sein, und auf die zulässige Dachlast des Wagens muss besonders geachtet werden“, sagt Sybertz. Ohnehin gehöre nur leichtes Gepäck aufs Autodach, damit der Schwerpunkt des Fahrzeugs möglichst tief bleibt. „Während der Urlaubsfahrt sollte man in den Pausen an der Raststätte kontrollieren, ob sich die Befestigungen eventuell gelockert haben.“

Die veränderte Fahrzeughöhe sollte unbedingt bedacht werden, wenn etwa Tiefgaragen oder Fähren genutzt werden. „Und am Urlaubsort ist es clever, die Dachbox abzunehmen. Die vertraute Höhe ist wieder gegeben, und das Auto hat weniger Luftwiderstand, so dass der Verbrauch geringer ist“, erklärt der GTÜ-Prüfingenieur und Kfz-Sachverständige.

„Der Reifendruck muss bei voller Beladung erhöht werden“, erinnert Sybertz. Die Angaben dazu findet man meist in der Tankklappe oder im Türrahmen des Autos. Auch die Scheinwerfer sollten niedriger eingestellt werden, damit der Gegenverkehr nicht geblendet wird.

Schwere oder scharfkantige Gegenstände sollten nicht auf der Hutablage transportiert werden, da sie bei einer abrupten Bremsung zu gefährlichen Geschossen werden. Im Kofferraum würden schwere Gepäckstücke immer nach unten gehören, um den Schwerpunkt nicht negativ zu beeinflussen. Der Blick in den Kofferraum sei aber nicht nur zum systematischen Beladen wichtig, erläutert Seehausen.

„Oft befinden sich dort auch der Verbandskasten und meist das Warndreieck.“ Der TÜV-Ingenieur beschreibt, dass im Verbandskasten manche Materialien eine Haltbarkeit haben, die abgelaufen sein könnte. Wer diese nicht „ausfiltern“ und austauschen wolle, könne einfach einen neuen Verbandskasten kaufen, dessen Anschaffungskosten von zirka 12 Euro im Vergleich zum Urlaubsbudget niedrig seien.

„Man sollte außerdem nicht nur überprüfen, ob ein Warndreieck im Fahrzeug ist, sondern dieses auch einmal aufbauen“, sagt Seehausen. Wer sich in Ruhe mit dem Aufbau des Warndreiecks vertraut gemacht habe, könne es in der stressigen Situation von Panne oder Unfall besser handhaben.

Beide Kfz-Experten weisen darauf hin, dass das Fahrzeug vor Urlaubsbeginn natürlich in technisch einwandfreiem Zustand sein sollte, damit die Reise entspannt und vor allem sicher ist. Die Beleuchtung müsse funktionieren, und Stoßdämpfer und Reifen sollten im Sinne der Sicherheit den Anforderungen, die eine Urlaubsreise mit viel Gepäck an das Fahrzeug stellt, gewachsen sein. „Bei einer Fahrt in die Berge zum Beispiel, ist es ungemein wichtig, dass Verlass auf Bremsen und Bremsflüssigkeit ist“, betont Seehausen.

Sybertz ergänzt, dass es neben der technischen Seite nicht zu vernachlässigen ist, ausgeruht und mit einem nicht zu knappen Zeitpolster die Urlaubsreise anzutreten, um die dringend notwendigen Pausen in ausreichender Anzahl einzuplanen und zur eigenen und zur Sicherheit anderer auch zu machen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert