Stolberg - Ausstellung von Marion Menzel in der Burggalerie

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Ausstellung von Marion Menzel in der Burggalerie

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Stolberg. In ihrer zweiten Ausstellung in diesem Jahr wendet sich „Artibus”, die Ausstellungsreihe in der Burggalerie Stolberg, die von der Galerie Art Engert in Zusammenarbeit mit Kulturmanager Max Krieger und der Stadt Stolberg veranstaltet wird, einer der durchaus jüngeren Ausdrucksformen der zeitgenössischen bildenden Kunst zu, der „Arte Povera”.

Mit ihrer Ausstellung „Kulturen”, die vom 14. Juni bis 26. Juli in der Burg Stolberg stattfindet, führt die Künstlerin Marion Menzel, geboren 1953 in Langenfeld, vor, auf welch vielfältige, kreative Weise mit einfachen Materialien und Materialkombinationen die Lebenswelten des Bürgers und die Welten der Kunst und der Künstler zusammengeführt und sublimiert werden können.

Marion Menzel absolvierte von 1969 - 1972 ein Ausbildung als grafische Zeichnerin und schloss dann von 1972 bis 1976 ein Studium für Malerei, Bühnenbild und freie Graphik an der Fachhochschule für Kunst & Design in Köln an, wo sie 1976 auch ihr Examen bestand. Seit 1976 lebt sie als freischaffende Künstlerin in NRW. Marion Menzel wirkte bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland mit.

Der Begriff „Arte Povera” existiert seit etwa dreißig Jahren. Er beschreibt, was eine Reihe junger, insbesondere italienischer Künstler, unabhängig voneinander beschäftigte. Sie wollten die Welt nicht abbilden, sondern sie neu erschaffen, in poetischen Erzählungen und unerwarteten Konstellationen. Ihr Ziel war es, Banales zum Kunstwerk zu machen, wobei die Armut des Materials sowie die Armut der Mittel und Wirkungen das Charakteristikum war.

Das damit verbundene Bestreben der „Arte Povera”-Künstler, das Kunstwerk von seinem Sockel herunterzuholen, hat zu einer Erweiterung der Form und des Umgangs mit dem Material geführt: Das banalste und unbedeutendste Ding kann sich zu einem bedeutungsvollen Element im Kunstkontext transformieren. Vergängliche Installationen und für den Augenblick gedachte Aktionen bestimmten das Bild.

In den Arbeiten der späteren Jahre ist diese radikale Befreiung der Form selbstverständlich geworden, traditionelle Formen finden gleichberechtigt wieder Eingang in das künstlerische Schaffen. Das ist die Welt der Künste in der sich Marion Menzel aufhält, sich bewegt und sich einordnet. Ihr bevorzugtes Grundmaterial sind Teeblätter, daneben setzt sie Haare und Borsten von Tieren ein, vom Schwein oder vom Pferd also natürliche Produkte. Als Objekte wählt sie Schuhe, Taschen, Beutel, Blüten Kugeln, also Gegenstände des täglichen Gebrauchs.

Die Teeblätter werden durch Zugabe von Bindemitteln zu einer verarbeitbaren, streichbaren Masse aufbereitet, die die Oberfläche aller darzustellenden Gegenstände bildet und nach Austrocknung zu einer festen, leicht berührbaren Haut wird. Einheitlich im Aussehen, einheitlich in der Farbgebung einheitlich in der Oberfläche. Die Gegenstände sind in ihrer Form eindeutig erkenn- und zuordenbar, doch werden sie verfremdet durch ihre Oberfläche, Gebrauchsgegenstände und doch nicht zum normalen Gebrauch bestimmt.

Schön und anziehend durch ihre Form und doch nicht brauchbar wegen des für ihre Formgebung verwendeten Materials. Ein Material, das Vergänglichkeit signalisiert, für ein Objekt, das nicht für die „Unendlichkeit” bestimmt ist. Und doch sprechen die von Marion Menzel geschaffenen Objekte den Betrachter ästhetisch an. Ist es die Eleganz des Materials, ist es die Eleganz der Formen, oder eine Kombination aus beiden? Ist es der offensichtliche Widerspruch zwischen dem Gebrauchsgegenstand und dem zu seiner Herstellung gebrauchten Material. Man kann sich nur schwer entscheiden, welcher Deutung man den Vorzug gibt.
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