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Auf der Suche nach den Ursachen für Extremismus

Von: dim
Letzte Aktualisierung:
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Radikalismus soll nicht nur ein Thema sein, wenn die extreme Rechte durch Stolberg marschiert. Der Integrationsrat begibt sich auf Spurensuche nach den Ursachen, warum sich Jugendliche Foto: J. Lange

Stolberg. Für alle Menschen, die in einem demokratischen Land leben, sei jeglicher Radikalismus schädlich, schickt Ahmet Ekin voraus. „Deshalb sollte Radikalismus nicht nur ein Thema sein, wenn gerade Rechtsradikale durch Stolberg marschieren“, betont der Vorsitzende des Integrationsrats. Mit der Unterstützung des Bürgermeisters Ferdi Gatzweiler und der großen Koalition habe das Gremium daher die Informationsveranstaltung „Jung und radikal? Salafisten, Nazis, Autonome – eine Spurensuche“ organisiert, die am Freitag, 30. November, stattfindet.

„Das Wissen voneinander hilft beim Zusammenwachsen der Kulturen. Für die ,Spurensuche‘ konnten wir zudem wirklich hochkarätige Referenten gewinnen“, sagt Dieter Genreith, der dem Integrationsrat als Vertreter der Verwaltung beiwohnt. Selbst ein erfahrener Pädagoge, wünscht er sich, dass viele Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, in der Jugendarbeit tätige Menschen und Politiker den Weg zu dem Informationsabend mit anschließender offener Diskussionsrunde finden, da sich die wissenschaftlichen Vorträge besonders für diese „Multiplikatoren“ eignen.

„Herzlich eingeladen sind aber selbstverständlich alle Stolberger aus dem gesamten Stadtgebiet, egal welchen kulturellen Hintergrunds“, erklärt Ekin.

Schon eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung werden die Pforten des Kulturzentrums Frankental geöffnet, denn für die Gäste stehen Getränke und kleine türkische Spezialitäten bereit.

Ab 18 Uhr erläutert der renommierte Islamwissenschaftler und Soziologe Bernd Ridwan Bauknecht Hintergründe des Salafismus. Bauknecht ist Mitglied der Islamkonferenz und in der Arbeitsgruppe „Prävention gegen Extremismus unter Jugendlichen“ aktiv und wird in Stolberg unter anderem den Salafismus als internationale politische Bewegung analysieren, um darauf zu erörtern, wie sich diese Bewegung auf junge Menschen in Deutschland auswirkt.

Auf „Spurensuche“ nach den Ursachen jugendlichen Extremismus‘ wird die Studie „Die Sicht der Anderen“ vorgestellt, die im Auftrag des Bundeskriminalamts und in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wurde. Aussagen jugendlicher Extremisten aus den rechts- und linksradikalen sowie salafistischen Lagern werden dabei gegenübergestellt. Von der Anthropologie des Korans ausgehend wird die Religionswissenschaftlerin Ayfer Dagdemir anschließend die hermeneutisch widersinnige Rechtfertigung von Gewalt aufzeigen. Dagdemir beleuchtet entsprechende Koran-Verse in ihrem Kontext und deutet ihren Sinn für die Gegenwart.

Nachdem die Rolle der Bildung, der Schulen und des Islamischen Religionsunterrichts als mögliches Präventionsmittel gegen Radikalismus reflektiert wurde, beginnt die offene Diskussionsrunde, bei der die Organisatoren und der Bürgermeister auf rege Beteiligung hoffen. „Wir wünschen uns, an dem Abend viele Stolberger begrüßen zu dürfen, und möchten derartige Bildungsveranstaltungen des Integrationsrats als feste Reihe in der Kupferstadt etablieren“, sagt Gatz­weiler.

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