Stolberg-Breinig - Auf der Suche nach dem roten Faden

Auf der Suche nach dem roten Faden

Von: Jan Schlegelmilch
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Bis zum Start der neuen Tournee bleibt für ihn noch einiges zu tun: Hennes Bender. Foto: Schlegelmilch

Stolberg-Breinig. Am Freitagabend hatten die Breiniger die Qual der Wahl: Fußball-Derby gegen Hertha Walheim oder Comedy mit Hennes Bender? 400 Zuschauer entschieden sich für den Sportplatz, rund 150 für die Mehrzweckhalle - und wurden Zeuge eines äußerst experimentellen Auftritts des Comedians.

Breinig war die erste Station in Benders Preview-Tour für sein neues Bühnenprogramm „Erregt”, das am 2. Oktober in Bielefeld startet. Einen planmäßigen Ablauf seiner Show durfte man deshalb nicht erwarten.

Doch der 42-jährige Bochumer, der schon vorab betont hatte wirkte auf der Bühne teilweise desorientiert und suchte immer wieder in seinen Papierstapeln erfolglos nach dem roten Faden. „Manche fragen mich, warum ich eigentlich Komiker geworden bin. Das frage ich mich gerade auch”, kommentierte Bender den ersten Preview-Auftritt mit Humor und verabschiedete sich ebenso scherzhaft: „Danke fürs Kommen, und danke fürs Hierbleiben, das war ein Experiment. Aber wenn man überlegt, dass sonst nichts in Stolberg los ist, war es doch okay.”

Das dachte auch ein Großteil des Publikums, denn trotz einiger Aussetzer kam Bender bei vielen Besuchern gut an. Denn wenn der als Synchronisationsstimme und aus dem TV bekannte Komiker erst einmal seinen Redefluss gefunden hat und zum spitzzüngigen Rundumschlag ausholt, ist lautes Gelächter garantiert. Bender versuchte immer wieder, das Publikum einzubinden. „Sind Scientologen hier?”, fragte er, um dann festzustellen: „Da könnte ich ja auch fragen: Hat jemand FDP gewählt?”

Die Liberalen nahm Bender genau so aufs Korn wie die Eigenarten mancher Religionen: „Was hat die katholische Kirche gegen Harry Potter?”, fragte Bender. „Das ist ein Märchenbuch, genau wie die Bibel. Kommt, ihr glaubt doch nicht an sprechende Schlangen? Ich hab´ das Dschungelbuch gesehen, hört auf.” Und in Bezug auf die Mormonen stellt Hennes Bender pointiert fest: „Die Mormonen wurden von jemandem gegründet, der mit 14 eine Vision hatte. Ich hatte auch mit 14 eine Vision - und die hieß Samantha Fox!”

Der Reaktion des Publikums nach zu urteilen sollte Bender solche Witze ebenso wie die Gesangseinlagen im neuen Programm behalten. Nur den roten Faden muss der Bochumer, der im Anschluss noch fleißig Autogramme schrieb, bis zum 2. Oktober noch finden.
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