Stolberg - Auf den Spuren der alten Kupfermeister

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Auf den Spuren der alten Kupfermeister

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Toni-Roderburg-Bild
Toni Dörflinger (links) referiert in dem Innenhof der Roderburger Galmeimühle über die Hisorie der Stolberger Kupferhöfe. Foto: D. Müller

Stolberg. „Wir stehen hier praktisch auf einem alten Seitenarm der Vicht, der 1643 versiegte und 1854 zugeschüttet wurde”, erklärt Toni Dörflinger den Interessierten des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins. Die Gruppe befindet sich auf dem Mühlener Markt - dem optimalen Ausgangspunkt für die Führung „Roderburg”, die sich den acht einstigen Kupferhöfen des Areals widmet.

Dörflinger erläutert zu Beginn allerlei Wissenswertes über die Roderburger Galmeimühle, die Heinrich Peltzer im 17. Jahrhundert erbaute.

Im Innenhof der heute in Eigentumswohnungen umgewandelten Anlage verweist er auf einen Gussstein, der einst Teil einer Form war, mit dem Messingplatten gegossen wurden: „Solche Gusssteine findet man überall in der Kupferstadt. Sie sind später zum Beispiel in Mauern verbaut oder als Treppenstufen verwendet worden”, führt der Heimatkundler aus, bevor er auf die exakte Stelle deutet, an der sich der so genannte „Blaue Salon” befand.

Dieser sei 1983 anlässlich der Sanierung des Gebäudes entdeckt worden und leite seine Bezeichnung von der blauen Tapete des Salons ab. „Diese sollte in München restauriert werden. Ein Streit um die Finanzierung der Restauration führte aber dazu, dass sie bis heute leider nicht mehr nach Stolberg zurückgelangt ist”, hadert Dörflinger.

Die mehr als ein Dutzend Teilnehmer der Führung nimmt er auf den Weg, auf dem er den einstigen Verlauf der Vicht anhand der Kanaldeckel nachvollzieht, und die Gruppe erreicht das Objekt „Roderburgmühle 9”, das die verbliebene Rückfront der 1532 entstandenen „Veldtmühle”, Stolbergs ältestem Kupferhof, darstellt.

Es stellt sich heraus, dass ein Mitglied des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins eben dieses Haus bewohnt. Er zückt seinen Hausschlüssel und gewährt den anderen Interessierten den Einblick in das Treppenhaus des historischen Gebäudes, bevor die geschichtliche Spurensuche an weiteren Schauplätzen fortgesetzt wird.

Die Führung war der praktische Teil von Dörflingers dualem Vortrag. Bereits am Donnerstag hatte er im Rolandshaus zum Thema Kupferhöfe vor dem Heimat- und Geschichtsverein referiert. Sein Lichtbildvortrag als theoretische Grundlage zu der Führung veranschaulichte mittels historischer Karten und Fotos die Fakten und Zusammenhänge um die acht burgartigen, geschlossenen Hofanlagen, in denen die Kupfermeisterfamilie im Herrenhaus residierte. Auch die Arbeitskräfte wohnten wochentags in den Kupferhöfen, die meist mit Schmelzhütte, Gießerei, Hammerwerk und Galmeimühle ausgestattet waren.

Der nächste Vortrag von Toni Dörflinger befasst sich mit der „Krautlade”. Er findet am Mittwoch, 17. November, um 20 Uhr in der Volkshochschule Stolberg statt. Telefonische Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 862460.
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