Stolberg-Breinig - Auf den Piks folgt in Breinig der Genuss

Auf den Piks folgt in Breinig der Genuss

Von: Heike Eisenmenger
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Ein kleiner Piks, der nicht weh tut: Karl-Heinz Meyer, hier mit Ruth Steffens (vorne), spendet gerne sein Blut, um seinen Mitmenschen zu helfen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Breinig. Zuerst kommt der kleine Piks, dann der Genuss: Genießerisch kostet Blutspender Peter Kliemke vom Dessert. „Rotweincreme mit Lehmkuchenbröseln - lecker. Das, was die vom DRK Breinig bieten, kriegt man sonst nirgendwo”, lobt der 59-Jährige.

Doch damit meint Kliemke nicht nur das mit viel Liebe vom Breiniger DRK-Ortsverein zubereitete Fünf-Gänge-Menü, das statt des obligatorischen Brötchens den Blutspendern vorgesetzt wird: „Es ist die ganze Atmosphäre hier. Das Breiniger DRK ist eine sehr nette Gruppe, die auch sonst viel bietet”, findet der Simmerather.

„Es ist einfach großartig, mit mit welcher Phantasie und Einfallsreichtum das DRK Breinig das Blutspenden angeht”, pflichtet Friedhelm Tissen, Abt der Benediktinerabtei in Kornelimünster, seinem Tischnachbarn bei.

Wie Kliemke und der Abt aus Kornelimünster, so schätzt auch Gottfried Tillmann aus der zufällig zusammengewürfelten Tischrunde vor allem das Gemeinschaftsgefühl, das das DRK vermittelt. „Ich genieße das hier. Es ist nicht nur das Menü, sondern das Zwischenmenschliche. Im Laufe der Jahre hat man sich ja kennengelernt”, sagt der 61-Jährige aus Venwegen.

Um Menschen dauerhaft für das Blutspenden zu aktivieren, muss man sie in eine Gemeinschaft einbinden und Neues anbieten. So entstand im vergangenen Jahr die Idee, einen Blutspendetag mit Menü anzubieten. Zur „Premiere” kamen 130 Spender. „Normalerweise sind es um die 80”, sagt Reinhilde Kloubert vom DRK Breinig.

Beim Blutspendetag 2009 sind 20 Helfer im Einsatz. Vom frühen Morgen bis in den Abend wird im Pfarrheim „Goldener Sterin” rotiert: In der Küche brodelt es in den Töpfen, Speisen werden angerichtet und serviert, schmutziges Geschirr abgeräumt.

Der 15-jährige Norbert Augusto ist für die Getränke zuständig. Auf die Frage, warum er sich ehrenamtlich engagiert, antwortet der junge Mann, dass es sich lohne, für die gute Sache einzustehen. „Es gibt immer jemanden, der Blut braucht. Vielleicht kommt man eines Tages selbst in die Situation. Dann ist man doch auch froh, wenn einem geholfen wird”, argumentiert der DRK-Helfer.

Wichtig sei, die Leute überhaupt zur Blutspende zu bewegen. „Wer einmal kommt, kommt auch ein zweites Mal”, gibt Augusto Erfahrungswerte wieder. Doch es sind gerade die jungen Spender, die fehlen.

Mit seinen 20 Jahren gehört Marcel Muhlen-Schulz aus Büsbach zur begehrten Zielgruppe. Der Büsbacher sieht in der fehlenden Informationspolitik den Hauptfehler: „Vielen jungen Leuten ist nicht bewusst, wie wichtig die Blutspende ist, was darin liegt, dass die Werbung diese Altersgruppe nicht anspricht.”

Auch Kliemke, der inzwischen sein Dessert ausgelöffelt hat, setzt auf mehr Information. „Man sollte anfangen, in den Fahrschulen, ja schon in den Schulen, darüber zu sprechen, wie wichtig es ist, Blut zu spenden. Es kann jeden von uns treffen, darum muss frühzeitig das Bewusstsein der jungen Leute für das Blutspenden geweckt werden.”

Im Fall von Karl-Heinz Meyer war es ein junger Mensch, der ihn überzeugte. „Meine Tochter hat sich zum 16. Geburtstag gewünscht, dass ich Blut spende. Ich hatte erst die Hoffnung, sie würde das Ganze vergessen. Hat sie aber nicht, also musste ich mein Versprechen einlösen und komme seither regelmäßig zur Blutspende”, erzählt der 55-Jährige, der den Piks gerade hinter sich hat. Übrigens: Weh getan hat er nicht, „das ist reine Kopfsache”, sagt Meyer.
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