Astrid Natus-Can ist neue Chefin des Helene-Weber-Hauses

Von: Heike Eisenmenger
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Astrid Natus-Can (links), hier
Astrid Natus-Can (links), hier mit ihrer Mitarbeiterin Judith Pfeiffer (rechts), wurde mit offenen Armen als Leiterin und Geschäftsführerin des Helene-Weber-Hauses empfangen. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Die neue Chefin des Helene-Weber-Hauses steht zu ihrer Schwäche: „Schokolade kann ich nicht widerstehen, ich muss täglich etwas Süßes haben”, erzählte Astrid Natus-Can den geladen Gästen, die zu ihrer Amtseinführung in das Mehrgenerationenhaus gekommen waren. „In meinem zweiten Leben werde ich Testerin für Süßspeisen”, sagte die 44-Jährige vergnügt.

Doch erstmal zählt das Hier und Jetzt. Auf die Politikwissenschaftlerin wartet eine große Herausforderung: Als neue Leiterin und Geschäftsführerin des Helene-Weber-Hauses in der Städteregion muss sie das Kunststück vollbringen, trotz allgemeinen Sparzwangs das Bildungspaket in der gewohnten Qualität aufrecht zu erhalten. Um das zu schaffen, müssen neue Ideen her, neue Weg gesucht werden.

Dass sie die Energie und den Sachverstand dafür hat, daran zweifelt wohl kaum einer, der sie kennengelernt hat. Es ist aber vor allem ihre gewinnende, offene Art, die ihr sicherlich helfen wird. Neun Monate dauerte die Suche des Vorstandes des Trägervereins der katholischen Familienbildungsstätte nach einem Nachfolger für Mechthilde Bohland-Theißen, die in Coesfeld eine Stelle angetreten hat.

Von den 16 Kandidaten wählte der Vorstand fünf aus. „Nach zwei gesonderten Gesprächen stand für uns fest, dass Astrid Natus-Can die Person ist, nach der wir gesucht hatten”, erzählte Helmut Heuschen, Vorsitzender des Trägervereins. „Bei Frau Natus-Can hatten wir den Eindruck: Die kommt gar nicht von außen, es ist vielmehr so, als wäre sie schon immer hier gewesen”, erzählte Heuschen. „Sie kennt sich unglaublich gut aus in den Bereichen des Helene-Weber-Hauses und in der Bildungsarbeit. Überzeugt hat uns aber auch ihre christliche Art”, erklärte der 69-Jährige.

Statt Endlos-Reden und Lobeshymnen gab es eine lockere Gesprächsrunde bei der Feierstunde, die von Dieter Spoo, Seelsorger der Citykirche in Aachen, moderiert wurde. Teilnehmer waren Pfarrer Rolf Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral, Schule und Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, die Professorin Dr. Marianne Genenger-Stricker von der Katholischen Hochschule Aachen, Marlies Kolley-Mohnen (Perspektive 50plus der Wirtschaftsförderung Aachen) sowie Regionaldekan Josef Wienand, die allesamt in engen Kontakt zum Helene-Weber-Haus stehen.

Rund 600 Partner hat die katholische Familienbildungsstätte. Was verbindet Sie mit dem Helene-Weber-Haus?”, fragte Spoo in die Runde. „Eine sehr gute Zusammenarbeit, die von hoher Sachkenntnis geprägt ist”, antwortete Kolley-Mohnen von der Projektleitung 50plus, die ältere Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt eingliedert.

Beeindruckt habe sie vor allem der Respekt, den das Helene-Weber-Haus vor der Aufgabe habe. „Es setzt sich für die unteren Gruppen, Menschen, denen es schlecht geht, ein. Dafür ist es auch nötig, Geld in die Hand zu nehmen”, betonte Pfarrer Cremer. Geld war in der Vergangenheit oft ein Thema zwischen der Helene-Weber-Haus-Leitung und Regionaldekan Wienand - wegen seiner Finanzkrise muss das Bistum in allen Bereichen sparen. „Die Herausforderung an beide Seiten war, Bildung mit weniger Geld zu erhalten. In dieser Zeit habe ich das Helene-Weber-Haus als streitbaren, aber verlässlichen Partner kennengelernt.”

Liebe zu Italien

Zum Schluss trat Natus-Can der Runde bei. Zuvor hatte Moderator Spoo diverse Gegenstände unter den Teilnehmern verteilt - darunter ein Paket Nudeln und ein Bild des Bergs Ararat (Türkei) in der Runde. „Meinen komischen Nachnamen habe ich meinem Mann zu verdanken”, verriet Astrid Natus-Can und deutete auf das Bild. „Als ich meinen Mann kennenlernte, dachte ich, er sei Italiener. Als ich merkte, dass er Türke ist, war es bereits zu spät”, erzählte sie mit einem Zwinkern - sehr zur Erheiterung der Gäste. Die Nudeln sind das Symbol für ihre Liebe zu Italien.

„Florenz ist meine zweite Heimat”, schwärmte die 44-Jährige. Für die Mitarbeiter sprach Judith Pfeiffer: „Sie haben die Angewohnheit, die Tür zu Ihrem Büro offen stehen zu lassen. Das ist ein wunderbares Bild - gemeinsam betreten wir alte und neue Räume”, sagte Pfeiffer und überreichte einen Blumenstrauß, der mit kleinen Schlüsseln behangen war. Heute rücken die Bauarbeiter an: Mit der Spende der Sparkasse finanziert die Familienbildungsstätte den Ausbau ihres Parkplatzes.
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