Asphaltmischwerk Stolberg: Mit Recycling wettbewerbsfähiger sein

Von: Jürgen Lange
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Da kommt die Schafherde gelegen: Umweltfreundlich Asphalt produzieren möchte das neue Unternehmen AMS in der Rüst durch den verstärkten Einsatz von Recyclingmaterial. In einen entsprechenden Ausbau des Mischwerkes (kleines Bild) wurde jetzt investiert. Foto: J. Lange
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Recycling ist gut für die Umwelt und die Produktionskosten: Jürgen Ramers ist Geschäftsführer der neuen Asphaltmischwerk Stolberg GmbH.

Stolberg. Es ist ein Werk mit Geschichte, das sich nun mit moderner Technologie neue Perspektiven für die Zukunft erschließen möchte. Mit neuen Produkten unter neuer Regie startet das Asphaltmischwerk in der Rüst durch, in dem es zunehmend auf die Wiederverwendung von Wertstoffen setzt. „Recycling ist für uns nicht nur ein umweltfreundliches, sondern auch ein wirtschaftliches Thema“, sagt Jürgen Ramers.

Der Breiniger ist Geschäftsführer der neu gegründeten „Asphaltmischwerk Stolberg GmbH“ (AMS) – ein Joint Venture des bisherigen Alleineigentümers Eurovia Industrie GmbH mit Sitz in Oberhausen, die mit Thomas Brombach den zweiten Geschäftsführer stellt, und der Vereinigten Schotterwerke GmbH & Co. KG (VSW) in Stolberg, bei der Ramers zudem Technischer Leiter ist.

Das Engagement der Stolberger VSW sichert den Erhalt von derzeit sechs Arbeitsplätzen in der Rüst. Ohne das Engagement des Stolberger Unternehmens wären die Tage des Betriebes in der Rüst sicherlich gezählt gewesen, ist sich Ramers sicher. Überkapazitäten auf einem Markt mit derzeit geringer Nachfrage nach Asphalt hätten sicherlich zum Aus der Anlage geführt.

An ihrem heutigen Standort ging das Mischwerk 1984 in Produktion – seinerzeit durch die Firma Teerbau, die von der Firma Teerschotter die Technik übernommen hatte, die sie an einer anderen Stelle auf dem Gelände betrieben hatte. Um die Jahrhundertwende übernahm die Eurovia die Produktionsanlagen und investierte kurz danach in zwei neue Bitumensilos.

Heute ist das Asphaltmischwerk immer noch da „sehr robust und kann ausgesprochen flexibel eingesetzt werden“, so Jürgen Ramers, aber wichtige Komponenten zum Einsatz von Recyclingmaterial fehlten. Für die VSW, Nachbarin auf dem insgesamt rund fünf Hektar großen Betriebsgeländes in der Rüst, lag der Schritt nahe, ihre Wertschöpfungskette zu erweitern. An den Standorten in der Kupferstadt sowie in Bochum engagieren sich rund 50 Mitarbeiter für die Gewinnung, Aufbereitung und Verwertung von mineralischen Rohstoffen, dem Bauschuttrecycling sowie der mobilen Schotteraufbereitung.

Schüttgüter und der Umschlag per Lkw und Bahn sind weitere Geschäftsfelder, die zu den Stärken der VSW zählen, die somit auch Zulieferer des Asphaltmischwerkes in der Rüst war und weiter ist. Durch das Engagement in der AMS hat das Schotterwerk sein Portfolio um den Baustein der Rohstoffveredlung erweitert.

„Durch das qualifizierte Recycling gebrauchter mineralischer Baustoffe auf Basis ausgereifter Brech- und Klassiertechnik werden die ökologischen und ökonomischen Anforderungen einer modernen Kreislaufwirtschaft erfüllt“, sagt Ramers zum Credo der VSW, das konsequent auf die AMS übertragen wird. Deshalb hat das neue Unternehmen bereits eine sechsstellige Summe in der Rüst investiert, um die Wiederverwendung bereits gebrauchter Rohstoffe zu ermöglichen.

Durch die Aufbereitung von auf Baustellen ausgebauten Asphalt als Kaltzugabe können bis zu 40 Prozent wertvolle Rohstoffe ersetzt werden. Zur Optimierung des Recycling-Kreislaufes soll weiter investiert werden. Zunächst in eine Überdachung der Lagerstätten der Wertstoffe, um die Energiekosten beim Einsatz zu minimieren.

Hoffnung auf mehr Straßenbau

Die Wiederverwertung erweitert nicht nur die Vielfalt der unterschiedlichen Mischprodukte, sondern soll den Produkten aus der Rüst auch beim Herstellungspreis einen Wettbewerbsvorteil sichern, denn der kostenintensive Bitumenanteil kann je nach Rezeptur deutlich gesenkt werden.

Die Investitionen der AMS in die Produktion fällt antizyklisch aus. „Derzeit ist der Absatz schwach“, sagt Ramers. Mangels Investitionen der öffentlichen Hand in den Straßenbau klagt die gesamte Branche. Über eine Jahreskapazität von rund 200 000 Tonnen verfügt die Produktionsanlage in der Rüst, aber „wir sind schon zufrieden, wenn sie zur Hälfte ausgelastet ist“, sagt Ramers, der auf eine spürbare Belebung des Geschäftes mit Asphalt setzt.

„Die Straßen sind weit über unsere Region hinaus so marode, dass etwas geschehen muss“, sagt der AMS-Geschäftsführer. Da ist die Forderung der CSU nach einer über vier Jahre gestreckte Investition von 25 Milliarden Euro in den Straßenbau ein Hoffnungsschimmer für den Produzenten wie für die Abnehmer. Das sind vor allem kleinere und mittlere Straßenbauunternehmen aus der Region. Erhalten diese wieder mehr Aufträge, wächst die Nachfrage nach Asphalt, und das Mischwerk in der Rüst steht mit seinen Mitarbeitern vor einer sicheren Zukunft.

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