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Artibus-Reihe: Die Auflehnung gegen die Macht der Großen

Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die letzte Ausstellung der Artibus-Reihe im Jahr 2009 in der Galerie der Burg Stolberg zeigt Arbeiten der mexikanischen Künstlerin Sandra del Pilar unter dem Titel „Diskurs der Macht” vom 20. September bis 31. Oktober.

Del Pilar, geboren 1973 in Mexiko Stadt, absolvierte von 1992 bis 1998 ein Kunststudium am Instituto Morelense de Bellas Artes Cuernavaca in Mexiko. Im Anschluss absolvierte sie ein Magisterstudium für Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, wo sie von 2001 bis 2005 zum Doktor der Kunstgeschichte promovierte.

2006 bis 2008 machte die Künstlerin ein Postgraduiertenstudium (Malerei) an der Akademie von San Carlos (ENAP) in Mexiko Stadt. Sie war von 2002 bis 2005 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und erhielt mehrere Preise. An verschiedenen Hochschulen in Mexiko hat sie Lehraufträge, als freischaffende Künstlerin arbeitet sie zudem in Ateliers in Mexiko und Deutschland.

„Diskurs der Macht” hat Sandra del Pilar ihre Ausstellung genannt. Die Künstlerin bringt damit eine Metapher zum Ausdruck, die sich gegen die Macht der Großen, die Macht des Staates, die Macht der Wirtschaft, die Macht der Reichen, die Macht der Kirche der Ohnmacht der kleinen Leute, der Ohnmacht der Armen und Ungebildeten und der Ohnmacht der sozial Schwachen auflehnt.

Dabei hat del Pilar vor allem ihre Heimat Mexiko vor Augen, wenn sie über Macht und Ohnmacht reflektiert. Sie hat den langen Weg ihres Landes zur Demokratie im Sinn, die Ungerechtigkeit die ihre Landsleute täglich erleiden müssen durch Hunger, Gewalt, Erniedrigung und Verweigerung angemessener Bildung.

Diese Zustände will die Künstlerin mit ihren Arbeiten anprangern. Sie will mit Hilfe ihrer Kunst die Gewalt, die den Menschen jeden Tag widerfährt, zeigen und ihre Umgebung aufrütteln, dagegen etwas zu unternehmen. Sie will zeigen, wie die Wirklichkeit für die Schwachen ist, wie gemein, wie grausam wie erniedrigend.

Der menschliche Körper dient der Künstlerin als Metapher der Menschheit, die von der Macht erniedrigt wird. Ihre Bildfiguren sind meist nackt, oft in Abwehrposition, von Hilflosigkeit gezeichnet, ohne Hoffnung, ganz auf das Überleben konzentriert. Wichtige Ausdrucksmittel sind für del Pilar Oberflächenstruktur und Farbe.

Gleichgültig was die Künstlerin malt, die Oberflächenstruktur wirkt homogen, was sie dadurch erreicht, dass sie alle Bildfiguren in einem Duktus malt, ohne abzusetzen oder zu korrigieren. Ein einmal gesetzter Pinselstrich bleibt gesetzt er wird nie mehr verändert.

In ihren Farben ist eine vibrierende Kraft zu spüren, die uns unmittelbar anspricht. Schönheit und Harmonie sind das letzte, was del Pilar anstrebt. Die Auswirkungen der Macht auf ihre Mitmenschen darzustellen und unsanft auf das Gewalttätige hinzuweisen, darin sieht sie ihre Aufgabenstellung als Künstlerin.

Kunst als wichtiges und gewichtiges Mittel des Diskurses mit den Mächtigen einzusetzen, um die politische Öffentlichkeit auf die Auswirkungen der Ausübung von Macht aufmerksam zu machen - das will sie erreichen.

Del Pilar erklärt ihre Position als Künstlerin wie folgt: „ Als Künstlerin habe ich nicht die Absicht, die Welt zu verändern - ich weiß sehr wohl, dass die Wirkkraft der Kunst ihre Grenzen hat. Dennoch möchte ich, um die Worte Fernando del Pasos zu paraphrasieren, die Aufgabe übernehmen Teil des Publikums, bescheidener Beobachter, Zeuge und Kommentator einer Zeit und eines Umfeldes zu sein, das die Möglichkeiten bietet, ein breites Feld unterschiedlicher Sichtweisen zu schaffen, die Teil jener Pluralität sind, welche eine der Grundvoraussetzungen für eine moderne und gerechte Demokratie zu sein scheint.

Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 20. September um 12 Uhr eröffnet. Die Künstlerin wird in die Ausstellung mit einem Vortrag einführen, in dem sie auch auf Strukturen und Bedeutung des visuellen Diskurses eingehen wird und den sie auch auf der Biennale in Venedig gehalten hat.
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