Stolberg-Liester - Arbeitswelt auch für die Jugend erlebbar machen

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Arbeitswelt auch für die Jugend erlebbar machen

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Die Schnittchen fanden bei der Feier in der Propst-Grüber-Schule reißenden Absatz. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Liester. Wolfgang Müllejans kann der Verlockung nicht widerstehen - das Fingerfood sieht nicht nur köstlich aus, sondern schmeckt auch so. Nicht nur dem Schulrat der Städteregion geht es so: Bei der Vertragsunterzeichnung im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „Kurs” in der Propst-Grüber-Schule wird tüchtig zugelangt, keines der Schnittchen bleibt übrig.

Für die Hauptschüler aus der Catering-Gruppe sind die leer geputzten Silbertabletts das größte Lob. Wie eine richtige Firma haben sie vorab die Essensauswahl mit dem Kunden besprochen, die Kosten kalkuliert, das Personal eingeteilt, Waren eingekauft, diese zubereitet und serviert.

Die Arbeitswelt für die Schüler erlebbar zu machen, das ist die Basis des Projektes „Kurs”. Bei Kurs arbeiten Firmen und Schule zusammen, um die Jugendlichen in unterschiedliche Berufe reinschnuppern zu lassen.

Qualitätssicherung

„Kurs” steht für „Kooperation Unternehmen der Region und Schulen” und ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bezirksregierung Köln, der Industrie- und Handelskammern zu Köln, Aachen, Bonn und Bonn/Rhein-Sieg sowie der Handwerkskammer Köln. Kurs bringt Schulen mit Firmen zusammen und sorgt zudem für die Qualitätssicherung.

„Wir sind die Verknüpfung zur Industrie”, erläuterte Dr. Leo Gielkens vom Kurs-Basisbüro beim Schulamt der Städteregion. Frühzeitig Kontakte zu Firmen herzustellen, auf sich aufmerksam zu machen und auch zu begreifen, worauf es den Unternehmen ankommt, erhöht die Chance auf einen Ausbildungsplatz für die Jugendlichen enorm. „Auch für die Unternehmen ist es eine Chance, denn die Firmen stehen im Hinblick auf den demographischen Wandel vor der Herausforderung, qualifiziertes Personal zu finden”, betonte Gielkens. In der Städteregion sind bereits 38 Schulen in „Kurs” involviert, im Regierungsbezirk Köln ist die 500-Marke bereits überschritten.

Der Grund, warum am Mittwoch in der Hauptschule Schnittchen und Sekt serviert wurde, war die Aufnahme eines weiteren Partners: Die Ausbildungswerkstatt Aachen an der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik wird künftig den Hauptschülern fundierte Einblicke in die Welt der Bundeswehr geben.

Georg Schoelen, der wie Dr. Gielkens das Kurs-Basisbüro repräsentierte, sprach von einer klassischen Win-Win-Situation. „Die Unternehmen erkennen, dass die Schüler überhaupt nicht so schlecht sind, wie sie angenommen haben. Die Schüler wiederum sehen, dass es nach der Schule durchaus etwas gibt, für das es lohnt, sich anzustrengen. Sie fallen in kein Loch.”

Auch Schulleiter Walter Clahsen hielt mit seiner Begeisterung nicht hinterm Berg. Er platzte schier vor Stolz auf seine erfolgreichen Schüler. Er und seine Kollegen sind selbst immer wieder erstaunt, wie sehr Schüler über sich hinauswachsen. „Schüler, die zuvor bockig und unmotiviert waren, sind plötzlich mit Begeisterung bei der Sache, übernehmen Verantwortung”, berichtete der Schulleiter.

Lavdin Hasani (13) war einer der „Mitarbeiter” im Catering-Service, die freundlich nachschenkten und Häppchen servierten: „Eigentlich wollte ich was mit Technik machen, aber jetzt finde ich es toll. Wir arbeiten im Team zusammen und außerdem lernt man immer waas Neues.”

Talha Cura (14) mag besonders den Kontakt zu den Kunden, für ihn steht sein Berufswunsch jetzt auch schon fest: „Ich werde Koch.”

Bundeswehr: mehr als nur durchs Feld robben

Die Ausbildungswerkstatt Aachen an der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik ist neuer Lernpartner im Kurs-Kooperationsnetz.

Bei der Ratifizierungsfeier in der Propst-Grüber-Hauptschule sagte Oberstleutnant Holger Fleckenstein, Leiter der Fachschule für Technik, dass er bei den Schülern die Begeisterung für technische Berufe wecken wolle.

Er sieht die Zusammenarbeit auch als Chance, um ein Bild zu korrigieren: „Viele verbinden mit der Bundeswehr nur den Soldaten, der mit dem Kampfmesser durchs Feld robbt.” Dabei habe sie spannende Berufsfelder im naturwissenschaftlichen Bereich zu bieten.
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