Ansprechpartner für das Tabu-Thema Inkontinenz

Von: dim
Letzte Aktualisierung:
pinkeln-bu
Elke Steverding ist Ansprechpartnerin der Stolberger Selbsthilfegruppe, die sich am Bethlehem-Krankenhaus gegründet hat. Foto: D. Müller

Stolberg. Mehr als fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Inkontinenz, also dem Unvermögen, Harn oder Stuhl willkürlich zurückhalten zu können. Trotz der hohen Verbreitung der Krankheit gilt Inkontinenz weitestgehend als ein Tabuthema - das will unter anderem die „Deutsche Kontinenz Gesellschaft” ändern.

Ursachen, Diagnostik, Therapie- und Versorgungsmöglichkeiten sollten noch mehr als bisher geschehen in der Öffentlichkeit ohne falsche Scham diskutiert werden, meint auch Elke Steverding.

Die Krankenschwester absolviert derzeit ein Fernstudium zur Kontinenzberaterin, und ist die Ansprechpartnerin der neuen Stolberger Selbsthilfegruppe, die sich jetzt erstmalig im Bethlehem Krankenhaus traf. Zwar fanden zunächst nur drei Betroffene den Weg zum ersten Treffen, doch Steverding ist zuversichtlich, dass die Gruppe sich noch vergrößern wird, wenn der monatliche Termin erst einmal etabliert ist. Denn die Selbsthilfegruppe richte sich nicht nur an direkt, sondern auch an indirekt Betroffene Menschen wie Angehörige oder Pflegende und habe durch die Unterstützung der „Deutschen Kontinenz Gesellschaft” und des Bethlehem-Gesundheitszentrums viele Möglichkeiten.

„Wenn die Gruppe es wünscht, sind zum Beispiel Vorträge von Ärzten und Pflegepersonal, Beckenbodentraining mit Therapeuten und Informationen von Ernährungsberatern, Apothekern und Heilpraktikern Angebote, die die Betroffenen wahrnehmen können”, erläutert die angehende Kontinenzberaterin, die der Selbsthilfegruppe als feste Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Man könne desweiteren Kontakte zu Krankenkassen herstellen und wolle durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit Tabuzonen abbauen.

Hauptinhalt der Treffen der Gruppe sei allerdings der offene Austausch der Betroffenen, zum Beispiel über Hilfsmittel oder auch den Alltag mit der Krankheit. „Menschen, die unter Inkontinenz leiden, richten ihre Freizeit oder auch ihre nötigen Einkäufe und Besorgungen danach aus, wo sich in der Nähe sauberer Toiletten befinden, die sie kostenfrei nutzen können. Alleine schon der Erfahrungsaustausch zu dieser Thematik kann für die Betroffenen sehr hilfreich sein”, erklärt Steverding.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert