Anschluss für Stolberg an die A 44 bei Eilendorf

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Verkehrssicherung ist in Arbei
Verkehrssicherung ist in Arbeit: Über die Sebastianusstraße erreicht man bald den neuen Anschluss an die A 44, der vorrangig geplant wird.

Stolberg. Die Kupferstadt erhält einen Anschluss an die Autobahn nahe Eilendorf. Allerdings wird der dritte Bauabschnitt der Eschweilerstraße (L 238 n) zwischen Steinfurt und der Phönixstraße erst einmal auf Eis gelegt.

Das erklärte Harry Voigtsberger am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorlage des neuen Straßenbedarfsplans der Stufe 1.

Angesichts sinkender Mittel für den Neu- und Ausbau von Straßen hat die Landesregierung die Prioritäten für Straßenbauvorhaben überarbeitet. „Seit Jahren ist klar, dass die zur Verfügung stehenden Gelder nicht ausreichen, um die geplanten Vorhaben umzusetzen”, beweist der Verkehrsminister „den Mut, Wahrheiten offen auszusprechen und Prioritäten zu setzen, um die Ressourcen verantwortlich einzusetzen”.

Die Wahrheit bedeutet für Stolberg, dass auf absehbare Zeit außer dem Anschluss an die A 44 kein weiteres Neubauprojekt in Sicht ist. Denn bei den vorrangigen Planungen konzentriert sich der Verkehrsminister, der 1999 als Bürgermeister in Stolberg kandidiert hatte, auf „besonders wichtige und einigermaßen reibungslos zu realisierende Projekte.”

Das bedeutet, dass die Kupferstadt erst einmal nicht mehr konfrontiert wird mit den Konsequenzen einer Ortsumgehung der L 11 für Hastenrath, wo man sich bislang nicht auf eine Trasse einigen konnte. Das bedeutet aber aus Stolberger Sicht auch, dass der Traum einer Osttangente, die Mausbach, Gressenich und Donnerberg entlasten soll, in noch weitere Ferne gerückt ist. Gleiches gilt für eine vernünftige Verbindung zur A 4 in Eschweiler, denn die Planung des dritten Bauabschnittes der L 238 zwischen Steinfurt und Phönixstraße wird als „nachrangig” ebenso in den Kühlschrank gelegt.

Während der zweite Abschnitt von der Odilienstraße über den „Hohen Stein” bis zur Phönixstraße nach der Errichtung einer Brücke als „im Bau” gilt, gibt es erhebliche Probleme für die Trassenführung des dritten Abschnittes. Sie zerschneidet ein Betriebsgelände, andere Linienführungen geraten in Konflikt mit dem Naturschutz in der Indeaue.

Als unproblematisch gilt dagegen der Autobahnanschluss bei Eilendorf - vor allen Dingen auch deshalb, weil der Bund ihn plant. Ende 2012 könnte das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein, hatte noch im Mai der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt prognostiziert. Da gilt der dazu gehörige Neubau der L 221 durch das Land als konsequent, wenn auch Düsseldorf am Donnerstag keine Prognosen über die Zeitachsen geben wollte.

Der Vorentwurf ist jedoch in Bearbeitung, die Planung soll vorrangig erfolgen, so Voigtsberger. Mit über acht Millionen Euro wird die neue Trasse kalkuliert, die mit Kreisverkehren an das bestehende Straßennetz angeschlossen werden soll - auch an die Sebastianus-straße (L 236) und Buschmühle (L 220). Im Vorgriff auf eine zunehmende Verkehrsbelastung plant der Landesbetrieb Straßenbau verkehrssichernde Maßnahmen in Kombination mit dem Ausbau des Radweges durch Atsch.

Die Pläne dazu sollen den Bürgern in Kürze vorgestellt werden. Weiterhin in der absolut nachrangigen Stufe 2 des Landesstraßenbedarfsplans gelistet ist eine Atscher Ortsumgehung zwischen Würselener- (L 23) und Münsterbachstraße (L 236). Allerdings rückt sie nach der aktuellen Überarbeitung der Listen in noch weitere Ferne.

Mit Kritik an den politischen Mehrheiten in Stolberg und Eschweiler reagierte Axel Wirtz auf den Landesstraßenbedarfsplan, nachdem die Ratsmehrheiten einen von der CDU geforderten interkommunalen Arbeitskreis zur Verkehrsplanung abgelehnt hatten, weil eine Koordinierung ja bereits erfolge. „Das genaue Gegenteil ist der Fall”, sagte Wirtz. „In wesentlichen Fragen werden keine gemeinsamen Interessen oder Kompromisse formuliert.”

Bestes Beispiel sei das faktische Ende des Ausbaus der L 238, ein weiteres die fehlende Einigkeit über einen Autobahnanschluss für Camp Astrid, der auch Röhe entlasten würde, und das nächste sei die mangelnde Abstimmung im Bereich Hastenrath, Mausbach und Gressenich. Widerstrebende Interessen erkennt Wirtz außerdem an dem in Eschweiler projektierten Supermarkt-Projekt nahe der Steinfurt, wo Stolberg Bedenken zu Verkehrsanschluss und Einzelhandelsverträglichkeit habe.

„Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen”, sagt Wirtz. Dabei müssten Stolberg und Eschweiler Kompromisse schließen und gemeinsame Interessen gegenüber Düsseldorf formulieren, damit sie eine Chance auf Realisierung wahren könnten.
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