Anmeldezahlen: Goethe-Gymnasium ist der große Verlierer

Von: Kolja Linden und Michael Grobusch
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Stolberg. Es gab Zeiten, in denen Charlotte Eßer wenig Grund zur Freude hatte. Doch diese Zeiten sind offensichtlich vorbei.

Die Leiterin der Realschule Mausbach konnte am Montag mit ebenso viel Zufriedenheit wie Genugtuung die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr verkünden: Mit 60 Mädchen und Jungen liegt die Schule noch einmal deutlich über der Zahl des Vorjahres (45) und hat damit den jahrelangen Abwärtstrend endgültig gestoppt. Einen bösen Rückschlag muss derweil das Goethe-Gymnasium hinnehmen, das ein deutlich geringeres Interesse beklagt und mit 90 Anmeldungen um 25 Schüler und eine gesamte Klasse hinter den Vergleichszahlen für 2009/10 zurückbleibt.

Mensa-Diskussion kostet Schüler

Nicht glücklich ist deshalb Schulleiterin Stefanie Luczak über die Terminierung der Ratssitzung zum nun wieder in Frage gestellten Erweiterungsbau am vergangenen Dienstag. Hätten die Anmeldezahlen bis dahin noch auf Vorjahresniveau gelegen, seien sie ab Mittwoch deutlich zurückgegangen. Luczak ist sich sicher, dass die Mensa-Diskussion die Schule in diesem Jahr Schüler gekostet hat, aber: „Das kann sich ja wieder ändern, wenn im nächsten Jahr dieses tolle Gebäude da steht”, gibt sich Luczak kämpferisch.

Beim Ritzefeld-Gymnasium ist die Zahl der Anmeldungen dagegen stabil geblieben und hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar leicht um vier auf 97 erhöht. „Unser Konzept hat sich bewährt. Wir liegen 100 Prozent über der Prognose im Schulentwicklungsplan der Stadt und fast 30 Prozent über den Zahlen des Vorjahres”, frohlockte Charlotte Eßer angesichts der zwei Dreißigerklassen und der gesicherten Zweizügigkeit. „Wenn man dann noch bedenkt, dass es aufgrund des demographischen Wandels weniger Kinder gibt, können wir wirklich sehr zufrieden sein.”

Angebot wird geschätzt

Die Zufriedenheit und die guten Zahlen will die Leiterin nicht allein auf die Einführung des Ganztagsbetriebes im vergangenen Sommers zurückführen. „Wir bieten ein kleines System und die Vorteile der Gesamtschule. Bei uns wird jeder Schüler gesehen und genießt eine gute Differenzierung. Das wird von den Eltern sehr geschätzt.”

Geschätzt wird auch das Angebot der Hauptschule Kogelshäuserstraße, dass durch den voraussichtlich im kommenden Herbst fertiggestellten Um- bzw. Erweiterungsbau noch attraktiver wird. 35 Anmeldungen verzeichnet Schulleiter Jörg Klein dort, drei mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Klein geht aber davon aus, dass, wie im Vorjahr auch, die tatsächliche Schülerzahl weit darüber liegen wird. Im Sommer 2009 waren es letztlich 54 Kinder, die an der Kogelshäuserstraße eingeschult wurden.

Mit zwei Klassen für das kommende Schuljahr kalkuliert auch Walter Clahsen an der Probst-Grüber-Hauptschule auf der Liester, auch wenn die aktuell 32 Schüler - zwei weniger als zum Anmeldeschluss 2009 - dafür nicht ausreichen würden. „Erfahrungsgemäß kommen mit etwas Verzögerung noch einige Rückläufer von den Gesamtschulen dazu. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir zweizügig bleiben werden.” Tatsächlich wurden an den Gesamtschulen in Brand, Langerwehe und Eschweiler zahlreiche Kinder aus Stolberg abgewiesen.

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich dabei zum überwiegenden Teil um Kinder mit Hauptschulempfehlung. Clahsen zeigte sich am Montag angesichts der Resonanz „zufrieden”, denn: „Wir waren im Vorfeld sehr besorgt, dass sich die insgesamt rückläufigen Schülerzahlen bei uns deutlich bemerkbar machen könnten. Das aber ist erfreulicherweise nicht der Fall.”

Inwieweit sich die stabilisierte Lage positiv auf die Zukunftsplanung seiner Schule auswirken könnte, vermochte Clahsen am Montag nicht zu sagen: „Wir müssen jetzt zunächst die Landtagswahlen am 9. Mai abwarten. Erst danach wird sich entscheiden, wie es mit dem Schulsystem in Nordrhein-Westfalen und auch mit den Schulen im Stolberger Stadtgebiet weitergehen wird.”
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