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Anmeldezahl wird die letzte Hürde sein

Von: Michael Grobusch
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Ein wesentlicher Teil der veranschlagten 4,2 Millionen Euro für die alte Gutenbergschule wird in Brandschutzmaßnahmen fließen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das ist wohl die entscheidende Botschaft, auf die viele Stolberger Eltern gewartet haben dürften: „Wir können heute mit Sicherheit sagen, dass zum Beginn des Schuljahres 2012/13 eine Gesamtschule in unserer Stadt eröffnet wird”, frohlockte Ferdi Gatzweiler heute.

Eine kleine Einschränkung muss der Bürgermeister allerdings noch machen, wenngleich sie angesichts der großen Resonanz, die bei der Bedarfsabfrage im vergangenen Jahr festgestellt worden war, als eher theoretisch einzustufen ist: „Die endgültige Genehmigung wird die Bezirksregierung erst dann erteilen, wenn wir im Rahmen des Anmeldeverfahrens 100 Schüler erreicht haben.”

Finanztechnisch, und das galt bis dato als weitaus größere Hürde, liegt eine solche Genehmigung schon vor. Insgesamt 4,2 Millionen Euro darf die Stadt Stolberg in den Umbau der alten Gutenbergschule am Sperberweg und in kleinere Änderungen in der Realschule I investieren. An diesen beiden Standorten soll die Gesamtschule untergebracht werden. 100.000 Euro werden mit sofortiger Wirkung bereitgestellt, um die Planungsaufträge zügig vergeben zu können.

Bezirksregierung stellt Fachmann

Der Wettlauf mit der Zeit hat somit begonnen, Ferdi Gatzweiler sieht die Stadt aber gut im Rennen, „weil wir viele Dinge vorausschauend vorbereitet haben”. So sei beispielsweise das weitere Prozedere mit der Bezirksregierung bereits abgestimmt. Demnach wird die Kölner Behörde der Stadt Stolberg einen externen Fachmann zur Seite stellen, der beratende Tätigkeiten ausübt und zudem in der Öffentlichkeit als Ansprechpartner zum Thema Gesamtschule auftritt. Dem Vernehmen nach soll es sich um den Leiter einer Gesamtschule aus der Region handeln. Maßgeblich beteiligt sein wird dieser an einem zentralen Informationsabend zu allen weiterführenden Schulformen, die wahrscheinlich im November stattfinden wird. „Weil die Gesamtschule für Stolberg neu ist, werden wir zusätzlich mehrere Veranstaltungen in Grundschulen anbieten”, kündigt Gatzweiler an.

Das konkrete Anmeldeverfahren wird im Januar starten - und somit vor den Einschreibungen für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Auch hier greift laut Bürgermeister der formale Ansatz, dass für die Eingangsstufe der Gesamtschule mindestens 100 Schüler erreicht werden müssen. „Denn wenn das nicht der Fall sein sollte, muss die Möglichkeit bestehen, sich im Anschluss noch für eine andere Schulform einschreiben zu können.”

Greift allerdings der erwartete Plan A, wird nach der Genehmigung umgehend mit den Baumaßnahmen begonnen, denn: „Wir wollen den Großteil bis zum Beginn des Schuljahres abschließen”, versichert Ferdi Gatzweiler. Zugleich wird die Bezirksregierung einen kommissarischen Schulleiter benennen. Offiziell gewählt werden muss er von der Schulkonferenz, die sich wiederum erst nach Schuljahresbeginn konstituieren kann.

Mit der Eröffnung der Gesamtschule, und dies war in den vergangenen Wochen durchaus strittig, soll auch die Sekundarschule in Stolberg eingeführt werden - an der Kogelshäuserstraße. „Wir müssen 2012/13 unser gesamtes Schulkonzept umsetzen. Alles andere wäre fatal”, so der Bürgermeister, der zum einen den Schulkonsens auf städtischer und Landesebene nutzen will und zum anderen darauf verweist, dass die wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden müsse. „Anderenfalls müssten die Eltern aus der Innenstadt ihre Kinder nach Mausbach schicken, wenn sie eine Realschule wünschen.” Das sei in der Praxis sehr schwierig zu bewältigen und könne zudem die Einrichtung im Hahn vor Kapazitätsprobleme stellen.

Anders als bei Gesamtschule gibt es in Sachen Sekundarschule jedoch noch Abstimmungsbedarf mit der Bezirksregierung, weil das neue Schulgesetz erst im Oktober verabschiedet werden soll und es die ursprünglich geplante Verbundschule nicht mehr vorsieht. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf eine neuerliche Elternbefragung verzichten dürfen”, nennt Ferdi Gatzweiler einen der noch zu klärenden Punkte. Offen ist ebenfalls, ob der Rat die Einrichtung der Sekundarschule beschließen muss oder aber das Votum des Hauptausschusses ausreicht. Dieser tagt am 18. Oktober und könnte sich dem zu erwartenden klaren Votum des Schulausschusses anschließen, der an diesem Tag zu einer Sondersitzung zusammenkommen wird.

Klar ist indes, dass die Nachbarkommunen formal in die politische Willensbildung einbezogen werden müssen. „Das ist bereits angelassen”, so der Bürgermeister. Baulich wird die Stadt nicht viel unternehmen müssen, lediglich kleiner Maßnahmen in einem Umfang von laut Gatzweiler rund 300.000 Euro sind vorgesehen in der gerade erst für rund 2,6 Millionen Euro um- und ausgebauten Kogelshäuserschule.

Für Ferdi Gatzweiler steht fest: „Die Veränderung der Schullandschaft ist das wichtigste Projekt in meiner Amtszeit, weil es eine tragfähige Basis für die Zukunft der Stolberger Familien und ihrer Kinder schafft.” Und bei allem Lob für die politische Einmütigkeit gibt es doch einen Seitenhieb: „An diesem Thema nimmt die Bevölkerung sicherlich mehr Anteil als an den Diskussionen zur Eröffnungsbilanz, weil es für sie eine enorme Tragweite hat.”

Geplantes Schulgesetz schreibt neue Schulform fest

Der Schulkonsens von SPD, CDU und Grünen im Düsseldorfer Landtag soll Ende Oktober mit der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes zementiert werden.

Ein wesentlicher Punkt ist, dass Verbund- und Gemeinschaftsschulen nicht mehr genehmigt und stattdessen sogenannte Sekundarschulen gegründet werden.

Sie entstehen in der Regel durch die Zusammenlegung zweiter bestehender Schulen und Schulformen - im Falle von Stolberg Realschule I und Hauptschule Kogelshäuserstraße -, umfassen die Jahrgänge 5 bis 10 und eröffnen durch die Kooperation mit der Oberstufe eines Gymnasiums, Berufskollegs oder einer Gesamtschule auch den Weg zum Abitur.

In den Jahrgänge 5 und 6 wird gemeinschaftlich und differenzierend gelernt.

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