An Pfingsten versteht Stolberg nur spanisch

Von: Kolja Linden
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Stimmte mit Musik auf das Pfingstwochenende in Stolberg ein: Die spanische Band „Rumba Gitana”. Foto: K. Linden

Stolberg. 40 Konzerte, 20 Tanzvorführungen, fünf Kunstausstellungen, zwei Lasershows und zwei Ibiza-Nächte in der Burg: Das ist das Programm für „Stolberg goes Espana” vom 29. bis 31. Mai. Doch es wird längst nicht alles sein.

Ergänzt wird das dicht gedrängte Tableau für die drei Tage durch Fachvorträge, eine touristische Präsentation, einen Gottesdienst in spanischer Sprache, Kneipenkonzerte und viele kulinarische Angebote.

Finaler Höhepunkt wird am Sonntag, 31. Mai, die Espana-Parade sein, ähnlich der Brazil-Parade vom vergangenen Jahr. Der Zug mit spanischen Trachten-, Musik- und Tanzgruppen sowie andalusischen Pferden soll vom Kaiserplatz aus durch den Steinweg bis zum alten Markt ziehen.

Atmosphäre in der Altstadt

„Wir können zwar Spanien nicht nach hier holen”, sagte Kulturmanager Max Krieger bei der offiziellen Vorstellung des Programms im Europäischen Kunsthof Vicht, „aber in unserer wunderschönen Altstadt können wir eine tolle spanische Atmosphäre schaffen.”

Dass der Eschweiler Krieger damit die Stolberger Altstadt meinte, verstand sich in diesem Kontext von selbst.

Als Projektpartner hat er neben Stolberger Firmen, die als Sponsoren eine wichtige Rolle spielen, unter anderem auch die Spanische Gemeinschaft in der Kupferstadt sowie spanische Kulturvereine aus der ganzen Region gewonnen.

Im dritten Jahr ihres Bestehens wirft die Veranstaltungsreihe, die, so Max Krieger, ein Alleinstellungsmerkmal für Stolberg in der Städteregion ist, ihren Blick also erstmals auf ein europäisches Land.

Ein Umstand, der auch den Landtagsabgeordneten Axel Wirtz freute. „Jetzt sind wir in Europa angekommen”, sagte der Vorsitzende des Kulturausschusses und erinnerte an die 60er Jahre, als viele spanische Gastarbeiter nach Deutschland kamen und das Land mit aufbauten: „Da sind viele Verbindungen auf persönlicher Ebene entstanden.”

Von Spanien, dem Land, dass viele Deutsche mit Urlaubsstimmung und Lebensfreude verbinden, erhofft sich Krieger eine ähnlich Anziehungskraft wie von Brasilien im vergangenen Jahr.

Auch aus diesem Grund wird es erstmals ein touristisches Begleitprogramm geben, der Deutschen liebstes Urlaubsland präsentiert sich in der Stolberg-Touristik am Willy-Brandt-Platz. Strände statt Altstadt, Don Quixotte statt Burggrafen also, zumindest für drei Tage.

Zu den Fachvorträgen, die der Kulturmanager unter anderem auch zum Thema „Stierkampf contra Tierschutz” ankündigte, gehört auch ein solcher zum Thema Tourismus.

Immerhin sind die Erfahrungen Spaniens - gute wie schlechte - auf diesem Gebiet kaum zu toppen.

Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, in diesem Jahr Schirmherr der Veranstaltung, darf sich aber noch auf ganz andere Angebote freuen: Zum Beispiel auf den Maler Rafael Ramirez Máro, der in der Sparkasse am Kaiserplatz Flamenco-Gemälde zeigt, oder auf spanische Impressionen des Malers Hajo Peters in der Steinweg-Galerie.

Weitere themengebundene Ausstellungen sind im Möbelhaus Kaesmacher, dem Europäischen Kunsthof Vicht und in den Räumen der VR-Bank zu sehen.

Doch der Bürgermeister hatte noch einen ganz anderen Aspekt im Kopf, nämlich die Wirkung des 4. Aprils, an dem wieder Neonazis in der Kupferstadt demonstrieren und Stolberg in ein schlechtes Licht rücken wollen.

„Stolberg goes ...´ zeigt, dass die Stolberger ein gastfreundliches, offenes Volk sind”, so Gatzweiler.

„Ich bin überzeugt, wenn man danach über Stolberg spricht, dann wird man über eine weltoffene, freundliche Stadt sprechen.”

Ganz bewusst weg vom Ballermann-Image branchenüblicher Mallorca-Partys will Max Krieger mit den beiden Ibiza-Nächten am Freitag- und Samstagabend in der Burg.

Der Rittersaal soll sich dann bei Flamenco- und Rumba-Rhythmen in eine ibizenkische Finca verwandeln, in der Live-Bands und DJs abwechselnd einheizen. Einen Vorgeschmack gab im Kunsthof die Düsseldorfer Band „Rumba Gitana”, die am Pfingstwochenende ebenfalls dabei ist.

Musikalisch geht es an allen drei Tagen aber nicht nur im Rittersaal zu, sondern auch auf den Open-Air-Bühnen, wo verschiedene Bands alle Facetten spanischer Musik präsentieren. Dass dazu auch „Flamenco vom Feinsten” gehört, betonte Krieger ganz besonders.

Einblicke in diesen faszinierenden Tanz geben unter anderem Rosa Perez, das Orient-Tanzstudio Salwa und die Tanzgruppe „Las Rosas de Espana”.

Und auch der Kaiserplatz wird Schauplatz eines Höhepunktes sein. Denn zweimal, am Freitag- und am Samstagabend, steigt dort nach Einbruch der Dunkelheit eine andalusische Lasershow mit Licht- und Wassereffekten. Übrigens: Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
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