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Am Zinkhütter Hof soll ein neuer Jugendtreffpunkt entstehen

Von: Alexander Barth
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Erste Gespräche am neuen Treffpunkt: Jugendpfleger Michael Bosseler und Anne Barry (von re.) von der Mobilen Jugendarbeit im Dialog mit jungen Stolbergern und deren Eltern. Oberhalb des Zinkhütter Hofs soll zunächst ein stabiler Container aufgestellt werden. Foto: A. Barth
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Ein Thema für Generationen: Die Skater in Stolberg, hier im Jahr 2003, warten schon ewig auf eine offizielle Anlage. Ob der neue Treffpunkt eine Möglichkeit bieten kann, ist noch völlig offen. Foto: J. Lange

Stolberg. Zuerst blicken Marc, Tommy und die Anderen sich noch ein wenig ungläubig um auf dem kleinen Platz im Schatten des Zinkhütter Hofs. Doch schnell kommen die ersten Entschlussbekundungen: „Hier kann man was draus machen.“

Langsam nimmt so ein Plan Gestalt an: Auf einem städtischen Grundstück unweit des Industriemuseums soll in den kommenden Monaten ein neuer Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene entstehen. Damit könnte auch eine Lücke geschlossen werden, die durch den Abriss der Lagerhallen unterhalb von Camp Astrid entstanden ist. Hier hatte sich in den vergangenen Jahren ein nicht unbedingt legaler „Abenteuerspielplatz“ entwickelt.

Als Resultat aus dem Verlust eines liebgewonnenen, aber nicht ungefährlichen Treffpunkts hat eine Gruppe junger Leute in den vergangenen Wochen den Kontakt zu Jugendpfleger Michael Bosseler gesucht. Das Anliegen der 14- bis 20-Jährigen: Die Suche nach einem Treffpunkt, der regelmäßig genutzt werden kann – auch von den Älteren, die bereits über Motorroller oder Autos verfügen. „Die jungen Leute sind auf mich zugekommen, nicht umgekehrt“, legt Michael Bosseler Wert auf die Tatsache, dass die Initiative von den Heranwachsenden kommt.

Der Jugendpfleger begab sich auf die Suche und fand das städtische Grundstück zwischen dem Zinkhütter Hof und der geschlossenen Tennishalle. Dort liegt ein teilweise gepflastertes Viereck, das bisher als Parkplatz genutzt wird und den Zugang zum Zincoli-Gelände markiert. Beim ersten Treffen vor Ort haben die aktiven Jugendlichen reichlich Zustimmung signalisiert – und gleichzeitig mit Verantwortungsbewusstsein geglänzt. Gegenüber Michael Bosseler stellten sie Fragen zur Müllentsorgung, erkundigten sich nach der Struktur der Nachbarschaft – nicht ohne Grund: „Es wäre sicher gut, die Leute drum herum vorher gezielt anzusprechen“, glaubt Marc Bolte, „damit der Treffpunkt auf Akzeptanz stößt und es nicht sofort Stress gibt.“

In einem ersten Schritt soll ein stabiler Container als Anlaufstelle für die Stolberger Jugend aufgestellt werden. „Ein System, mit dem Kollegen in anderen Kommunen bereits gute Erfahrungen gemacht haben“, berichtet Bosseler. Zur Finanzierung weiterer Strukturen sei Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf Sponsorensuche.

Etwas Dauerhaftes soll entstehen, sind sich die Teenager und jungen Erwachsenen einig. Marc Bolte denkt stellvertretend Richtung Zukunft: „Es wäre super, wenn auch die nächste Generation noch etwas von diesem Platz hätte.“ Trotzdem trauern einige noch dem „Paradies“ Camp Astrid nach, das allerdings alles andere als ein unproblematischer Ort gewesen sei, sagt Michael Bosseler: „Ich denke da an Polizeieinsätze und zig weitere Stressfaktoren.“

Dass die jungen Stolberger jetzt die Unterstützung der Stadt suchen, freut den Jugendbetreuer. Michael Bosseler will darin Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein erkennen. Dennoch fragt er zur Sicherheit nach: „Wollt ihr wirklich, dass wir Euch unterstützen?“ Ein einstimmiges Ja ist die Antwort. Ein Stück Freiheit in städtischer Begleitung scheint kein Tabu zu sein. Mit im Boot sind auch einige Eltern, die von ihren Kindern offenbar nicht als Kontrollinstanz, sondern als Unterstützer wahrgenommen werden. „Wann erlebt man es schon mal, dass die Kids einen in ihre Planung freiwillig einbeziehen“, sagt eine Mutter, die ihren Sohn zu dem Treffen begleitet.

Die Jugendlichen haben überraschend viele Fragen nach Pflichten, aber auch nach ihren Möglichkeiten parat, die sie bei Bosseler und seiner Kollegin Anne Barry von der Mobilen Jugendarbeit loswerden wollen: Wird es Parkplätze für die Fahrzeuge geben? Was geht in Sachen Lautstärke? Und kann man den Hausmeister vom Zinkhütter Hof auch mal nach einem Eimer Wasser fragen? Natürlich wünschen sie sich auch Freizeitequipment – eine Tischtennisplatte ist dabei sicher realistischer als die Umsetzung eines Plans, der schon lange in den städtischen Schubladen liegt.

Nicht wenige junge Stolberger dürften sich im Zusammenhang mit einem neuen Jugendtreff über die Wiederbelebung der alten Vision von einer Skate-Anlage freuen. In den Hallen am Camp Astrid hatte sich die regionale Skateboard-Szene über Jahre ein kleines Rampen-Paradies geschaffen – vom damaligen Geländeinhaber Deutsche Bahn weitgehend stillschweigend geduldet. Pläne für eine offizielle Anlage waren in der Vergangenheit immer wieder gescheitert .

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