Stolberg - Am zehnten Drehtag fällt die letzte Klappe

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Am zehnten Drehtag fällt die letzte Klappe

Von: Leona Otte
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Viel Spaß vor und hinter der Kamera: Stolberger Jugendliche haben den Film „Abgedreht” produziert. Foto: L. Otte

Stolberg. Der berühmte Filmregisseur Quentin Tarantino hat einmal gesagt: „Wenn du einen Film machen willst, dann mach ihn. Warte nicht auf einen Geldzuschuss, warte nicht auf die perfekten Verhältnisse, mach ihn einfach!” Das hat eine Gruppe Stolberger Jugendliche jetzt wörtlich genommen.

Im Rahmen der Aktion „Generation Jugend - Du hast die Wahl” haben sie den Film „Abdreher” gedreht.

Angefangen hat alles mit der Idee, ein attraktives Projekt von Jugendlichen für Jugendliche zu starten. „Da gerade diese Generation viel Fernsehen schaut, haben wir uns dazu entschlossen, einen Film zu drehen, denn nur so können die Kids erleben, was Fernsehen wirklich ist und wieviel Arbeit dahinter steckt”, erzählt der Sozialarbeiter Frank Döhla.

Schon im Februar fing die Planung an, es wurden Flyer verteilt, Plakate aufgehängt. Dann folgte das erste Treffen. Mit sozialarbeiterischen Methoden wurde das Gruppenverhältnis gestärkt und anhand von Fotocollagen ein „roter Faden” für die Drehbuchautoren entwickelt. In kleinen Gruppen wurden so die Grundbausteine gelegt, die bis heute in dem Film enthalten sind.

Die Story, eigentlich recht simpel, handelt von einem Mädchen namens Leonie, die sich in einen Jungen verliebt, der der rechtsradikalen Szene angehört. Durch die Komplexität der Probleme und der gegebenen Sachverhalte ist „Abgedreht” ein Film, der zur Aufklärung dient und gerade deshalb für Jugendliche wichtig sein kann.

Parallel zum Dreh wurden die Jugendlichen zu Workshops eingeladen. Charity Braun, die Inhaberin einer Komparsenagentur aus Köln, zeigte im theoretischen Teil Filmausschnitte, erläuterte die Hintergründe und gab Tipps, worauf geachtet werden sollte. Im praktischen Teil konnten die Stolberger eine kurze Szene einstudieren und vorführen.

Nach so viel Training ging es dann ans „Eingemachte”: Das Casting stand bevor. Viele wollten natürlich die Hauptrollen haben, doch dieser Traum konnte nicht jedem erfüllt werden. Zudem erwies es sich als schwierig, die Jugendlichen dazu zu animieren, auch Rollen anzunehmen, die der rechten Szene angehörten. Doch nachdem die Hemmungen abgelegt waren, war das Team mit 46 Charakteren bereit für die Dreharbeiten.

„Das Drehen als solches hat mir am meisten Spaß gemacht, überhaupt die Möglichkeit dazu zu haben, denn mir liegt das Schauspielern und ich stehe gerne vor der Kamera”, resümierte Matthias Beißel, einer der jungen Schauspieler. Die Euphorie war groß, zehn Tage lang wurde mit „Learning by doing” unabhängig von der chronologischen Reihenfolge nach Drehorten gedreht. „Es hat nicht immer gut geklappt, einige Szenen mussten wir oft wiederholen”, blickt Frank Döhla zurück.

Die Schnittphase war wohl die intensivste Phase des Projekts und erforderte viel Geschick. Jonas Henke, einer der beiden Cutter, berichtet: „Der Schnitt war ganz cool, da wir eine super Ausrüstung von der Fachhochschule Köln hatten. So konnten wir den Film professionell schneiden und ihn qualitativ besser machen als andere.”

Schauspielerin Diana Nacken stellt derweil zufrieden fest: „Wir haben aus Nichts einen Film gemacht, und wir haben unser Bestes gegeben.”

Nun bleibt nur noch eine Frage unbeantwortet: Wie werden die Zuschauer auf den Film reagieren? Die Spannung vor der ersten offiziellen Kinovorstellungen am Montag steigt.
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