Stolberg - Am Fettberg fließt Verkehr fast vorbildlich

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Am Fettberg fließt Verkehr fast vorbildlich

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
„Bremsklotz”: Seit am Fettbe
„Bremsklotz”: Seit am Fettberg ein Starenkasten steht, ist die Zahl der Unfälle gesunken. Foto: C. Classen

Stolberg. Es mag sein, dass er Menschen vor Verletzungen bewahrt hat, der Starenkasten am Fettberg, vielleicht hat er sogar Leben gerettet. Angezündet wurde er trotzdem, im Mai 2010 war das, vermutlich war Brandbeschleuniger im Spiel.

Die unbekannten Täter müssen ziemlich wütend auf das Gerät gewesen sein, aber das ist ja oft so, wenn es um Verkehrsberuhigung geht. Die Statistik sagt, dass sie an dieser Stelle sinnvoll ist. Seit der Starenkasten im Jahr 2006 am Fettberg installiert wurde und die auf Bild bannt, die schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs waren, sind die Unfallzahlen dort gesunken. Registrierte die Polizei im Jahr 2005 zwei Unfälle mit Personenschaden, wuchs ihre Zahl im Folgejahr auf drei, seitdem aber ist kein einziger mehr aktenkundig geworden.

Wahrscheinlich ist, dass auch die Blechschäden an dieser Stelle weniger geworden sind, darüber führt die Polizei zwar keine Statistik, aber Lara Basten sagt: „Früher flogen die Leute dort ja reihenweise aus der Kurve.”

Heute halten sie sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, die meisten zumindest , und es werden immer mehr. Basten, beim Ordnungsamt der Städteregion stellvertretende Arbeitsgruppenleiterin der Verkehrsüberwachung, kann die Entwicklung mit Zahlen belegen. Wurden 2008 exakt 18.631 Überschreitungen registriert, sank ihre Zahl auf 16.350 in 2009 und schließlich auf 14.821 in 2010. Dies obwohl im gleichen Zeitraum die Zahl der Durchfahrten von rund 1,4 Millionen um über 400.000 gewachsen ist.

Basten weist darauf hin, dass nicht jedes Mal, wenn der Starenkasten auslöst, ein Pkw-Pilot der Verursacher ist, auf vielen Aufnahmen seien auch Kinder auf Fahrrädern zu sehen. „Das scheint eine Strecke zu sein, auf der man seinen Mut beweisen will”, vermutet sie. Aber weil das ziemlich leichtsinnig ist, hat das Ordnungsamt die Polizei darum gebeten, am Fettberg verstärkt auf rasende Radler zu achten.

Es muss schon einiges passieren

Laut Basten ist der Starenkasten an dieser Stelle der einzige, den das Ordnungsamt auf dem Stolberger Stadtgebiet installiert hat. Voraussetzung dafür war ein vorheriger Beschluss der Unfallkommission, die einmal jährlich tagt und in der Vertreter von Polizei, Städteregion und Landschaftsverband Rheinland zusammensitzen. Auch das Ordnungsamt ist dabei, hat allerdings nur beratende Funktion.

Die Kommission entscheidet darüber, ob die Einrichtung einer Ampel, eines Kreisverkehrs oder eben eines Starenkastens an einer bestimmten Stelle der Erhöhung der Verkehrssicherheit am dienlichsten ist. Damit ein Straßenabschnitt überhaupt auf die Tagesordnung kommt, muss dort einiges passieren. Basten sagt: „Entscheidend sind die tatsächlichen Unfallzahlen, nicht die angenommenen.” Und das ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Genehmigungsverfahren für Starenkästen und dem für mobile Messstellen. Von letzteren gibt es in Stolberg 110, jede davon musste sich das Ordnungsamt von der Polizei genehmigen lassen. Dabei sind nicht die tatsächlichen Unfallzahlen entscheidend, sondern die Annahme, dass es sich um eine Gefahrenstelle handelt. Damit dem Ordnungsamt ein mobiler Messpunkt genehmigt wird, muss es nachweisen, dass 15 Prozent der Autofahrer an einer bestimmten Stelle mindestens zehn Stundenkilometer schneller fahren, als dort erlaubt sind.

„Da wo viel Fußgängerverkehr ist, messen wir verstärkt”, sagt Basten. Auf Straßen an Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen. Auch an Haltestellen, wie zum Beispiel denen für Busse und Bahnen an der Rathausumfahrt. Dort waren es Beschwerden von Bürgern über vorbeirasende Autofahrer, die zur Einrichtung von zwei mobilen Messstellen führten.

Anfang des Jahres war das, mittlerweile kann Basten eine erste Bilanz ziehen: „Da fahren wir nur noch selten hin, um zu kontrollieren. Bei den Autofahrern hat wohl ein Gewöhnungseffekt eingesetzt.” Soll heißen: Es halten sich deutlich mehr an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer.

Zwei bis drei mal pro Woche versuche das Ordnungsamt mit den Fahrzeugen zur Geschwindigkeitskontrolle die verschiedenen Messstellen anzusteuern, sagt Basten. Mehr ginge nicht, schließlich sei man ja für alle Kommunen der Städteregion zuständig. Und das ist wohl, wie immer, wenn es um Verkehrsberuhigung geht, für manche eine gute Nachricht und für andere eine schlechte.

Weniger Verstöße, steigende Einnahmen

Beliefen sich die potenziellen Einnahmen des Ordnungsamtes der Städteregion aus geahndeten Geschwindigkeitsübertretungen im Jahr 2008 auf 4.526.903 Euro, waren es 2009 genau 4.666.818 Euro und 2010 genau 4.591.000 Euro. Separate Zahlen allein für Stolberg werden nicht erhoben.

Soll-Stellungen werden die Summen beim Ordnungsamt genannt, weil der tatsächlich eingenommene Betrag durch Dinge wie beispielsweise die Insolvenz des Verkehrssünders stets etwas niedriger ist.

Der Anstieg der Einnahmen von 2008 auf 2009 wird vom Ordnungsamt durch die Erhöhungen im Bußgeld-Katalog erklärt. Generell sei die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen rückläufig.

Von elf Starenkästen ist derzeit einer in Betrieb

Der Starenkasten am Fettberg sei derzeit der einzige in Stolberg, der in Betrieb sei, sagt Lara Basten vom Ordnungsamt der Städteregion. Von den insgesamt elf Anlagen im Stadtgebiet seien sechs prinzipiell betriebsbereit, fünf seien es nicht. Letztere blieben wegen ihres „präventiven Charakters” weiterhin stehen, begründet Basten.

Welche Anlagen betriebsbereit sind und welche nicht, verrät das Ordnungsamt nicht. Im Folgenden die elf Standort und Fahrtrichtung, auf die die Anlagen ausgerichtet sind im Überblick: Fettberg (Richtung Stolberg), Würselner Straße (Richtung Verlautenheide), Winterstraße (drehbare Anlage), Stockemer Straße (Richtung Dorff).

Sebastianusstraße (drehbare Anlage), Jägerhausstraße (Richtung Zweifall), Gressenicher Straße (Richtung Breinig), Buschmühle (Richtung Eilendorf), Breiniger Berg (Richtung Mausbach), Römerstraße (Richtung Gressenich).

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