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Altstadt: Durch diese hohle Gasse muss nicht jeder fahren

Von: -jül-
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Differenziert ist das Verkehrsverhalten auf der Altstadt-Passage. Auf der Burgstraße wird das Tempo besonders oft missachtet. Foto: J. Lange

Stolberg. „Durch diese hohle Gasse muss er kommen; es führt kein anderer Weg...“, legte schon Friedrich Schiller seinem Wilhelm Tell in den Mund. Das trifft auch für ausgiebige Wohnbereiche in und oberhalb der Stolberger Altstadt zu, wobei insbesondere die Anlieger von Burg- und Vogelsangstraße der Auffassung sind, dass durch ihre „hohle Gasse“ wahrlich nicht jeder kommen müsse.

Es ist allerdings längst nicht jeder Autofahrer verbotswidrig unterwegs, der durch die nur für Anlieger frei gegebene verkehrsberuhigte Zone fährt. Das haben die Untersuchungen der Ingenieurgesellschaft für Straßenwesen ergeben, die Dr. Dirk Kemper heute im Verkehrsausschuss (18 Uhr, Ratssaal) vorstellt. Nach den Erhebungen der Aachener Wissenschaftler liegt der Anteil des Durchgangsverkehrs auf der Achse von Burg-, Vogelsang- und Hastenrather Straße bei 20 bis 26 Prozent.

Basis der Erhebung sind Messungen mit Radar und Kennzeichenerfassungen an unterschiedlichen Tagen zu verschiedenen Zeiten im September. Untersucht wurde der Verkehr, der in die Burg- wie auch in die Hastenrather Straße ein- und ausfährt, sowie den Bereich von Goldberg/Saarstraße passiert. Damit liegt erstmals eine Datenbasis vor für die recht unterschiedlichen Konversionen je nach Wohnlage – zumal der Anliegerbereich sich über eine Strecke von 1,5 Kilometer zwischen Steinweg Lindchen inklusive diverser Nebenstraßen erstreckt. Und diese sind größtenteils eben ausschließlich über Burg- bzw. Hastenrather Straße erreichbar.

So offenbarten die Untersuchungen eine recht differenzierte Nutzung der früheren Kreisstraßen-Trasse. Zwar ist jeder vierte Fahrt eine reine Passage, aber den größten Anteil machen die Fahrten aus, die in die Zone einfahren und dort auch verbleiben, sowie die die Fahrten, die in die Zone einfahren und diese über den gleichen Weg wieder verlassen.

So ermittelten die Ingenieure für das Einfalltor Hastenrather Straße eine durchschnittliche tägliche Belastung von 2047 an Wochentagen bzw. 1643 an Wochenenden. Im Bereich Goldberg liegt die Belastung bei 1544 bzw. 1237 Fahrzeugen am Tag. Am stärksten ist die Burgstraße betroffen mit 2522 Fahrzeugen am Werktag bzw. 2044 an Wochenende. Zahlreiche Anlieger verlassen demnach das Quartier am gleichen Standort verlassen, an dem sie auch hinein gefahren sind.

Vergleichbar differenziert ist das Geschwindigkeitsverhalten. Am meisten akzeptieren Autofahrer die vorgeschriebenen 30 km/h auf der Hastenrather Straße am Goldberg mit bis zu gemessenen 40 km/h; selten gibt‘s Ausreißer mit höheren Geschwindigkeiten. Aber bereits auf der oberen Hastenrather Straße sieht die Welt schon anders aus. Vor allem stadtauswärts wird aufs Gas getreten. Sowohl die mittleren als auch die maximalen Geschwindigkeiten liege deutlich höher als im unteren Bereich.

Allerdings ist angesichts der angeordneten Schrittgeschwindigkeit in der verkehrsberuhigten Zone die Situation auf der Burgstraße vergleichsweise dramatisch. Das gemessene Tempo liegt mit einem Mittelwert zwischen 17 und 20 km/h deutlich über der zulässigen Geschwindigkeit. Es wurden aber in beiden Fahrtrichtungen regelmäßig Geschwindigkeiten von über 40 km/h gemessen – sowohl werktags wie an Wochenenden. Vereinzelt wurden zwischen Steinweg und Lindchen sogar Geschwindigkeiten von über 70 km/h registriert. Die Verkehrsingenieure schlagen der Kupferstadt vor, zu handeln. Unterschiedliche Varianten – vom Poller über Schranke bis zur Ampel – werden vorgestellt, die in unterschiedlichen Varianten – von der automatischen Kennzeichenerkennung bis zur Herausgabe von Parkscheinen – gesteuert werden können.

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