Als in Breinig die Torstangen noch selbst „gezimmert” wurden

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Dort geht es lang: Landwirt Wi
Dort geht es lang: Landwirt Willi Beckers steht am Rand des am Höniger Weg gelegenen Geländes, das 1945 sein Vater Josef den Fußballern aus Breinig und Venwegen zur Ausübung ihres Sports zur Verfügung gestellt hatte. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Breinig. Eine Kuhweide als Sportplatz? Kein Problem für die Breiniger Fußballer: auf jeden Fall Anfang des 20. Jahrhunderts. Schließlich standen in dem damals landwirtschaftlich strukturierten Breinig nur Freiflächen zur Verfügung, die ansonsten von den Bauern des Ortes für die Weidewirtschaft genutzt wurden.

Man behalf sich, indem man die Tore aus Stangen selbst zimmerte und vor Spielbeginn die Fläche von den Hinterlassenschaften der Weidetiere säuberte.

Diese Situation herrschte um 1910, als die örtlichen Fußballer eine an der Ecke Weißdorn-/Eschenweg gelegene Wiese für die Jagd nach dem runden Leder nutzten. Die Sachlage änderte sich, als die Gemeinde Kornelimünster - Breinig gehörte bis 1972 zu Kornelimünster - 1919 den Sportlern eine „Am Zirkus” gelegene Fläche zur Herrichtung eines Spielfeldes zur Verfügung stellte.

Allerdings machten den Fußballern dort die ungünstigen Bodenverhältnisse zu schaffen. Das Wasser versickerte nicht, sondern sorgte an Regentagen regelmäßig für Schlammschlachten. Eine Ausweichfläche fand man an der Straße Schützheide. Dort besaß der Landwirt Josef Schnitzler eine Wiese, die an den Wochenenden für den Spielbetrieb genutzt werden konnte.

Dieses Terrain ist identisch mit dem Gelände, das vom SV Breinig noch heute genutzt wird. Unbespielbar war diese Fläche nach Kriegsende. Tiefe Panzerspuren durchzogen das Gelände. Ein neues, vorübergehendes Quartier fand man am Höniger Weg in Venwegen. Dort lag in der Gemarkung „Im Lüres” ein landwirtschaftlich genutztes Terrain, das die Sportler fortan gemeinsam mir den Fußballern aus Venwegen nutzten.

Das Gelände gehörte Josef Beckers, der auf dem schon im 14. Jahrhundert gegründeten „Höniger Hof” Landwirtschaft betrieb. Doch bereits 1946 war der auf „Schützheide” gelegene Ursprungsplatz wieder hergestellt. Als man zehn Jahre später diesen Platz gründlich sanierte, musste erneut eine Ausweichfläche her. Man fand sie, indem man vorübergehend eine andere Wiese des Breiniger Landwirtes Schnitzler in Anspruch nahm. Dieses ebenfalls an der Straße Schützheide gelegene Gelände ist - wie die früheren Fußballplätze Weißdornweg und Am Zirkus - heute bebaut.

1970 erhielt der Schützheider Ursprungsplatz eine neue, dreischichtige Aschendecke. Ein Sportheim entstand dort neun Jahre später.

Erfolgreich fortgesetzt wurde der Sportplatzausbau, indem man 1998 auf der gegenüberliegenden Seite einen Rasenplatz in Betrieb man. Angelegt hatte man den neuen Platz auf einer früheren Eisenerzgrube, die später als Müllhalde gedient hatte. Dieses Gelände soll nun weiter ausgebaut werden.

Der SV Breinig, der anfänglich als „FC Victoria Breinig” bezeichnet wurde, plant dort die Anlegung eines Kunstrasenplatzes. Ergänzt werden soll der Kunstrasenplatz durch ein neues Sportheim und eine Trainingshalle für den Spielbetrieb der Jugendmannschaften. Eine Idee, die im Endeffekt dazu führen wird, dass sich der SV Breinig von dem an der anderen Straßenseite gelegenen Ursprungsgelände auf Dauer verabschieden wird. Dort sind rund 60 neue Eigenheime geplant.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert