Alles nur noch eine Frage des Standortes

Von: Michael Grobusch
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Stolberg könnte in den kommenden Jahren ein tiefgreifender Umbau der Schullandschaft bevorstehen. Die Standort-Analyse für eine Gesamtschule dürfte dazu wichtige Hinweise liefern. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das Thema erfordert eine gewisse Behutsamkeit. Schließlich gibt es einige Hinweise darauf, dass der Stolberger Schullandschaft gewaltige Veränderungen bevorstehen. Die Elternbefragung Anfang vergangenen Jahres hat die Sache ins Rollen gebracht.

Und der erste, kurz vor Weihnachten vorgelegte Sachstandsbericht der „Projektgruppe Bildung und Region”, die zwischenzeitlich von der Stadt mit der Erstellung eines Schulentwicklungsplanes beauftragt worden war, lässt auf eine weitere Tempobeschleunigung schließen.

Da verwundert es nicht, dass die Verwaltung etwas auf die Bremse tritt und die Bürger schrittweise an das Konzept der Zukunft heranführen will: „Konkrete Ergebnisse wird es an diesem Tag nicht geben”, erklärte Willi Seyffarth mit Blick auf die für den 24. Februar anberaumte Sondersitzung des Schulausschusses, die der Fachbereichsleiter am Freitag gegenüber unserer Zeitung offiziell bestätigt hat. Stattdessen, so Seyffarth, werde der zuständige Bonner Gutachter Wolf Krämer-Mandeau eine Analyse präsentieren. Bei ihr soll es um die Abwägung möglicher Standorte für eine Gesamtschule in Stolberg gehen.

Seyffarth: „Eindeutiger Bedarf”

Nach dem „Ob” wird also längst nicht mehr gefragt. „Schließlich hat die Elternbefragung eindeutig den Wunsch und den Bedarf einer Gesamtschule ergeben”, erklärt Seyffarth. Wie und wo aber diese für Stolberg neue Schulform entstehen soll, gilt es noch zu klären. Und Willi Seyffarth beteuert, dass auch er die Ergebnisse der Analyse nicht kenne und erst am 24. Februar mit dem dazugehörigen schriftlichen Bericht vorgelegt bekommen werde.

Während der Schulausschuss am besagten Donnerstag ab 18 Uhr tagt, versammeln sich die Schulleiter bereits zwei Stunden zuvor im Ratssaal. Sie sollen aus erster Hand die Erkenntnisse der „Projektgruppe Bildung und Region” übermittelt bekommen. Das dürfte einen triftigen Grund haben, zumal Wolf Krämer-Mandeau schon im Dezember mit Blick auf 2011 von „tiefgreifenden Entscheidungsprozessen” gesprochen hatte.

Der Countdown läuft also, und mit ihm beginnen die Spekulationen. Von der Standort-Analyse für die Gesamtschule hängen zwangsläufig auch die Bewertungen der anderen Schulen ab. Schließlich ist es politisch unumstritten, dass sich das klamme Stolberg einen Neubau nicht leisten kann und deshalb eine bestehende Einrichtung umgewandelt werden muss. Angesichts der rückläufigen Schülerzahlen könnte eine der Hauptschulen in Frage kommen. Aber auch den Realschulen mit ihrer sehr unterschiedlichen Entwicklung hatte Krämer-Mandeau in ihrer jetzigen Form und Ausrichtung eine schwierige (gemeinsame) Zukunft vorausgesagt. Nicht zuletzt waren auch die Gymnasien nicht von einer kritischen Bewertung der Projektgruppe verschont worden.

Favoriten werden gehandelt

„Für mich kommt eigentlich nur die Realschule I in Frage. Sie eignet sich von den baulichen Gegebenheiten, zudem könnte das Lehrpersonal in großen Teilen übernommen werden”, wagte Achim Graetz, Sprecher der Stolberger Elterninitiative für eine Gesamtschule, am Freitag eine persönliche Prognose. In Teilen der Politik wird indes dem Vernehmen nach das Goethe-Gymnasium hoch gehandelt.

Beide Schulen erfüllen in jedem Fall zwei wichtige Voraussetzungen: Sie sind zentral gelegen und auf den Ganztagsbetrieb ausgerichtet. Letzterer gilt für das Stolberger Anforderungsprofil mittlerweile als Selbstverständlichkeit, nachdem es in Düsseldorf im Nachgang der Landtagswahlen im vergangenen Jahr den politischen Wechsel zur rot-grünen Minderheitsregierung gegeben hat und Ganztagsgesamtschulen wieder genehmigt werden.
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