Stolberg - Albert Willems wacht über die Vichtforelle

Albert Willems wacht über die Vichtforelle

Von: Toni Dörflinger
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Angeln ist seine Leidenschaft:
Angeln ist seine Leidenschaft: Albert Willems beim Fischen im Vichtbach. Die Bachforellen gehören seiner Meinung nach zu den besten der Region. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Die Vicht ist eine Kloake, deren Fische ungenießbar sind. Dieses mitunter geäußerte Vorurteil stößt bei Albert Willems auf wenig Gegenliebe.

Schließlich ist der 69-jährige Architekt, der den Titel „Fischereiberechtigter” trägt, davon überzeugt, dass die dem Vichtbach entnommenen Fische - vorwiegend Bachforellen und Saiblinge - aufgrund der im oberen Bereich angesiedelten Wassergüte von exzellenter Qualität sind.

„Die Vichtforelle ist etwas Besonderes. Sie ist eine der besten in der Region”, versichert Willems, dem die „Fischereigenossenschaft Roetgen-Stolberg” entlang der Vicht mit Fischereirechten ausgestattet hat. Das Angeln in der Vicht hat für Willems Tradition.

Schon sein Vater Johann hat in den 1930er Jahren den Vichtbach für sein Hobby genutzt. „Satt werden kann man von den Erträgen aber nicht”, sagt der 69-Jährige, der das Angeln im Vichtbach als sportliche Freizeitaktivität betrachtet.

„Die jährlichen Fangergebnisse liegen bei zehn bis 15 Forellen”, erklärt Willems. An diesem Tag ist ihm das Anglerglück mit gleich drei stattlichen Forellen, die er aus der Fischt angeln konnte, aber hold.

Wenn Willems im Vichtbach auf die „Pirsch” geht - sein Hobby ähnelt nach eigenen Worten dem eines Jägers - dann erkennt man das stets an seiner bis an die Brust reichenden, wasserdichten grüne Hose _ und natürlich seiner Angel.

Auf seiner Jagd verharrt er aber nicht wie manch anderer Angler an einer bestimmten Stelle, sondern wandert im Bachbett umher und wirft gleichzeitig seine Angel aus. „Ein bis zwei Kilometer lege ich so regelmäßig zurück”, sagt der Fischereiberechtigte.

Willems stattet jährlich fünf bis zehn Unterpächter, die über eine entsprechende Fischereiprüfung verfügen, mit Angelrechten - sogenannten Fischereierlaubnisscheinen - aus. „Deren Fangergebnisse werden von mir regelmäßig überprüft. Wichtig sind dabei die Anzahl der gefangenen Fische und deren Größe”, sagt Willems, der darauf achtet, dass nur in der Zeit vom 15. März bis 20. Oktober geangelt wird. Er prüft auch, ob die Forellen - in der Vicht gibt es auch Regenbogenforellen - ein Mindestmaß von 25 Zentimeter aufweisen.

Wirklich verraten, wo die besten und ertragreichsten Standorte zu finden sind, will Willems nicht. „Gut angeln kann man im Vichtbach immer an den Stellen, die felsen- und kurvenreich sind und mit Bäumen bewachsene Uferstreifen besitzen”, sagt der 69-Jährige, der bei der „Jagd” wegen der geringen Breite der Vicht eine mit einem Blinker ausgestattete Angelrute bevorzugt.

Regelmäßige Kontrollen

Ein wenig lässt sich Willems dann doch in die Karten schauen, indem er die Ortslage von Vicht und Zweifall als generell gut bezeichnet. Am besten beißen die Fische laut Willems - sein Nutzungsrecht reicht von Nachtigällchen bis Roetgen und umfasst 15 Kilometer Vichtlauf - bei schwüler Witterung und kurz vor einem Gewitter.

Zu seinen Aufgaben gehören aber nicht nur das Fischen sowie die Vergabe von Angelscheinen, sondern auch regelmäßige Kontrollgänge. „Verunreinigungen und Hindernisse werden sofort dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) gemeldet”, sagt der Hauptpächter, der sich darüber ärgert, dass einige Anlieger die Vicht als Müllkippe betrachten und neben Rasenschnitt und Asche, dem sauerstoffreichen und schnellfließendem Gewässer mitunter auch Autoreifen und Einzelteile von Gartenhäuschen zumuten.

Allerdings den Appetit auf die frisch gefangenen Forellen mit dem rot gepunkteten Schuppenkleid lässt sich Willems dadurch nicht verderben. Diese sind mit Pfeffer und Salz angereichert, garantiert noch am Fangtag in der Bratpfanne gelandet.

An den roten Flecken ist der Fisch zu erkennen

Die Gesamtlänge des Vichtbaches, der im nördlichen Stadtgebiet in die Inde mündet, beträgt 23 Kilometer.

Er entspringt in Roetgen und nennt sich anfänglich Grölisbach. Erst die Zuflüsse Roetgen-, Schlee- und Dreilägerbach machen ihn zum Vichtbach.

Im 17. und 18 Jahrhundert haben die Kupfer- und Reitmeister die Vicht zum Antrieb ihrer Mühlen- und Hammerwerke genutzt.

Die standorttreue Bachforelle ist zwischen 20 und 80 Zentimeter groß und kann ein Gewicht von zwei Kilogramm erreichen.

Zu erkennen ist der schmackhafte Fisch an seinen roten Flecken mit dem hellen Rand. Der Saibling gehört zur Familie der Lachsfische und hat einen stromlinienförmigen Körper. Er bevorzugt klares Süßwasser.

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