Aktion „Weihnachtskiste 2013“ verschenkt 650 Kisten an Bedürftige

Von: Christina Handschuhmacher
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Die Tafel-Mitarbeiterinnen (v.l.) Helga Sendscheidt, Wilma Gier und Anneliese Bemmelen und ihre Kollegen haben am Dienstag 650 Weihnachtskisten im Zinkhütter Hof entgegengenommen. Foto: Christina Handschuhmacher
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Vollgepackte Weihnachtskisten so weit das Auge reicht: Die Tafel-Mitarbeiterinnen (v.l.) Helga Sendscheidt, Wilma Gier und Anneliese Bemmelen und ihre Kollegen haben am Dienstag 650 Weihnachtskisten im Zinkhütter Hof entgegengenommen. Foto: Christina Handschuhmacher

Stolberg. Ein Autofahrer nach dem anderen setzt am Dienstag seinen Blinker und biegt auf den Parkplatz des Zinkhütter Hofs ein. Alle Wagen sind gut gefüllt – im Kofferraum warten mit festlichem Geschenkpapier geschmückte Kisten voll mit allem, was den Heiligabend schöner macht. Vor der Tür des Zinkhütter Hofs stehen die Tafelmitarbeiter mit ihren Sackkarren bereit, um die teils zehn bis zwanzig Kilogramm schweren Weihnachtskisten ins Innere des Museums zu bringen.

Es ist ein arbeitsintensiver Tag für die 15 Mitarbeiter der Stolberger Tafel, die von 9 bis 18 Uhr im Einsatz sind. Aber es ist auch ein Tag, an dem die Helfer viel Unterstützung und Zuspruch für ihre ehrenamtliche Arbeit erfahren.

Als schließlich um 18 Uhr die Pforten des Zinkhütter Hofs schließen, stapeln sich im Inneren dicht an dicht gut gefüllte Weihnachtskisten. In Stolberg sind bei der Aktion „Weihnachtskiste 2013“, die unsere Zeitung in Zusammenarbeit mit dem WDR und den Tafeln in der Region veranstaltet, 650 Päckchen zusammengekommen.

„Uns ist wichtig, dass Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht, spüren, dass sie nicht alleine sind“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Stolberger Tafel, Wilma Gier. Es ist bereits die siebte Weihnachtskisten-Aktion für Wilma Gier, doch von Routine keine Spur. Im Gegenteil.

Begeisterung und Dankbarkeit für das Engagement der Stolberger Bürger machen sich breit, wenn Wilma Gier an den aufgereihten Kisten vorbeigeht. „Hier hat jemand einen alten Puppenwagen als Weihnachtskiste genutzt“, sagt sie. „Und auch dieser stabile Korb ist praktisch als Weihnachtskiste. Den kann man ja noch das ganze Jahr zum Einkaufen benutzen.“

Nudeln, Süßigkeiten, Konserven mit Erbsen, Bohnen oder Fisch, Wurst und Käse oder eine Flasche Wein – die Kisten sind vollgepackt mit leckeren Sachen. „An die Familie unserer Spende“ steht in geschwungenen Buchstaben auf einem Briefumschlag – auch persönliche Grüße an die unbekannten Empfänger der Weihnachtskiste sind nicht selten. In manchen Kisten liegen Einkaufsgutscheine für einen Supermarkt. An einer anderen Weihnachtskiste hängt ein Zettel, auf dem genau aufgelistet ist, was sich darin befindet. Und auch ausgedientes Spielzeug ist an diesem Tag gern gesehen. Tafelmitarbeiter sammeln es in einer abgetrennten Ecke – beim Abholen der Kisten dürfen sich alle Kinder dort etwas aussuchen.

Ob Altenheime, Grundschulen und Kindergärten, weiterführende Schulen, Firmen oder Einzelpersonen – sie allen haben eine Weihnachtskiste gepackt und am Dienstag bei der Stolberger Tafel vorbeigebracht. Rund 650 Stolberger Haushalte werden regelmäßig von der Tafel unterstützt. Sie alle werden heute ein Päckchen mit nach Hause nehmen können.

„Es ist schön, dass es Menschen gibt, die ihren Mitmenschen ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen wollen“, sagt Wilma Gier. Es sind Menschen wie Margarete und Heinz-Dieter Fischer. In einem TV-Beitrag haben sie von der Aktion „Weihnachtskiste“ erfahren. Fünf Jahre ist das nun her – seither packen sie in jedem Jahr eine Kiste zusammen. „Wir haben selber keine Kinder und möchten dann an Weihnachten Kindern etwas Gutes tun. Deshalb packen wir eine Kiste, die für eine Familie geeignet ist und in der für jeden – egal, ob groß oder klein – etwas dabei ist.“

Auch Stefanie Wirtz bringt mit ihrem Sohn drei Weihnachtskisten zum Zinkhütter Hof. Gepackt haben sie die Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens Venwegen. Als Mitglied im Elternrat hatte Stefanie Wirtz die Aktion vorgeschlagen. „Ich finde einfach toll, dass jeder schon mit einer Kleinigkeit etwas beisteuern kann“, sagt sie. „Die Kinder hatten direkt tolle Ideen und haben natürlich vor allem an die anderen Kinder gedacht, denen es nicht so gut geht, wie ihnen selbst.“

Heute werden die Weihnachtskisten den Zinkhütter Hof wieder verlassen. Um 9.45 Uhr beginnt die Ausgabe – bis gegen 16 Uhr auch das letzte Paket seine Besitzer gefunden hat, um seinen Zweck zu erfüllen: einen garantiert köstlichen Heiligabend.

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