Ahmet Ekin will „Benachteiligung endlich abbauen“

Von: Ottmar Hansen
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Stolberg. Während an Heiligabend die meisten Stolberger Familien daheim unter dem Christbaum sitzen, treffen sich rund 160 muslimische Geschäftsleute aus der Stadt in der Stadthalle. Für sie sind die Weihnachtstage eigentlich keine Festtage.

Doch sie wollen die Zeit der geschlossenen Läden nutzen, um zu beraten, wie ihre Zusammenarbeit untereinander und die mit den christlichen Kollegen verbessert werden kann. Im Vorfeld der Veranstaltung berichtet der Vorsitzende des Stolberger Integrationsrates, Ahmet Ekin, über die Ziele der Veranstaltung.

Was ist der Anlass der Feier an Heiligabend in der Stadthalle?

Ekin: Viele türkische Geschäftsleute machen ihre Läden an Heiligabend aus Respekt vor den Christen ebenfalls zu. Wir wollen die Zeit nutzen, um unseren Verein Side vorzustellen und die Kollegen zu mehr Zusammenarbeit zu motivieren. Dieser Tag ist eine Chance, dass wir uns einmal alle treffen können.

Wie viele Gäste werden zur Feier ab 17 Uhr in der Stadthalle erwartet?

Ekin: Wir haben das übliche Mitgliedertreffen einmal auf eine breitere Basis gestellt und mehr als 130 Einladungen in der Region verteilt. Ich hoffe, dass alle kommen. Die Resonanz im Vorfeld ist jedenfalls gut. Außerdem haben wir Politiker eingeladen. So wird Metin Külünk, der Vize-Vorsitzende des europäischen Kommunikationszentrums der Türkischen Regierung nach Stolberg kommen. Außerdem Süleyman Celic von der europäischen UETD. Auf der Gästeliste steht ferner Ahmedhicri Agirmann von der CDU der Stadt Aachen. Wir werden über deutsche und europäische Politik diskutieren. Die Geschäftsleute aus der Region sollen sich dabei näher kennenlernen. Wir wollen die Barrieren zwischen deutschen und türkischen Händlern in der Stadt auflockern.

Welche Aufgabe muss der Integrationsrat noch unbedingt angehen?

Ekin: Was die Integration angeht, gibt es auch in Stolberg noch viel zu tun. Aus vielen Ländern ist zwar bereits die dritte Generation hier, die perfekt die deutsche Sprache spricht. Aber die jungen Leute sehen sich immer noch Vorurteilen und Benachteiligungen gegenüber. Wir müssen dafür sorgen, dass sie mit Einheimischen auf eine Stufe gestellt werden und die Benachteiligungen endlich abbauen. Die Perspektive in Schule und Beruf muss für alle gleich sein. Erst wenn das erreicht ist, wird es keine echten Probleme mehr mit der Integration geben.

Wie läuft die Zusammenarbeit des Integrationsrates mit der Politik?

Ekin: Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Wir ziehen alle an einem Strang.

Welche Ziele verfolgt der Integrationsrat für das kommende Jahr?

Ekin: Im Mai werden die Mitglieder des Integrationsrates ja zunächst einmal neu gewählt. Nach Weihnachten wird auch Side ein Programm für diese Wahl aufstellen. Die Forderung muss jedenfalls sein: Jede der in Stolberg vertretenen ausländischen Gruppen sollte im Integrationsrat vertreten sein. Es gibt ja eine Vielzahl von Migranten, nicht nur die 2800 Türken in der Stadt. Auch Kongolesen, Thailänder, Libanesen, Iraker oder Marokkaner sollten Mitspracherecht bekommen. Alle Gruppen der insgesamt 5890 in Stolberg angemeldeten Migranten sollten im Integrationsrat zu Wort kommen können. Integration ist äußerst wichtig. Wir müssen die jungen Menschen, die hier eine Ausbildung oder vielleicht sogar ein Studium bekommen haben, bei uns integrieren. Sonst gehen die zurück in ihre Heimat und diese Fachkräfte wären dann für uns in Stolberg verloren.

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