Stolberg - Adolphe Sax hätte seine Freude gehabt

Adolphe Sax hätte seine Freude gehabt

Von: Marie Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
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Begeisterten ihr Publikum in der Kufperstadt: Sängerin Anke Bild und das RWE Power Orchester beim Abschlusskonzert des Stolberger Musiksommers im PZ des Goethe-Gymnasiums. Foto: Otten

Stolberg. Enttäuschung in den Gesichtern der Organisatoren vom Stolberger Musiksommer: Nur wenige Zuhörer hatten den Weg ins PZ des Goethe-Gymnasiums gefunden, um dem exzellenten Sound des RWE Power Orchesters beim Abschlusskonzert zu lauschen.

Die 18-köpfige Mannschaft ließ sich dadurch nicht abhalten, ihrem swingenden Ruf gerecht zu werden. Die musikalische Bandbreite reichte von alten Meistern im neuen Gewand über Latin Fever bis hin zu Filmmusiken aus den Babelsberger Studios, europäischer Musik, Jazzstandards und Hollywoodmelodien.

Adolphe Sax hätte seine Freude an diesem Konzert gehabt. Seine Vision, mit Blechblasinstrumenten neue Klänge zu schaffen, stellte sich zu seiner Zeit als ein schwieriges Unterfangen dar, ist aber heutzutage eine Selbstverständlichkeit im instrumentalen Musikbereich.

Auf den Leib geschnitten

Das RWE Power Orchester mit Flöten, Klarinetten, Trompeten, Posaunen, Saxophonen, Tuba, Oboe, Hörner, E-Gitarren, Schlagzeug und Keyboard und der Sängerin Anke Bold konnten im Pädagogischen Zentrums vollends begeistern.

In lockerer Atmosphäre präsentierten die Instrumentalisten unter Leitung von Ralf Conzen eine bunte Stilmischung aus verschiedenen Epochen, die sie mit spürbar musikalischem Enthusiasmus und weitab von jeglicher Routine kultivierten.

Der Sound war exzellent und die solistischen Leistungen beeindruckend. Immer wieder bestachen sie mit einfallsreichen und lebendigen Improvisationen und ernteten verdienten Applaus. Während die Rhythmusgruppe als lebendiger Impulsgeber fungierte, gestalteten die Bläser ihren Part mit einer breiten Klangpalette, die von betörenden Melodiebögen bis zu scharf schmetternden Akzenten reichte.

Die informativ-unterhaltsame Moderation von Thomas Krabiell erhöhte beim Publikum die Aufnahmebereitschaft für diese Musik. Zu Beginn erklangen Klassiker wie der erste Satz aus der sinfonischen Dichtung „Also sprach Zarathustra” von Richard Strauss, Teile aus der „Rheinischen Sinfonie” von Robert Schumann und das feierliche „Pomp und Circumstances” von Edgar Elgar.

In eine ganz andere Klangwelt, nämlich die Südamerikas, führten Samba und Mambo. Desweiteren ging die Reise in die Babelsberger Studios, wo Peter Igelhoffs „Wir machen Musik” und Hans Albers „Flieger, grüß mir die Sonne” auf dem Programm standen. „Schlösser, die im Monde liegen” aus Frau Luna von Paul Linke, die Moritat von „Mackie Messer” aus der Dreigroschenoper von Bert Brecht in der Vertonung von Kurt Weill , „How I am the Moon”, „Hardrockcafé” oder „I´ve got you under my skin” waren der Sängerin Anke Bold auf den Leib geschnitten. Sie hätte mit der Band Großes bieten können, wenn diese nicht so laut gewesen wäre.

Nach der Pause spielte das RWE Power Orchester zunächst europäische Melodien. Es folgte Musik aus dem Amerikanischen Songbook mit einigen Jazzstandards, wobei es sich um eine Melodie mit festgelegter Harmoniefolge handelt und einzelne Instrumente darüber improvisieren.

Die Arrangements von Peter Herbolzheimer, Wieland Reißmann, Dietmar Mensinger und Sammy Nestico ließen neben der Bigband auch deren Solisten immer wieder im Vordergrund stehen. Zwei hervorragende Größen im Jazz sind Quincy Jones und Duke Ellington. Mit „Soul Bossa Nova” und „Caravan” konnte die Band das Publikum verwöhnen.

Natürlich durfte auch Walt Disney nicht fehlen. Mit der Ballade „Pinocchio”, für die es sieben Oscars gab, wurden wunderschöne Kindheitserinnerungen wach. Cole Porters Song „Smoke gets in your eyes” und Stevie Wonders erfolgreiche Version von „For once in my Life” beendeten ein bemerkenswertes Konzert.

Als Zugabe spielte die Big Band noch „Ich brech die Herzen der stolzesten Frau´n”, das durch den begnadeten Komiker Heinz Rühmann berühmt geworden ist.

Trio con Abbandono im Kupferhof Rosental

Ein Sonderkonzert des Stolberger Musiksommers findet am Sonntag, 1. November, im Kupferhof Rosental mit dem „Trio con Abbandono” statt. Weitere Informationen gibt´s im Internet.

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