Stolberg - Acrylfarben mit irdischen Zutaten garniert

Acrylfarben mit irdischen Zutaten garniert

Von: Hans-Leo Recker
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Dorothee Vermaaten beweist viel Mut zur freien Fläche. Andererseits hat sie auch die Seitenränder in ihre Gestaltung einbezogen, so dass eine Berahmung dem künstlerischen Gesamteindruck widersprechen würde. Foto: H.-L. Recke

Stolberg. „ueber.irdisch” nennt sich die jüngste Ausstellung in der Steinweg-Galerie, wo die in Breinig lebende und arbeitende Künstlerin Dorothee Vermaaten 80 klein- und mittelformatige Bilder aus den vergangenen vier Jahren präsentiert. Der Titel in dieser Lesart bezeichnet mehrere Aspekte.

Im Blickpunkt steht das Elementare, wie es sich in den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde und deren Veränderungen widerspiegelt.

Metaphysisches in Exponaten

Viele Facetten des Lebens, des Irdischen, sind stark abstrahierend dargestellt. Dafür benutzt die Malerin vornehmlich Acrylfarben, die sie mit „irdischen” Zutaten wie Erde, Quarzsand, Eisenglimmer und anderen verschiedenen metallischen Pigmenten sowie mit Spachtelmasse mischt. Im Spiel einer reduzierten Farbpalette lässt sich so Sandiges bis Felsiges erkennen, vom „Flugsand” bis hin zum „Petrified Forest”, dem „Versteinerten Wald”.

Ebenso zählen dazu von Menschenhand geschaffene, einfache Alltagsdinge wie technisch hoch entwickelte, komplexe Geräte - verdeutlicht beispielsweise in den Bildern „Stante Pede” oder „Weltraumbahnhof”. Und auch die belebte Natur wird thematisiert. Fließende Gewässer, das wellenbewegte Meer, Wind und Wolken, das Licht der Sonne und des Feuers spielen eine bedeutsame Rolle.

Das führt zu ausdrucksstarken Gestaltungen ungewöhnlicher Naturphänomene wie etwa zu denen von nachts leuchtenden Wolkenformationen im „Wetterleuchten”, dem Titelbild dieser Ausstellung, oder zu den „Skyscaps”, den „Himmelslandschaften”.

Da wird der Blick auf das Geschehen über der Erde gelenkt, ohne dass aber die Bodenhaftung verlorengeht. Und doch ist auch etwas Metaphysisches in vielen Exponaten zu spüren. Alles unterliegt ständigen Veränderungen, ist voller Dynamik und in einem „ewigen Fluss”. Das Spektrum der Thematik und deren Umsetzung ist breit gefächert.

Dorothee Vermaaten hat stets an die zwanzig Bilder in Arbeit, von denen sie sich jeden Tag jeweils die vornimmt, die ihrer Gestimmtheit entsprechen. Nur so ist es ihr möglich, den zahlreichen „Facetten des Lebens” einen ihr genehmen und glaubwürdigen Ausdruck zu verleihen. Sie malt sehr gerne so genannte „Triologien”, drei gleichartige, zumeist kleinformatige Bilder zum gleichen Thema. Beispiele hierfür sind etwa die Reihen „Ballett” oder „Schneegrenze”.

Und auch durch die Farbgebung haben sich gewisse Serien entwickelt wie etwa die „Weißen Bilder” und die in überwiegend Orange oder Rot gehaltenen Exponate sowie die durch eine besondere Farbbeimischung wie Ölgemälde wirkenden Arbeiten. Dabei beweist die Künstlerin viel Mut zur freien Fläche. Andererseits hat sie auch die Seitenränder in ihre Gestaltung einbezogen, so dass eine Berahmung dem künstlerischen Gesamteindruck widerspricht. Das gilt auch für die kleinen halbkreisförmigen, quadratischen wie rechteckigen „Holzbilder”, die man sogar stellen kann.

Steinweg-Galeristin Christa Oedekoven präsentiert mit diesem „ueber.irdisch”en Oeuvre der aus Kleve stammenden Malerin Dorothee Vermaaten wieder eine sehenswerte Ausstellung, die am Sonntag, 18. Januar, um 11.30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird. Musikalisch wird die Eröffnung begleitet von Musikern der Brass Band Düren mit „Jazz & Classic”. Es spielen Ralf Neumann, Alt-Horn und Stephanie Büttgen, Hornet.

Auf der Vernissage am Sonntagvormittag führt Rektor Kurt Vermaaten in die Ausstellung ein. Für den musikalischen Rahmen sorgen Musiker der Brass Band Düren. Die Ausstellung dauert bis zum 29. März und ist jeweils freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uh geöffnet.

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