Stolberg - Abwrackprämie: Topf scheint noch gut gefüllt zu sein

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Abwrackprämie: Topf scheint noch gut gefüllt zu sein

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:
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Gleich geht die Klappe zu: Wegen der Abwrackprämie lassen viele Autobesitzer derzeit ihre Wagen verschrotten. Ab 30. März werden es wohl noch mehr werden. Foto: dpa

Stolberg. Die Befürchtungen zum Start der Abwrackprämie waren groß. Experten gingen davon aus, dass der 1,5 Milliarden Euro schwere Topf in spätestens zwei bis sechs Wochen ausgeschöpft sei.

Mit satten Rabattversprechungen - wie Extra-Umweltbonus und Null-Prozent-Sonderfinanzierung - lockten und locken die Autohäuser potenzielle Käufer. In vielen Autohäusern bildeten sich untypisch lange Käuferschlangen. Die Verkäufer konnten die große Nachfrage kaum mehr stillen.

Momentan scheint sich die Lage bei vielen Stolberger Händlern ein wenig entspannt zu haben. Jedoch freuen sich auch weiterhin einige über einen großen Zulauf.

Bis Mittwoch sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 225.870 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie eingegangen. 374.130 Anträge können noch gestellt werden, anscheinend ist noch genügend Prämiengeld vorhanden.

„Es ist spürbar ruhiger geworden”, sagt Wolfgang Büscher, Inhaber des Stolberger Autohauses „Büscher”, „die Kunden kommen wieder etwas verteilter auf den Tag herein.”

Bei Kleinwagen kann auch er wieder aus dem vollen schöpfen, Honda Jazz und Civic sind derzeit verfügbar. „Unser Importeur ist bemüht, uns gut zu versorgen”, erklärt Büscher.

Die Anträge auf Abwrackprämie werden umgehend von einem extra dafür beauftragen Mitarbeiter weitergeleitet, verdeutlicht Büscher, der im Gegensatz zu ersten Prognosen davon ausgeht, dass die Prämie noch bis nach den Sommerferien reichen wird.

Da viele Autohändler in den vergangenen Wochen keine Kleinwagen mehr anbieten konnten, hatten Kunden die Befürchtung, dass der Fördertopf für die Abwrackprämie erschöpft sein könnte, bevor sie ihren Neuwagen erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium will den Antragstellern ab dem 30. März mehr Sicherheit geben.

Autokäufer können sich dann die Prämie von 2500 Euro sichern, sobald der Kaufvertrag über den Neuwagen rechtsgültig geschlossen ist, auch, wenn die Auslieferung erst viel später erfolgt. Demnach soll die Auszahlung der Prämie durch das Bafa bei Vorlage der Unterlagen für einen Neuwagen erfolgen.

„Ich begrüße das sehr, weil es unseren Kunden Entscheidungssicherheit gibt”, sagt Karl Jungkeit, Geschäftsführer beim Autohaus Italocenter-Jungkeit.

Der Alfa-Romeo und Lancia-Händler konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent steigern. Überwiegend Neukunden würden den Weg in seine Verkaufshalle finden. „Nach den eher tristen Monaten ist das ein absolut positives Signal. So können wir unsere Mitarbeiter weiterbeschäftigen”, freut sich Jungkeit.

Für den Geschäftsführer könnte es noch bis Ende des Jahres so weitergehen, jedoch sieht er die aktuellen Prognosen eher skeptisch. „Die Zahlen täuschen. Das ist wie ein Windhundverfahren. Ich gehe davon aus, dass die Zahl eher bei 400.000 liegt”, sagt Jungkeit, der dies mit den teilweise langen Wartezeiten bei Neuwagen begründet.

Genaue Prognosen, wie lange der Topf noch ausreichen wird, möchte auch Dirk Nitschke, kaufmännischer Angestellter der Abteilung „Verkauf” beim Autohaus Rosemeyer, nicht geben: „Keiner kann eine genaue Aussage treffen, denn niemand hat Erfahrungen mit solch einer besonderen Situation.”

Seit Anfang der Woche habe sich bei Rosemeyer die Lage entschärft. Der Skoda-Sonderbonus zur Umweltprämie wurde komplett oder teilweise gestrichen. „Die Kunden informieren sich über das Internet und haben das natürlich mitbekommen”, begründet Nitschke den Rückgang.

Ohnehin ist der Kleinwagen Fabia derzeit bei dem Autohaus auf der Würselener Straße vergriffen. Frühestens im Juni rechnet Nitschke mit neuen Lieferungen. Für seine Kunden hofft er, dass die Prämie noch bis Dezember reicht.

Nach deutlich entspannteren Wochen ist der Kundenansturm beim Autopark Stolberg wieder größer geworden. „Das neue Gesetz zum 30. März hat den Verkauf wieder angeregt”, sagt Verkäufer Andreas Schroiff.

Insbesondere die günstigeren Modelle - wie der Polo - werden stark nachgefragt. Eine „schwierige Periode” erwartet Schroiff für die Zeit nach der Abwrackprämie, wobei er einen Wunsch hegt: „Vielleicht stellt die Regierung ja dann noch mal einen Pott zur Verfügung.”
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